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TRAUN. Als Mentalist verblüfft Manuel Horeth in seinen Shows regelmäßig die Zuschauer. Im Tips-Interview verriet der smarte Salzburger, was die Zuschauer in seiner neuen Show erwartet, ob er selbst noch Gänsehaut bekommt und wie er mit Kritikern umgeht.

Mentalist Manuel Horeth zeigt am 17. November seine Show „Mythos – Der Flügelschlag eines Schmetterlings“ in der Spinnerei Traun. Foto: F. Martiz

von ELISABETH ZEILINGER

Tips: Wie hast du deine Berufung als Mentalist entdeckt?

Horeth: Ich habe mich viele Jahre mit Zauberei und Illusion beschäftigt, aber ich dachte immer: Da gibt es noch mehr. Das ist so, als ob man Hausmannskost kochen kann, man möchte aber in einem Sternerestaurant arbeiten. Schließlich bin ich auf den englischen Mentalisten Derren Brown aufmerksam geworden – er hat mich einfach fasziniert und ich sagte mir, das mache ich auch.

Tips: Worin liegt der Unterschied zur klassischen Zauberei?

Horeth: In meinen Shows vereine ich Techniken aus dem mentalen Training, aus der Psychologie und Suggestion. Ich verwende also Psycho-Tricks und beeinflusse die Menschen so, dass ein Wow-Effekt entsteht.

Tips: Das heißt, du siehst dich nicht als klassischer Zauberer?

Horeth: Nein, vielmehr läuft das Ganze unter dem Deckmantel „mental“ – das ist ein sehr breites Gebiet. Ich mache alles, wo dieses Wort dahintersteckt. Einerseits schreibe ich Bücher zum Thema Mentaltraining, andererseits trainiere ich Sportler, wo es um mentales Training geht. Ich halte auch Vorträge zu dem Thema und natürlich mache ich Shows, wo es um mentale Beeinflussung geht. Wie kriege ich eine Person dazu, dass sie sich aus 100 Gegenständen den aussucht, den ich möchte, dass sie sich aussucht? Die Shows sind reines Entertainment und sollen das Publikum zum Staunen bringen, wie so etwas möglich ist.

Tips: Was ist künstlich und was ist real bei deiner Show „Mythos“?

Horeth: Die Show ist eine Mischung aus Gedankentrips, Sinnestäuschungen, Manipulation der Wahrnehmung, Menschenkenntnis-Effekte und auch Illusion. Die Show heißt „Mythos – Der Flügelschlag eines Schmetterlings“. Es geht um den berühmten butterfly effect – wir Menschen treffen täglich unbewusst etwa 20.000 Entscheidungen. Jede kleinste Entscheidung kann am Ende etwas Großes bewirken – darum geht es in der Show. Das heißt also, dass man erst Kleines vollbringen muss, damit etwas Großes herauskommt. In der Show beeinflusse ich die Entscheidungen der Zuschauer, das heißt, ich sage ihnen, was herauskommen muss. Das ist der Unterschied zur Zauberei, denn alles, was in der Show passiert, ist real. Ich manipuliere Zuschauer dahingehend, dass sie das tun, was ich will. Alle Zuschauer sind mit eingebunden und Zeuge davon – am Ende wird alles aufgelöst und es entsteht ein großer Wow-Effekt, der aus Entscheidungen des ganzen Publikums entstanden ist. Ich manipuliere beinhart, aber auf unterhaltsame Art und Weise, und die Menschen sowie das Ergebnis sind echt!

Tips: Bekommst du in deinen Shows noch selbst Gänsehaut?

Horeth: In meinen Shows weiß ich, was ich möchte, dass passieren wird. Aber manches passiert unerwartet. Es ist nie 100 Prozent sicher, ob die Manipulation funktioniert. Auch ich gehe ein Risiko ein, denn es kommt immer auf die Zuschauer an. Gänsehaut habe ich dann, wenn alle meine Pläne wieder aufgehen. Dieses Risiko zu bemessen und Ausweichmöglichkeiten zu haben, ohne dass es jemand bemerkt und am Ende es dann doch so hinzukriegen, dass es passt, dann habe ich selbst Gänsehaut.

Tips: Was sagst du zu Kritikern, die dir keinen Glauben schenken?

Horeth: Einmal meinte ein Zuschauer nach der Show zu mir, er wäre der einzige von 800 Menschen, der bezahlt habe und alle anderen 799 wären eingeweiht. Das wäre eine extrem teure Tour! (lacht) Genau deshalb liegt sehr viel in der Auswahl des Zuschauers, der auf die Bühne kommt. Dessen Auswahl erfolgt durch ein Zufallsprinzip, damit man diese Kritik ausschalten kann. Das verblüffte Gesicht der Menschen auf der Bühne, weil ich Dinge weiß, die ich nicht wissen kann, das sieht das Publikum dem Auserwählten an, denn das kann der beste Schauspieler nicht spielen.

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„Mythos – Der Flügelschlag eines Schmetterlings“

am 17. November um 20 Uhr

in der Spinnerei Traun

Tickets: VVK: 32 Euro | erm. 30 Euro

Abendkasse: 34 Euro | erm. 32 Euro

www.spinnerei.at


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