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Online Redaktion, 23.10.2017 15:35

TRAUN. Ursprünglich 1997 als Jugendkulturhaus gegründet, ist die Spinnerei mit den Jahren zu dem kulturellen Aushängeschild Trauns aufgestiegen. Wenn jemand sonst nichts von Traun kennt: Die Spinnerei ist ihm ein Begriff. Seit der Neueröffnung im Mai kann sich die Bilanz der Institution sehen lassen. Stimme und Gesicht verleiht ihr Kulturpark-Chefin Manuela Reichert. Ein Blick hinter die Kulissen.

Manuela Reichert
  1 / 3   Manuela Reichert

von ELISABETH ZEILINGER

Die Spinnerei, eine städtische Kultureinrichtung, wird heute gemeinsam mit dem Schloss Traun als Einheit wahrgenommen. Für den Inhalt verantwortlich sind Kulturpark-Chefin Manuela Reichert und ihr Team.

Der Weg zum Kulturpark

Die gebürtige Salzburgerin stieg vor 17 Jahren nach ihrem Kulturmanagementstudium direkt als Geschäftsführerin der damaligen VEST (heute Kulturpark Traun GmbH) ein und verlieh der Kultureinrichtung im Laufe der Jahre ein schärferes Profil. „Es war schön zu sehen, dass das aufgeht – es ist in der Zeit viel gewachsen.“ Nach und nach kamen neue Veranstaltungsreihen wie Open Air Konzerte, das Schloss Traun als Spielbetrieb oder Großevents wie z.B. das Trauner Stadtfest oder das Ferienprogramm hinzu. „Wir hatten in all den Jahren stetiges Wachstum und die Krönung war bisher das neue Haus“, erzählt Reichert. „Mit dem Team ist schon eine Riesen-Seele mit übersiedelt – es war ein Konzept, was ein neues Haus braucht und nicht ein Haus, das ein neues Konzept braucht.“

Höhen und Tiefen

„Wenn man 17 Jahre den Weg mitmacht, dann kann man sich persönlich schon sehr stark mit der Einrichtung identifizieren. Gemeinsam mit dem Team habe ich alle Höhen und Tiefen erlebt und dann bindet das einen emotional schon sehr“, erzählt die Kulturchefin. Die schwierigste Zeit sei gewesen, als die Spinnerei renovierungsbedürftig geworden ist. „Zuerst wurde an allen Stellen ausgebessert. Wir haben aber gespürt, dass es in der alten Spinnerei keine Zukunft mehr geben wird. Es war klar, dass es eine Generalsanierung braucht. Ich bin sehr dankbar, dass die Stadt Traun den neuen Mut für ein neues Haus gehabt hat und diesen Weg mitgegangen ist. So etwas entsteht nicht von heute auf morgen, sondern war ein jahrelanger Diskussionsprozess, bei dem es ja auch um Millionenbeträge ging“, so Reichert. Hier brauchte es eine gute Vision dazu.

Eigenes Profil

„Fakt ist, Kultur kostet Geld. Die Stadt Traun hat nicht einfach ein Gebäude gebaut nach dem Motto ,und dann schauen wir einmal, was passiert“ – das ist nicht selbstverständlich“, betont die Geschäftsführerin. Vor den Toren einer Landeshauptstadt habe es ein eigenes Profil gebraucht. „Und das haben alle Beteiligten geschafft, mit Kultur der Stadt Traun ein eigenes Profil zu verleihen. Kultur ist ein berühmter soft fact, der für Lebensqualität sorgt“, sagt Reichert. „Wie ich vor 17 Jahren nach Traun gekommen bin, dachte ich ,Recht viel Lack hat die Stadt nicht“, da war ja das Schloss auch noch nicht renoviert. Ich kannte Traun ja nicht und war zum Bewerbungsgespräch das erste Mal hier. Wenn ich mir denk“, wie sich das jetzt entwickelt hat, freut mich das sehr. Traun ist eine lebenswerte Stadt und es macht Spaß, hier zu sein!“

Wie es weitergeht...

Viele Dinge seien für den Kulturpark in Erfüllung gegangen, es stehen aber bereits neue Projekte an der Tür: „Wir denken an ein Kulturpicknick, wollen einen Kulturparksommer kreieren und ein internationales österreichweites Flamenco-Festival ins Leben rufen“, verrät Reichert die Zukunftspläne. Der Vermietungsbereich erlebe laut Reichert in der neuen Spinnerei derzeit ein Wachstum: „Durch das professionelle Umfeld ist die Spinnerei vor allem für Firmenveranstaltungen attraktiver geworden“, so die Kulturpark-Chefin. Diese Einnahmen könne man wieder eins zu eins in einen neuen Kulturauftrag stecken.

Aufwertung des Areals

Auch die Synergien zwischen der Spinnerei und dem Schloss Traun müsse man nutzen, ist Reichert überzeugt. „Der Kulturpark ist ein Seminarzentrum und mehrtägige Seminare sind ohne Hotel schwierig. Von daher wäre es für die Einheit Kulturpark kundenfreundlich, ein Hotel auf dem Areal zu haben. Sei es bei Messen, Symposien, mehrtägigen Seminaren oder auch für Hochzeitsgäste – das wäre ein klarer Wettbewerbsvorteil“, regt Reichert an. „Wir haben mit dem neuen Umfeld viele Ideen im Kopf, die wir ausprobieren und weiterentwickeln möchten. Die Vision ist eher vom Gebäude ins Programmatische gerückt, da ist nach oben keine Grenze gesetzt. Aber nur hergehen und über das Alte darüberstülpen ist nicht die Idee.“


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