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TRAUN. Rudolf Scharinger liebt es, als Bürgermeister an der Gestaltung seiner Heimatstadt mitzuwirken. Wir haben mit ihm über Corona, Stadtentwicklung, Umwelt- und Klimaschutz sowie seine politische Zukunft gesprochen. 

Bürgermeister Rudolf Scharinger Foto: Stadtarchiv Traun
Bürgermeister Rudolf Scharinger Foto: Stadtarchiv Traun

Tips: Was reizt Sie an der Politik am meisten? Warum haben sie sich entschlossen in die Politik zu gehen?

Rudolf Scharinger: Die Arbeit in der Politik ist sehr abwechslungsreich, man kann mitgestalten, anpacken und etwas auf die Beine stellen und nicht nur tatenlos zusehen. Ich wollte schon immer an der Entwicklung meiner Heimatstadt Traun mitwirken.

Tips: Warum wollten sie Bürgermeister von Traun werden?

Scharinger: „Es geht um Traun“ – das war unser Motto bei der letzten Wahl. Und weil es mir persönlich um Traun geht, um meine Heimatstadt, wollte ich Bürgermeister werden. Ich wollte die Arbeit, die die SPÖ in den vergangenen Jahrzehnten für Traun geleistet hat, mit neuem Schwung und Stärke fortführen und die Stadt moderner und noch lebenswerter machen. Ich glaube, es ist mir recht gut gelungen.

Tips: Was bewerten Sie persönlich am positivsten an ihrer Arbeit als Stadtchef von Traun?

Scharinger: Ich kann mit Stolz sagen, dass das Bürgermeister-Sein mein Traumjob ist. Die Tätigkeiten sind sehr vielfältig und man kommt viel mit Menschen zusammen. Als Stadtoberhaupt bin ich die erste Anlaufstelle für alle Sorgen, Probleme und Wünsche meiner Bürger. Ich kann zwar nicht alles erfüllen, aber ich versuche, möglichst viel in die Wege leiten zu können. Wenn sich die Menschen freuen und bedanken, dann ist das eine schöne Bestätigung.

Tips: Was sind die größten Herausforderungen im Zusammenhang mit ihrem Amt als Bürgermeister?

Scharinger: Ich bin die erste Ansprechperson für meine Bürger, auch wenn es um Dinge geht, die nicht in den Wirkungsbereich der Stadt fallen. Hier ist natürlich Fingerspitzengefühl gefragt, um alle Wünsche, Bedürfnisse und Meinungen unter einen Hut zu bringen und einen guten Konsens sowie die bestmögliche Lösung für alle zu finden. Man wird es nie allen Recht machen können, aber es ist für einen selbst beruhigend zu wissen, man hat es nach Abwägung aller Faktoren zumindest versucht.

Tips: Besonders Städte und Gemeinden waren und sind von der Corona-Situation massiv betroffen. Welche Auswirkungen für Traun sind im Nachhinein als am schwierigsten zu bewerten?

Scharinger: Es war sicher schwierig, einerseits die Gemeindeinfrastruktur für die Bevölkerung während der Krise aufrecht zu erhalten, und andererseits die Mitarbeiter bestmöglich zu schützen. Diese Arbeit und die Leistung der Kommunen wird als selbstverständlich hingenommen. Als „direkter Nahversorger“ der Bürger investieren wir viel Geld, jedoch bleiben die Einnahmen aufgrund der Krise Großteils aus. Die finanzielle Unterstützung von Bund und Land wird von großer Bedeutung sein, damit wir weiterhin zum Wohle der Bevölkerung investieren und die regionale Wirtschaft ankurbeln können.

Tips: Welche konkreten Auswirkungen hatte der „Lockdown“? Mussten etwa Bauvorhaben verschoben werden?

Scharinger: Die langersehnte Sanierung des Sportzentrums wird sich etwas verschieben. Die Finanzierung muss nochmals neu überdacht werden. Sonst werden wir in allen Bereichen genau hinsehen, wo Einsparungen möglich sind.

Tips: Welche Auswirkungen hatte die Corona-Pandemie auf das Budget der Stadt Traun?

Scharinger: Gott sei Dank sind wir in der glücklichen Lage, über eine solide, finanzielle Finanzplanung zu verfügen. Doch die Einnahmenausfälle werden massiv sein, aus heutiger Sicht rund 4 Mio. Euro. Dies kann nicht ausgeglichen werden. Es wird deshalb eine gänzlich neue Finanzplanung ab 2020 brauchen und vor allen Dingen die Unterstützung von Land und Bund.

Tips: Klimaschutz war vor Corona ein allgegenwärtiges Thema. Wie sehen die Bemühungen Trauns in diesem Bereich aus?

Scharinger: Umwelt-, Klima- und Naturschutz waren für uns als Stadt immer schon enorm wichtige Themen. Das spiegelt sich auch in den vielen Auszeichnungen wider, die wir haben: wir sind Klima- und Bodenbündnis-Gemeinde, Fahrradfreundliche Gemeinde, Fairtrade-Stadt – um nur einige zu nennen. Zudem setzen wir auch verstärkt auf Bewusstseinsbildung und wollen die Bevölkerung vermehrt einbinden. Denn nur gemeinsam können wir noch mehr erreichen.

Tips: Die Opposition forderte zuletzt auch mehr Begrünung am Stadtplatz in Traun. Gibt es hier Überlegungen mit verstärkter Bepflanzung vielleicht etwas für die Klimaregulierung im Kleinen zu machen?

Scharinger: Kürzlich haben wir im Umweltausschuss den Startschuss zur Erstellung eines „Stadtökologischen Umsetzungsprogrammes“ gegeben. Darin enthalten sollen u.a. zahlreiche Maßnahmen zur Klimawandelanpassung und zur Förderung der Biodiversität sein. Ziel dabei ist es, wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere zu schaffen und zu fördern. Gleichzeitig sollen neue Grünräume für mehr Lebensqualität für die Bevölkerung sorgen. Es ist ein langfristiges Projekt über mehrere Jahre, um die Wirksamkeit zu gewährleisten. 

Tips: Zuletzt gab es Kritik von der ÖVP bezüglich des Rechnungsabschlusses der Kulturpark GmbH. Wie bewerten Sie generell die Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen im Stadtrat und der politischen Arbeit in Traun generell?

Scharinger: Die Arbeit in den politischen Gremien ist zum großen Teil geprägt von Konstruktivität und sachlicher Diskussion. Immerhin soll es einzig und allein um das Wohl unserer Heimatstadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger gehen. Doch trotz aller Bemühungen ist die Trauner ÖVP leider immer wieder der Ausreißer. Wie bereits hinlänglich bekannt, versuchen sie immer wieder mit ihrer Schmutzkübelpolitik, mich anzuschwärzen und viele positive Projekte in ein schlechtes Licht zu rücken.

Tips: Auf was sind sie in ihrer bisherigen Amtszeit am meisten stolz, für Traun umgesetzt zu haben und warum?

Scharinger: Die absoluten Highlights waren die Verlängerung der Straßenbahn bis nach Traun und der Neubau unseres Kulturhauses Spinnerei. Das sind Meilensteine, die es vermutlich so nie wieder geben wird. Darauf bin ich sehr stolz. Sie waren in jeder Hinsicht ein Entwicklungsschub für Traun, die die Stadt moderner, stärker und noch lebenswerter gemacht haben.

Tips: Was sind die wichtigsten Themen, die sie in ihrer Amtsperiode auf jeden Fall umsetzen möchten?

Scharinger: Das Stadtteilzentrum St. Dionysen und die Innenstadtentwicklung mit dem Graumann-Viertel sind wichtige Projekte in naher Zukunft. Auch der Neu- und Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen, wie aktuell in St. Martin, liegt mir sehr an Herzen. Ansonsten möchte ich, gemeinsam mit meinem Team, einfach die Arbeit weiter fortführen und bestmöglich für die Bevölkerung da sein.

Tips: Im kommenden Jahr stehen Gemeinderatswahlen an. Werden sie wieder für das Amt des Bürgermeisters kandidieren?

Scharinger: Ja, ich werde wieder kandidieren, weil es einfach mein Traumjob ist. Ich hoffe natürlich, dass die Trauner der SPÖ und mir wieder ihr Vertrauen schenken.


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