Das Erlernen von Sprache
URFAHR-UMGEBUNG. Kinder zu betreuen, die dem Unterricht nicht folgen können, weil sie die Sprache noch nicht beherrschen, ist für Lehrer eine ganz besondere Herausforderung. Im Schuljahr 2017/18 werden 105.689 Schüler in Oberösterreich unterrichtet, davon stammen 7687 oder 7,3 Prozent aus dem Ausland. In Urfahr-Umgebung sind es 6035 Schüler, davon sind 133 (2,2 Prozent) nicht aus Österreich.

Landesschulinspektor Werner Schlögelhofer: 2In Oberösterreich haben wir ein bewährtes Konzept für die Beschulung von Kindern nicht deutscher Muttersprache – von der integrativen Betreuung im Klassenverband bis zum dezidierten Sprachförderunterricht. Sprachenlernen erfolgt immer durch Inhalte, dadurch werden auch Werte vermittelt. Genauso wichtig wie das Erlernen der Sprache ist die soziale Integration. Damit wirkt die Schule einer eventuellen Ghettoisierung entgegen. Das funktioniert auch in Urfahr-Umgebung recht gut. Die Lehrer arbeiten mit großem Engagement und großer fachlicher und sozialer Kompetenz.“
Eine Gegenmeinung
Kritischer beurteilt die freiheitliche Bezirksparteiobfrau Anneliese Kitzmüller die Situation: „Offensichtlich stellt sich das Problem mit den Schülern nicht deutscher Muttersprache mittlerweile auch in ländlichen Regionen. Unabdingbar ist daher das Erlernen der deutschen Sprache vor dem Schuleintritt, ansonsten wird auch in Landgemeinden das Bildungsniveau sinken“. Schlögelhofer erklärt: „In einer Umfrage an sämtlichen Pflichtschulen in Oberösterreich hat sich gezeigt, dass unser Konzept der integrativen Beschulung große Akzeptanz findet und dass die Betreuung von Flüchtlingskindern durchaus auch positive Effekte im Bereich der Schulentwicklung für alle Kinder mit sich bringt – vor allem im Bereich der Individualisierung und des sprachbewussten Unterrichts.“
Bildung darf kein Privileg sein
Integrations-Landesrat Rudi Anschober dazu. „Der Bildungsbereich ist eine der Säulen offensiver Integration. Für das Gelingen von Integration muss es unser Bestreben sein, bestehende Barrieren wegzuräumen. Bildung darf kein Privileg sein, sondern muss für alle zugänglich sein. Daran arbeiten wir gemeinsam“. Ein großer Erfolg für Jugendliche mit Fluchthintergrund ist laut Anschober und dem Landesschulrat OÖ gelungen: Nach den Enttäuschungen der Betroffenen zum Schulbeginn 2016 konnte im Nationalrat die Veränderung des Schulautonomiegesetzes hinsichtlich einer Legalisierung des freiwilligen zehnten Schuljahres für Flüchtlingskinder als außerordentliche Schüler erreicht werden.
Verbesserung von Sprache und Wissen
Nun dürfen also auch Schüler mit Fluchthintergrund, die das neunte Schuljahr außerordentlich besucht haben, ein freiwilliges zehntes Schuljahr in der Polytechnischen Schule als außerordentliche oder ordentliche Schüler besuchen – und Sprache sowie Wissen verbessern.


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