Tag 1 Selbstdisziplin funktioniert – oder wie ich lernte Bier zu schätzen
OBERÖSTERREICH. 7.30. Der Wecker hat noch nicht geläutet. Trotzdem steht man schon im Bad und bereitet sich für den ersten Homeoffice-Tag vor. Wenigstens muss man sich heute nicht mit überfüllten Straßenbahnen – die es zurzeit eh nicht gibt – in das Büro begeben.

Und schon sitzt man frohen Mutes vor seinem Laptop – die Freundin serviert einem einen kleinen Espresso. Was will man mehr? Vielleicht dass das moderne Arbeitsgerät meinen Befehlen – so wie einst die Besen dem Zauberlehrling – willig folgen. Doch man ist schließlich nicht mit magischen Kräften ausgestattet und so gelingt keine Verbindung mit der weiten Welt des Internets. Was tun? Sollte man sich lieber noch einen Espresso bringen lassen und die Arbeit, Arbeit sein lassen?
Katzennahrung und Medikamente
Nein, böse ist der Böses tut, und da die Selbstdisziplin funktioniert greift man zum Hörer – Verzeihung zum Smartphone – um seinen Kollegen aus der EDV zu kontaktieren. Doch hilflos überlastete Netze machen die Kontaktaufnahme unmöglich. Aber da ist ja noch die Freundin, die sich besser mit dem modernen Graffel – man möge mir verzeihen – auskennt. Und nach wenigen Minuten funktioniert es einwandfrei. Schnell werden E-Mails gecheckt, auch Nachrichten auf Facebook gibt es genügend. Und schon muss der erste Anruf entgegen genommen werden. Und jetzt das noch. Die Großmutter meiner Freundin braucht dringend Tierfutter und Arznei. Und so wird die Mittagspause vorgezogen, um die notwendige Katzennahrung und Medikamente zu besorgen. Alles geht schnell und so sitzt man bald wieder vor dem PC, viel ist nicht passiert in der Zwischenzeit. Na gut es ist schließlich erst Dienstag und so bleibt Zeit weitere Telefonate zu führen. Darunter auch mit dem Roten Kreuz, ich gebe zu, in menschlicher Mission. Eine ältere Nachbarin war nicht zu erwischen und daher wurde die Einsatzorganisation verständigt. Hilfe für andere – ein Gebot der Stunde. Und jetzt bleibt wirklich Zeit für die erste Pause, in der der Durst mit einem kalten Bier gelöscht wird. Selbstverständlich in einer alkoholfreien Variante! Und das mir als Weinliebhaber! Aber der gute Blaufränker muss bis zum Abendessen warten. Mal schauen was der Nachmittag noch so mit sich bringt! Und wer sich fragt, wo meine Katzenassistentin steckt. Die macht lieber ein Dauerschläfchen als ihrem Herrchen hilfreich zur Seite zu stehen. Recht hat sie, oder?


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