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URFAHR-UMGEBUNG. In den Altenheimen herrscht seit Anfang März Ausnahmezustand. Als das Thema Corona in Österreich immer mehr in den Mittelpunkt der Wahrnehmung rückte, sind die Hygienemaßnahmen sofort verstärkt worden – auch in Urfahr-Umgebung.

Brigitte Linkeseder und Andi Weber sehen die Zukunft positiv. Foto: Hochenburger
Brigitte Linkeseder und Andi Weber sehen die Zukunft positiv. Foto: Hochenburger

Früher als in anderen Häusern wurde in den Bezirksseniorenhäusern eine Besuchersperre eingerichtet. Bei Redaktionsschluss waren alle Langzeitpflegeeinrichtungen des Sozialhilfeverbandes Urfahr-Umgebung frei von Covid-19.

Körperpflege mit Mundschutz ist anstrengend

Die Abschottung ist eine große Herausforderung für Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter. Durch die strikte Trennung der einzelnen Wohnbereiche und die Kontakteinschränkungen zu den Funktionsbereichen ist der Aufwand für die Mitarbeiter in den Seniorenheimen sehr hoch. Jeder Wechsel von einem Bereich in den anderen erfordert die Neueinkleidung mit Schutzausrüstung. Das Tragen von Nasen-Mundschutz oder FFP-Masken ist besonders bei der Körperpflege anstrengend. Fachsozialbetreuer Andi Weber und Karin Rotter: „Der zusätzliche Nachtdienst hilft uns im Moment und ist wegen der Trennung der Wohnbereiche notwendig.“ Der psychische Druck auf die Fachkräfte in der Pflege und Betreuung durch die Isolation der Bewohner, die fehlenden Kontakte und Veranstaltungen, ist hoch. Fachsozialbetreuerin Julia Ruspeckhofer: „Die Bewohner ertragen die Umstände tapfer. Wir Betreuer würden uns eine baldige Normalisierung für die uns anvertrauten Leute wünschen.“ Dazu kommen viele sorgenvolle Anrufe von Angehörigen, die sich nach dem Wohl der alten Menschen erkundigen. In dieser Zeit sind berührende Momente bei den Videotelefonaten und aufmunternde Worte durch Angehörige stärkende Elemente. Die Zeit der Krise hat aber auch ihre positiven Seiten. Der Teamgeist in den Bezirksseniorenhäusern ist wesentlich ausgeprägter. Diplompflegerin Brigitte Linkeseder: „Das Team wächst in dieser schwierigen Zeit noch stärker zusammen. Alle sind lösungsorientiert. Die Mitarbeiter nehmen ihre Verantwortung weit über den Beruf hinaus wahr und vermeiden im Privatleben jedes Kontaktrisiko.“

Fachleute mit sozialem Gewissen

Undenkbar sind Situationen, wie sie aus Spanien oder Kanada berichtet werden, wonach Heimbewohner vom Pflegepersonal im Stich gelassen wurden. Die Haltung der in den Alten- und Pflegeheimen arbeitenden Menschen ist im Gegenteil von einer extrem hohen Bindung zu ihren Bewohnern geprägt. Sie sehen sich aber nicht als Helden, sondern wollen ihre Arbeit als Fachleute mit sozialem Gewissen einfach nur gut machen. 


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