Gallneukirchner fordern bessere Bedingungen für Radfahrer
GALLNEUKIRCHEN. Unter dem Motto „In die Zukunft investieren statt Straßen asphaltieren“ fand vergangene Woche auf Initiative von „Galli For Future“ eine Rad-Demo in Gallneukirchen statt. Damit setzen sich die Initiatoren deutlich für eine Kehrtwende in der Mobilitätspolitik ein.

Auslöser für die Demonstration war die Sanierung der B 125 im Bereich zwischen der Autobahnabfahrt Gallneukirchen und der Alberndorfer Kreuzung. Diese sei laut den Vertretern der Initiative aufgrund des guten Zustandes des Fahrbahnbelages für viele überraschend gekommen. Kritisiert wird, dass vom Land OÖ viel Geld in die Sanierung investiert werde, während – trotz des bestehenden Wunsches – keine Radinfrastruktur mitberücksichtigt wurde. Ein Wunsch, der sowohl fraktionsübergreifend als auch von vielen Bürgern mitgetragen werde. Gerade im Bereich des Linzerberges fehle schon lange ein Fahrradstreifen oder Radweg. „Das Ziel der Rad-Demo war, auf die sehr unbefriedigende Situation für Alltagsradler in Gallneukirchen und Umgebung – auch der fehlende Radweg nach Linz – aufmerksam zu machen“, betont Bernhard Berger, Umweltausschuss-Obmann der Stadtgemeinde Gallneukirchen. Gefordert wird neben dem sofortigen Stopp der Sanierung ein Gespräch über die mögliche Realisierung von Verbesserungen für Radfahrer und Fußgänger.
Passende Lösung gewünscht
Auch den betroffenen Bürgermeistern liegt das Thema des Radverkehrs am Herzen. So sagt die Gallneukirchner Bürgermeisterin Gisela Gabauer etwa bezüglich eines Radweges nach Linz: „Es ist der größte Wunsch und Anliegen, hier etwas zu realisieren.“ Gabauer betont gegenüber Tips aber auch, dass, gerade was die baulichen Angelegenheiten angeht, erst passende Lösungen gefunden sowie die erforderlichen Einigungen mit den Grundeigentümern abgeschlossen werden müssen.
Offener Brief an Steinkellner
Auch auf Gemeinderatsebene ist die Verkehrs- und Mobilitätssituation ein zentrales Thema: So fordern drei Fraktionen (ÖVP, SPÖ und Grüne) – auf Grundlage des einstimmig beschlossenen Mobilitäts- und Verkehrskonzeptes – neben der Priorität 1 für die Radhauptroute Linz-Gallneukirchen/Engerwitzdorf auch laufende Verbesserungen für Radfahrer auf dieser Strecke. Zusätzlich wird Tempo 30 auf Landesstraßen im Zentrum von Gallneukirchen, die Einführung von Begegnungszonen und der unverzügliche Beginn der Planungen für die Stadtbahn Linz - Gallneukirchen - Pregarten gefordert. Was den Radverkehr betrifft, wurde außerdem ein offener Brief an Landesrat Günther Steinkellner gerichtet, in dem dieser um ein Gespräch ersucht wird.
Terminkoordination läuft
Aus dem Büro von Landesrat Günther Steinkellner hieß es am Montag gegenüber Tips, dass eine Terminkoordination mit der Gemeinde bereits in Akkordierung sei. Im Rahmen des Termins biete sich auch die Gelegenheit, alle relevanten Mobilitätsagenden aus Gemeindeperspektive zu präsentieren. Dabei wird außerdem angefügt: „Dass sich Interessenslagen zwischen Land und Gemeinde in einigen Details widersprechen liegt in der Natur der Sache. Einig ist man sich definitiv im Bereich des Öffentlichen Verkehrs. Das Mammutprojekt Stadtbahn Gallneukirchen-Pregarten ist verständlicherweise für die Gemeinde eines mit hoher Priorität. Hier werden in Bälde Maßnahmen erfolgen, die den Projektfortschritt vorantreiben.“
Was die Planung des Radweges angeht, so sagt Steinkellner: „Mit der Überarbeitung des OÖ Straßengesetztes werden erstmalig im Bereich der Radhauptrouten klare Förderungsansätze gesetzt, welche die Gemeinden finanziell entlasten werden. Ich bitte aber um Verständnis, dass die Planung eines verkehrssicheren, Radweges der die Kriterien einer Radhauptroute erfüllt, nicht im Rahmen einer Sanierung schnell mitgemacht werden kann. Hier sind umfangreiche Planungen und Materienrechte abzuhandeln, die vom Naturschutz bis zur Grundstückseinlöse reichen. Besonders weil die Geländeverhältnisse (steile Böschungen, Waldflächen, etc.) nicht die einfachsten sind, ist die Planung vor große Herausforderungen gestellt. Da es auch im Zusammenhang mit neuen Bundesförderungen noch Unklarheiten gibt, müssen hier offene Fragen noch beantwortet werden. Da es sich bei dieser Infrastrukturmaßnahme ebenfalls um ein Verkehrssicherheitsthema handelt, sollte von unüberlegten Schnellschüssen welche der Verkehrssicherheit nicht dienlich sind, Abstand genommen werden. Ebenfalls sehen die Verkehrsexperten des Landes OÖ die Einführung von Begegnungszonen auf der Landstraße kritisch.“
Die Sanierungsarbeiten auf der B 125 verteidigt Steinkellner außerdem. Es möge zwar richtig sein, dass auf dem Streckenabschnitt bei oberflächiger Betrachtung der Fahrbahn sich dieser für viele als noch nicht sanierungsbedürftig darstelle, „allerdings sind Straßenschäden oftmals auch in tieferliegenden Ebenen zu beurteilen. Bei detaillierten Betrachtung werden die Gründe für die Sanierung deutlich sichtbar. Neben starken Verdrückungen wies die Straße auch starke Spurrinnen auf. Gerade bei schlechten Witterungen können hierdurch gefährliche Verkehrssituationen entstehen. Darüber hinaus waren auch die Leistensteine in Teilbereichen entlang des Gehsteiges desolat hinsichtlich ihrer Lage. Damit diese nicht auf die Fahrbahn fallen musste die Sanierung vorgenommen werden.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden