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GALLNEUKIRCHEN. Sepp Wall-Strasser wurde im Oktober zum ersten roten Bürgermeister der Stadtgemeinde Gallneukirchen gewählt. Tips hat sich im Zuge der Ortsreportage mit ihm unterhalten.

Sepp Wall-Strasser ist der erste SPÖ-Bürgermeister in Gallneukirchen. Foto: SPÖ Gallneukirchen
Sepp Wall-Strasser ist der erste SPÖ-Bürgermeister in Gallneukirchen. Foto: SPÖ Gallneukirchen

Tips: Erster roter Bürgermeister von Gallneukirchen: Wie fühlt sich das an? Haben Sie es schon realisiert?

Sepp Wall-Strasser: (lacht) Das ist eine gute Frage. Ich habe es sehr wohl realisiert, weil ich dem einfach nicht auskomme. Es war eigentlich schon so, dass mich bereits vor der Wahl sehr viele begrüßt haben mit „Hallo, der neue Bürgermeister“ – und ich habe immer eher sehr gewarnt und gesagt „Na, Moment einmal“. Auch wenn die Stimmung im Nachhinein wirklich gestimmt hat, ich war eher sehr vorsichtig, weil ich mir gedacht habe, das ist genau die Grube, in die man reinfällt, wenn alle glauben, es ist eh eine „gmahde Wies“n“. Insgesamt erfüllt es mich natürlich schon mit Stolz, das muss man schon sagen. Und zwar jetzt als Person, und ich bin ja von Haus aus eher ein sehr bescheidener Typ, aber dass man so einen Zuspruch bei vielen findet, und das noch dazu mit einem Parteihintergrund, der in Gallneukirchen nicht von vorneherein selbstverständlich ist, das ist schon bewegend. Und das ist auch insofern ein großer Vertrauensbeweis, der auch Druck macht. Man ist für manche dann vielleicht auch eine Projektionsfläche und die Sorge, dass man solche Projektionen enttäuscht, die ist natürlich auch da. Und für die Sozialdemokratie bin ich sehr froh, weil es schon ein Beweis ist, wenn man bei den Leuten ist und wenn man zuhört und wirklich zu allen geht, dann ist auf einmal auch „ein Roter“ kein Schreckensgespenst mehr in einer „schwarzen“ Gemeinde.

Tips: Was ist für Sie das Besondere an Gallneukirchen?

Wall-Strasser: Das Besondere ist, dass es durch die Stadtnähe doch eine Stadt im Mühlviertel ist, die irgendwie schon urban, aber schon auch noch ländlich ist. Und das zeigt sich sehr bei unserem breiten Spektrum der Vereine. Es gibt wirklich die ganz traditionellen Vereine, die Goldhauben oder den Kameradschaftsbund, und gleichzeitig aber neue dazu, wie die Kulturinitiative Gallnsteine. Und selbst die Traditionsvereine, da ist die Stadtkapelle ein gutes Beispiel, die es natürlich immer gibt, genauso auch mit Tracht und so weiter, aber die beim Frühlings- und Herbstkonzert auch sehr moderne Stücke spielen und sich drüber trauen. Und diese Mischung ist auch so ein Charakteristikum. Und das Zweite würde ich sagen, das wieso es sich für mich so lohnt, da dafür zu arbeiten, ist mein Standardsatz „Gallneukirchen hat Potenzial“. Das habe ich als Kulturausschussobmann bemerkt. Es gibt so viel Bereitschaft mitzugehen, etwas zu probieren. Und da kann man mit öffentlicher Unterstützung durch die Stadtgemeinde, aber dann oft durch andere Förderungen, den Schatz noch viel mehr heben. Und das Dritte, das kommt dazu, wo ich auch hoffe, dass man das noch mehr sichtbar macht, ist das Alleinstellungsmerkmal durch das Diakoniewerk. Ich glaube, dass da die Verbindung Stadt, Stadtgemeinde und Diakoniewerk noch viel fruchtbarer sein könnte. Das habe ich auch sicher vor.

Tips: Als Bürgermeister: Was sind Ihre Grundsätze in der Zusammenarbeit im Gemeinderat, in der Gemeinde? Gibt es da etwas, wo Sie sagen: Dafür stehe ich?

Wall-Strasser: Das ist leider ein vielstrapaziertes Wort: Das heißt Kooperation. Und das meine ich genau in dem Sinn, dass ich wirklich mit allen Parteien kooperieren möchte. Das heißt ja nicht, dass man einem jeden automatisch alles recht machen muss. Aber es wird keine Abschottung geben von Ideen, die jemand anderer hat. Aber vor allem, dass ich von vorneherein die Kooperation in den wichtigsten Projekten suche.


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