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Hochwasserschutz: Durchführung der Gusenräumung sorgt für Diskussionen und Kritik

Victoria Preining, 08.02.2022 08:35

GALLNEUKIRCHEN. Die von der Bezirkshauptmannschaft genehmigte und bereits im Gang befindliche Gusenräumung löste in der vergangenen Zeit einige Diskussionen in Gallneukirchen aus. Bedenken äußerten etwa die Grünen Gallneukirchen mit Andreas Kaindlstorfer. Dieser wünscht sich für die Zukunft eine langfristigere und nachhaltigere Lösung.

Auch mit Transparenten wurde auf die Kritik aufmerksam gemacht. (Foto: Die Grünen Gallneukirchen)
Auch mit Transparenten wurde auf die Kritik aufmerksam gemacht. (Foto: Die Grünen Gallneukirchen)

Auslöser für die Gusenräumung war die Situation betreffend des Abflussbereiches der Großen Gusen im Bereich von Gallneukirchen. Dieser war durch teilweise mehr als einen Meter hohe Anlandungen inklusive des darauf befindlichen Bewuchses stark beeinträchtigt. An einigen Stellen hatten bereits mehrere Meter hohe Weiden im Flussbett gewurzelt. Ein Zustand, der vor allem im Fall eines Hochwassers ernsthafte Folgen hätte: Denn der verringerte Durchfluss sowie mögliche Verklausungen würden ein nicht unbeträchtliches Risiko einer Überschwemmung für die Gusenstadt bedeuten.

Deswegen hatte sich die Stadtgemeinde gemeinsam mit der verantwortlichen Gewässerverwaltung des Landes OÖ dazu entschlossen, die Anlandungen zu beseitigen, die abflussbehindernden Gehölze zu roden und die Gehölze im Böschungsbereich zurückzuschneiden.

Hochwasserschutz hat Vorrang

Bereits im darauffolgenden wasserrechtlichen Bewilligungsverfahren wurden natur- und umweltschutzrechtliche Bedenken geäußert. Vonseiten der Bezirkshauptmannschaft wurde dabei allerdings dem Hochwasserschutz der Vorrang eingeräumt. „Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt in enger Abstimmung mit Naturschutz und Inhaber des Fischereirechts. Es wurde der Fischbestand abgefischt und im Oberlauf der Großen Gusen ausgesetzt. Der bestehende Biberbau wurde ausgespart“, heißt es in einer kürzlich veröffentlichten Stellungnahme der Stadtgemeinde.

Der Kritik bewusst

In dem Schreiben wird auch betont, dass sich alle Beteiligten bewusst seien, dass die Räumung von Teilen der Bevölkerung – vor allem vor dem Aspekt des Natur- und Umweltschutzes – kritisch gesehen werde. Auch der Bescheid stelle dies ausdrücklich fest. „Allerdings musste auch vor dem Hintergrund von immer häufigeren Starkregenereignissen gehandelt werden. Die leidvollen Erfahrungen, die im vergangenen Sommer in weiten Teilen Österreichs und Deutschlands gemacht werden mussten, sollen mit dieser Maßnahme verhindert werden“, lautet es in der Stellungnahme weiters. Zudem wird deutlich gemacht: Bei dem Bescheid der Bezirkshauptmannschaft handle es sich nur um eine einmalige Zustimmung zu der Maßnahme. Bis 2027 müsse man Überlegungen anstellen, „wie die Hochwassersituation dauerhaft und ökologisch verträglich verbessert werden kann. Dazu würde sich die Entfernung der bestehenden Wehranlagen anbieten, wodurch das Fließgefälle erheblich gesteigert werden könnte.“

Kaindlstorfer fordert langfristige Lösung

Zu den Kritikern, was die Gusenräumung betrifft, gehören etwa die Grünen aus Gallneukirchen. Fraktionsobmann Andreas Kaindlstorfer stellt im Gespräch mit Tips allerdings klar: „Hochwasserschutz ja, aber mit Herz und Hirn.“ Geht es nach diesem, so müssen die Arbeiten mit Rücksicht auf die Tiere vor Ort, besonders etwa den Biber, vorgenommen und auch kontrolliert werden. Ansonsten würde dies in einem ökologischen Desaster enden. Gerade der erste Abschnitt der Arbeiten sei laut dem Grünen Vertreter katastrophal gewesen. Zwar sei daraufhin bereits auf Hinwirken der Grünen von Seiten des Bürgermeisters reagiert worden, um Schlimmeres abzuwenden, dennoch appelliert Kaindlstorfer, dass es eine langfristigere und nachhaltige Lösung brauche.

Grobplanung sei bereits vorhanden

Konkret meint der Grüne Fraktionsobmann damit eine Renaturierung und Ökologisierung der Gusen. Eine Grobplanung hierzu gäbe es laut diesem bereits seit Langem: „Die liegt schon seit Jahren auf dem Gemeindeamt. Und das ist meine Kritik, die haben das da liegen und es tut keiner was.“ Aus der Sicht von Kaindlstorfer müsse jetzt der nächste Schritt getan werden: So müsse man in die Detailplanung gehen, um diese dann mithilfe von Förderungen umzusetzen. Natürlich müsse aber auch hier der Aspekt des Hochwasserschutzes gegeben sein.


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