Gramastettner Rainer Bräuer will als Spiele-Entwickler weltweit durchstarten: Erstes Spiel "Labyrint Spin" ein Hit in Skandinavien
GRAMASTETTEN. Spiele sind seine Leidenschaft, ganz gleich ob es sich um Karten- oder Brettspiele handelt: die Rede ist von Rainer Bräuer aus Gramastetten, der kurzer Hand einfach selbst unterhaltsame Spiele für Jung und Alt entwickelt. Als Hobby nebenbei. Sein erstes Brettspiel „Labyrint Spin“ erobert nun den Markt in Skandinavien. Was es damit genau auf sich hat, verrät der ehemalige Tips-Redakteur im Tips-Talk.

43 Jahre ist Rainer Bräuer alt, in seinem Herzen pocht die Spielleidenschaft eines Kindes. Einfache, unterhaltsame Karten-, Brett- oder Geschicklichkeitsspiele faszinieren ihn selbst am meisten - und genau diese erfindet er auch selbst. Und so kam ihm einst während seines Studiums der Publizistik in Wien die Idee, einfach selbst Spiele für Groß und Klein zu erfinden, basteln, entwickeln. „Ich hab schon einige Prototypen zuhause“, verrät der ehemalige Tips-Redakteur, der heute im Bereich Digitales Marketing hauptberuflich seine Brötchen verdient.
Bräuer: „Die besten Ideen kommen in der Bewegung“
Wie der in der Gemeinde als „Whisky“ bekannte Gramastettner auf seine Ideen kommt? „Etwa im Austausch mit anderen Spiele-Erfindern. Aber die besten Ideen fallen mir während der Bewegung in der Natur, in der Ruhe, ein“, so Bräuer, der zwei Brüder hat.
Sein erstes erfundenes Spiel „Die mittlere Karte“ wartet noch auf die Veröffentlichung
Sein erstes von ihm erfundenes Spiel heißt „Die mittlere Karte“, das liegt aber schon Jahre zurück. Im Zuge eines Drehs eines Musikvideos, bei dem der Kindskopf selbst eine kleine Rolle als Schauspieler hatte, lernte der Kommunikationswissenschafter eine in Österreich entscheidende Spieleagentin der Wiener Spieleagentur White Caslte Games kennen. „Ihr habe ich mein erstes Kartenspiel gezeigt. Sie war gleich davon begeistert, bot mir an, dafür einen Verlag zu suchen, der es rausbringt“, so der Gramastettner. Immer wieder zeigten sich Verlage an der Idee „Die mittlere Karte“ interessiert, veröffentlicht wurde es bis dato allerdings noch nicht: „Hier tauchen immer wieder kleine Macken auf, ich arbeite an der Verbesserung, hoffe , dass sich das Spiel dann in ein zwei Jahren im deutschsprachigen Raum durchsetzen wird“, klärt der 43-jährige Single auf.
Wie lange dauert es überhaupt, von der Idee über den Prototypen bis hin zur Veröffentlichung auf dem Markt? „Es ist bei Spielen ganz normal, dass es ein Jahr oder gar mehrere Jahre dauert, bis es veröffentlicht wird. Man braucht als Spieleautor auf jeden Fall viel Geduld“, erklärt Bräuer, der aus Erfahrung weiß, dass man die Spiele im Zuge der Entwicklung oft vielfach komplett umbauen muss.
Prototypen: „Spiele-Test“ mit Spieleautoren und Freunden
Seit diesem Zeitpunkt nimmt Bräuer regelmäßig an Spieleautoren-Stammtischen teil, testet mit anderen österreichischen Spieleautoren Prototypen, tauscht sich unter Gleichgesinnten aus. Dorthin nimmt er seine Spiele aber nur mit, wenn diese zuvor im privaten Kreis im Testmodus mit Freunden und Bekannten gut angekommen: „Da sieht man gleich, ob es Potenzial haben könnte. Da merkt man gleich, ob das Spiel Spaß macht, für welches Alter es geeignet ist, ob es schon flüssig geht oder noch wo ins Stocken gerät“, so Bräuer. Und ergänzt: „Wenn es bei den Freunden und am Spieleautoren-Stammtisch Gefallen findet, stelle ich die Idee der Spieleagentin vor. Denn ein Spiel, welches nur mir als Erfinder gefällt, macht ja keinen Sinn.“
Erstes veröffentlichtes Spiel des Gramastettners: „Labyrint Spin“ in Skandinavien
Sein langes Tüfteln am Geschicklichkeits-Brettspiel „Labyrint Spin“ hat sich ausgezahlt, es wurde vom Verlag Martinex in Skandinavien veröffentlicht, wo es am Markt bei den Spielfreunden gut ankommt. Wie viel man da verdient? „Ich habe eine Vorauszahlung für eine gewisse Anzahl an verkauften Spielen erhalten. Und wenn wieder mehr verkauft wird, gibt es wieder Geld dafür“, verrät der sympathischer Mühlviertler. Er erhält quartalsmäßig Abrechnungen, wieviel Stück verkauft wurden. Einen vierstelligen Betrag hat der mit diesem Brettspiel schon nebenbei verdient. Sein Ziel: „Eines meiner Spiele in Österreich und Deutschland zu veröffentlichen.“


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