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Jagd: Revier-Rundgang im Frühling mit Jäger Josef Märzinger aus Neußerling, Gemeinde Herzogsdorf

Mag. Jacky Stitz, 16.05.2023 10:00

HERZOGSDORF. „Jetzt im Frühling steht die Rehkitz-Suche im Vordergrund“, betont Jagdleiter Josef Märzinger beim Rundgang mit Tips im Wald. So können allein in seinem Jagdrevier „Herzogsdorf 2-Neußerling“ jedes Jahr im Schnitt 25 Rehkitze vor dem grausamen Tod durch Mähdrescher bewahrt werden. „Doch es stehen auch weitere Aufgaben an“, sagt der 36-Jährige. Welche das sind, verrät der im Hauptberuf bei der Feuerwehr beschäftigte Vater zweier Kids im Tips-Talk.

Jäger Josef Märzinger nimmt seine beiden Kinder mit auf die Jagd. (Foto: Privat)
  1 / 4   Jäger Josef Märzinger nimmt seine beiden Kinder mit auf die Jagd. (Foto: Privat)

36 Jäger zählt seine Jagdgesellschaft, drei davon sind Frauen. Märzinger selbst ist erst vor ein paar Jahren zur Jagd gekommen: „Mein Opa war begeisterter Jäger. Auch mein Papa ist Jäger, da liegt wohl auch bei mir die Leidenschaft zum Thema Jagd im Blut.“ Im Brotberuf als Angestellter bei der Feuerwehr in der Voest tätig, liebt er neben seiner Familie und dem Zweitberuf Baggerfahrer vor allem die Jagd: „Die Natur gibt einem einfach so viel.“

Frühlingsgefühle in der Natur

Im Frühling gibt es vieles zu tun: Vor allem werden vor der ersten Mahd der Wiesen genau diese auf junge Rehe abgesucht: „Wir haben ein gutes Miteinander mit der Bauernschaft. Die Landwirte melden sich bei uns, bevor sie mähen und wir Jäger gehen die Wiesen ab. Das funktioniert teils auch mit Drohnen. So können wir das Leben der Tiere retten und einen unnötigen Tod verhindern.“ Märzinger warnt davor, unüberlegt wilde Jungtiere mit den Händen anzugreifen: „Unser Geruch haftet dann an ihnen, die Mutter nimmt sie nicht mehr an.“

Beim Rundgang durch den Wald kontrolliert Märzinger auch gleich die Spender mit den Salzlecksteinen: „Die nehmen die Rehe gerne an, beinhalten Mineralien und Spurenelemente.“ Zudem werden Rehe gefüttert, Fallen kontrolliert. Und auch die Hochstände, speziell die Leitern, werden unter die Lupe genommen: „Damit keine Unfälle passieren.“ Aber auch Bewusstseinsbildung steht am Programm: „Wir setzen Hecken mit unseren Volksschülern, diese bieten Lebensraum für Wildtiere, Insekten und Vögel.“ Auch Pflanzenkunde, Hundevorführungen und Verhalten von Tieren und Menschen stehen am Bildungsprogramm. Und man schaut, dass der Wald klimafit wird. Aber auch im Straßenverkehr verletzte Tiere werden von den Jägern erlöst: „Jetzt kommt es verstärkt zu Unfällen mit Rehen, vor allem in der Dämmerung“, weiß der Jäger und ersucht die Verkehrsteilnehmer zur Rücksichtnahme, Vorsicht und angepasster Geschwindigkeit. Besonders wichtig im Frühjahr: Das Gespräch mit den Erholungssuchenden in der Natur suchen: „Jungtiere nicht angreifen, am Weg bleiben und den Müll vom Ausflug bitte wieder mit heim nehmen“, ruft Märzinger zur Rücksichtnahme auf.

Die Jagdsaison wurde mit 1. Mai auch wieder eröffnet. Ob er sich denn aufs Schießen freut? „Das macht nur den kleinsten Teil der Arbeit eines Jägers aus. Und bedeutet zeitgleich auch, dass wir ein regionales Lebensmittel bekommen. Nämlich hochwertiges Wildfleisch direkt aus unserer Umgebung“, so der Jagdleiter, der besonders gern gegrillten Maibock mag: „Kurz gebraten“.

Causa Wolf

Dem Wolf steht er kritisch gegenüber, zumal in seiner Umgebung dieser schon Tiere gerissen hat: „Die Bevölkerung ist verunsichert, speziell die Landwirtschaft mit kleinen Tieren hier betroffen. Und zerfetzte Tiere lösen auch in unseren Kindern was aus. Hier ist die Politik gefordert“, betont Märzinger. Und wie reagiert man am besten, sollte man einem Isegrim begegnen? „Laut sein, klatschen, auffallen. Im Idealfall läuft er dann weg.“


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