Jägerschaft aus Urfahr-Umgebung setzt bei Rehkitz-Rettung auf moderne Drohnen
URFAHR-UMGEBUNG. Noch bis Ende Juni sind die Jäger und Drohnenpiloten der Jägerschaft im Bezirk unterwegs, um ehrenamtlich junge Rehkitze vor dem Mähtod zu bewahren. Tips hat sich beim Lokalaugenschein von Drohnenpilot Manuel Ecker und Jäger Bernhard Enzenhofer, beide Jägerschaft Zwettl/Rodl, zeigen lassen, wie man mit moderner Technik heute Wildtiere schützen kann. Auf diese Art der Rehkitzrettung setzt seit heuer auch die Jägerschaft Bad Leonfelden 2, hier wurde eine Drohne angeschafft.

Meist sehr zeitig, schon ab 4.30 Uhr, startet Drohnenpilot und Jäger Manuel Acker aus Zwettl mit dem Drohnenflug. Das hat mit der Temperatur des Wetters, der Körpertemperatur des Rehkitzes und der Anzeige der Wärmebildkamera zu tun. „Wird es zu warm, gibt es keine eindeutigen Bilder, Tiere könnten übersehen werden“, klärt der 38-Jährige auf. Für die Steuerung der Drohne braucht man auch einen eigenen Schein, den man in Form eines Onlinekurses erhält. Die Drohne gehört der Jägerschaft Zwettl, seit rund vier Jahren ist sie im Einsatz, Kostenpunkt 5.000 Euro aufwärts, immerhin braucht es auch Akkus und eine leistungsstarke Powerbank. Unterstützung kam hierbei auch von der Gemeinde und den örtlichen Bauern.
Was einst die Stecken waren, sind heute die Drohnen
Früher ging man händisch mit Stecken die Wiese auf der Suche nach Kitzen ab, die hier quasi in den ersten Lebenswochen ihr Zuhause haben. Heute fliegt man ganz einfach mit der Drohne über die Kinderstube der Rehe, über große Wiesenflächen. Wird ein Kitz im hohen Gras von der Drohne erfasst, kommt der Bodentrupp zum Zug. Wie etwa Jäger Bernhard Enzenhofer aus Gramastetten, der dann aufgrund ihm zuvor übermittelter Daten und Koordinaten genau weiß, wo in der Wiese sich das junge Kitz geduckt versteckt hält. Er zieht sich Handschuhe an, nimmt etwas Gras dazu, legt das aufgespürte Jungtier in eine verschließbare, luftdurchlässige Box. Diese wird am Rand der Wiese im Schatten, etwa unter einem Baum, vorübergehend abgestellt. Sobald der Landwirt mit dem Mähen der Fläche fertig ist, lässt man das kleine Reh wieder frei. Es kehrt zurück zu seinem Platz und die Geiß findet ihren Nachwuchs wieder. Erst wenn die Jungen etwas älter sind, gehen sie mit ihrem Muttertier mit in den Wald.
Aasteile würden auch Heu verunreinigen
Die Suche mit der Drohne hat mehrere Vorteile, für die Tiere selbst und auch für die Bauern: So verhindert man, dass ein Kitz vom Mähwerk erwischt und schwer verletzt wird. Ein qualvoller Tod wird den Tieren damit erspart. Und auch das Mähgut, welches am Futtertisch in erster Linie Rindern und Pferden vorgelegt wird, bleibt somit sauber. Denn kommen Kadaverteile ins Heu, verdirbt dieses und schadet gesundheitlich auch jenen Tieren, die es fressen.
„In unserer Kitzrettungs-Whats App-Gruppe wird gemeldet, wann und wo welche Wiesen in der Gemeinde Zwettl an der Rodl gemäht werden. Und dann sind wir als Jägerschaft am Zug.Wir arbeiten mit den Bauern zusammen“, klärt Jäger Enzenhofer auf.
Neue Drohne seit heuer auch in Bad Leonfelden im Einsatz
Bei der Jägerschaft „Bad Leonfelden 2“ setzt man seit heuer auch auf modernste Technik, eine Drohne inklusive Zubehör wurde von den Jägern angeschafft, Kostenpunkt rund 8.500 Euro, wie Drohnenpilot und Jäger Georg Traxler (35) aus Hellmonsödt berichtet. „Durch ihren Einsatz braucht man auch die Wiese nicht mehr zertrampeln, weil man gezielt zum Kitz geht. Für etwa acht Hektar Wiese brauche ich mit der Drohne eine halbe Stunde zum Absuchen“, nennt er Vorteile.
„Wir wollen einfach, dass nicht sinnlos Tierleid entsteht“, sind sich die Jäger einig. Sie geben einen Tipp: Sollte man ein gesundes Rehkitz in der Natur finden, bitte keinesfalls mit bloßen Händen angreifen, sondern in Ruhe lassen. Denn der menschliche Geruch vertreibt das Muttertier. Im Zweifelsfall die örtliche Jägerschaft kontaktieren.


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