Das Reich des Wachtelkönigs
OBERÖSTERREICH. Jetzt kommt der seltenste Wiesenvogel Oberösterreichs, der Wachtelkönig, aus seinen Winterquartieren im südlichen Afrika zurück.

Wer Beobachtungen von diesen vorwiegend in der Nacht laut rufenden Vögeln bekanntgibt, hilft dem landesweiten Artenhilfsprogramm. Erste Meldungen für 2017 liegen aus Enns und Grieskirchen bereits vor. Der kaum verwechselbare, bis zu einem Kilometer weit hörbare Wachtelkönig-Gesang kann auf der Projekt-Homepage verglichen werden. Landwirten, die Brutwiesen bewirtschaften, wird eine Entschädigung für verspätete Mahd zum Schutz der Gelege und Jungvögel von 630 Euro pro Hektar jährlich angeboten. Auf diesem Weg versucht die Naturschutzabteilung des Landes gemeinsam mit den Nachbarländern diesen europaweit bedrohten Vogel vor dem Aussterben zu bewahren. In der Vorjahressaison 2016 wiesen die Wachtelkönige in den Bezirken Rohrbach und Urfahr-Umgebung die bedeutendsten Brutvorkommen von ganz Oberösterreich auf, vor allem im Gebiet an der tschechischen Grenze. Jedenfalls zählt die Region auch 2017 zum Hoffnungsgebiet für Vorkommen. Erfreulicherweise war die Akzeptanz des Schutzprogramms durch die Landwirte im Bezirk Rohrbach bislang hoch. Auch heuer hofft der Projektverantwortliche Harald Pfleger auf rege Beteiligung durch Bevölkerung und Landwirte beim regionalen Artenhilfsprojekt.
Wie erkennt man Wachtelkönige
Wachtelkönige können in Oberösterreich praktisch in allen Kulturlandschaften auftauchen, bevorzugt in Wiesen, gelegentlich auch in Getreidefeldern. Sie rufen dort von Anfang Mai bis Mitte Juli, vor allem in der Nacht und in den Dämmerungsstunden mitunter stundenlang ihr lautes, mechanisch klingendes zweisilbiges Crex-crex. Dies ist das Haupterkennungsmerkmal dieser tagsüber sehr versteckt in dichter Wiesenvegetation lebenden, etwa 25 Zentimeter großen hühnerähnlichen Vogelart, die aber zur Gruppe der Rallen gehört. Nur ausnahmsweise ist sie zu sehen, zum Beispiel wenn sie bei Mäharbeiten mit hängenden Beinen auffliegt. Zum Unterschied ruft die zu ähnlichen Zeiten in Wiesen und Feldern aktive Wachtel rhythmisch etwa „pik tik tik“, das vom Erscheinungsbild nicht unähnliche, aber kaum nachtaktive Rebhuhn dagegen „kerrick“. Bei Unsicherheiten hinsichtlich der Rufe ist es ratsam, die Lautäußerungen ohne Betreten der Brutwiesen mit Handy oder Digitalkamera aufzunehmen und mit Wachtelkönig-Rufen auf der Seite www.naturundmensch.com zu vergleichen:


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