Spezielles Training hilft Betroffenen bei Demenz
URFAHR-UMGEBUNG. Demenz kann viele Gesichter haben. Um Betroffene und Angehörige mit dieser Krankheit nicht alleine zu lassen, gibt es die MAS Alzheimerhilfe. Diese hilft mit unterschiedlichen Angeboten.

„Wenn Sie sich Sorgen um Ihr Gedächtnis machen oder vermuten, dass Ihr Angehöriger an Demenz leiden könnte oder Sie sich einfach geistig fit halten möchten, sind Sie in der Demenzservicestelle der MAS Alzheimerhilfe an der richtigen Stelle. Das Team, bestehend aus Diplom-Sozialarbeiterinnen, Psychologinnen und MAS Demenztrainern, beantwortet Fragen rund um Demenz und bietet Beratung, psychologische Abklärung und Früherkennung an“, erklärt Rosa Handlbauer, Sozialarbeiterin der Demenzservicestelle Linz Nord/Urfahr. Herzstück der Arbeit der MAS Demenzservicestellen ist das stadiengerechte MAS Demenztraining. Dieses Trainingsangebot wurde speziell für Menschen mit Gedächtnisproblemen entwickelt und findet in kleinen Gruppen statt. Handlbauer: „Dabei geht es nicht um Leistung, sondern um ein motivierendes, druckfreies Training der Gehirnfunktionen, das Spaß machen soll.“ Die Demenzexpertin weiß um den Erfolg der Trainingsgruppen. Das Angebot macht in allen Stadien der Vergesslichkeit oder Demenz Sinn. „Das Training in der Gruppe fördert das soziale Miteinander und verbessert oft die Situation“, erklärt Handlbauer. Karin Laschalt, Leiterin der Demenzservicestelle Linz Nord/Urfahr ist wichtig, dass betroffene Familien nicht bis nach Linz fahren müssen, um an einem Training teilzunehmen. „Mittlerweile haben wir Trainingsgruppen in Ottensheim, Oberneukirchen, Puchenau, Feldkirchen, Gallneukirchen und neu jetzt auch in Bad Leonfelden und Walding“, freut sich Laschalt und ist froh um die Unterstützung der Gemeinden und Pfarren, die Räumlichkeiten für die Gruppen zur Verfügung stellen. Das Training findet einmal in der Woche statt und wird vom Land OÖ und der ÖGK empfohlen und gefördert. Für Laschalt ist es wichtig, Familien zu informieren, dass sie mit der Erkrankung nicht alleine sind. „Als Demenzexperten können wir Ihnen die Sorgen rund um die Erkrankung zwar nicht abnehmen, aber wir können Ihnen Möglichkeiten der Unterstützung aufzeigen, um den Weg ein wenig zu erleichtern.“
Das Modell der Hausgemeinschaften
Das Diakoniewerk wiederum begleitet die Bedürfnisse von Menschen mit demenziellen Erkrankungen mit einem speziellen Begleitkonzept. Dabei wird Menschen im Alter ein Wohn- und Lebensumfeld ermöglicht, welches weitestgehend gewohnte Strukturen und Normalität aufrecht erhält und vertraute Tagesabläufe beibehält. In den „Häusern für Senioren“ des Diakoniewerks leben Menschen im Alter in „Hausgemeinschaften“, in denen die Bewohner die Möglichkeit haben, sich aktiv am Alltag zu beteiligen. Die Tagesabläufe orientieren sich „am normalen Leben“ in den eigenen vier Wänden. Es wird gemeinsam gekocht, gemeinsam Gemüse geschnitten, abgewaschen, die Wäsche versorgt und der Tisch gedeckt – kurz Alltagstätigkeiten, die auch in jedem Privathaushalt zu erledigen sind. Jeder trägt bei, was er kann und mag. Dadurch werden individuelle Fähigkeiten und Interessen sowie die Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit möglichst lange erhalten. Das Diakoniewerk ist österreichweit jener Träger, der Pflegeheime als erster auf das Modell der Hausgemeinschaften umgestellt hat und damit die breiteste Erfahrung hat. „Die Überschaubarkeit, die Kleinheit und die am normalen Alltag orientierten Abläufe ermöglichen vor allem Bewohnern mit Demenz Wohlbefinden und Orientierung und damit Sicherheit“, erklärt Daniela Palk, Vorständin im Diakoniewerk.


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