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Jäger aus Zwettl: "Wildbret-Saison mit hochwertigem Fleisch aus der Region eröffnet"

Mag. Jacky Stitz, 19.09.2022 11:32

ZWETTL. 17Jäger gibt es in Zwettl, sogar eine Frau ist hier mit aktiv. Jäger Reini Grillnberger ist einer von ihnen und nahm Tips mit zum Lokalaugenschein auf den Jägerhochstand - und klärte dabei über seine Tätigkeit auf. Dabei räumte er gängige Vorurteile aus dem Weg und zeigt zudem den kulinarischen Wert des regionalen Wildbrets auf. „Das hochwertige Fleisch unserer Rehe kommt aus der Region und wird jetzt im Herbst von Gastronomen zu schmackhaftem Genuss veredelt“, so der 46-Jährige.

  1 / 4   Jäger Reini Grillnberger aus Zwettl selbst mag regionales Wildfleisch: "Die Tiere hatten ein schönes Leben in der Natur, der oft qualvolle Transport zum Schlachthof fällt weg, da sie direkt in der eigenen Umgebung erlegt werden." (Foto: Jacky Stitz)

Ein eher spätberufener Jäger ist Reini Grillnberger, der erst sein ein paar Jahren der aktiven Jägerschaft in Zwettl angehört. „Als Kind hat mich der Nachbar aus Eidenberg, er war ein angesehener und leidenschaftlicher Jäger, oft zur Jagd mitgenommen“, erinnert sich Grillnberger, der heute in Zwettl wohnt. Da hat ihn die Jagd dann schnell in ihren Bann gezogen - und nicht mehr losgelassen. Was ihn besonders daran fasziniert? „Die Natur, die Landschaft, die Tiere - und die Ruhe“, berichtet der 46-Jährige.

Jetzt ist „Wildzeit“ - regionale Köstlichkeiten frisch auf dem Teller

Im Herbst ist in Oberösterreichs Wirtshäusern traditionelles Wild-Essen angesagt - und hier kommen auch die Jäger ins Spiel: „Jedes Reh, das erlegt wird, wird zu 100 Prozent verwertet“, so der Zwettler. Abnehmer sind regionale Gastronomen, Rehfleisch wird aber auch an Privatkunden direkt vermarket. „Mir ist bewusst, dass ein Tier durch meinen gezielten Schuss sein Leben verliert. Daher ist es auch so wichtig, alles vom Tier zu verwerten und verwenden. Dieses Fleisch ist kostbar und hochwertig“, so der 46-Jährige, der betont: „Ich jage waidgerecht. Das Tier ist vor dem gezielten Schuss keinem langen Transport zum Schlachthof ausgesetzt, lässt sein Leben in der gewohnten Umgebung. Stressfrei, schmerzfrei, ohne Leid. Ich selektiere auch ganz genau und schieße nicht aus Jux und Tollerei. Regionaler und tierfreundlicher kann Fleisch für den menschlichen Verzehr nicht sein.“

Doch was ist das Besondere am selbst geschossenen Wildfleisch? „Das Reh ist selber ein Feinschmecker. Es frisst am liebsten frische Knospen - das spiegelt sich im herrlichen Geschmack des Fleisches wider“, so der Jäger, der zur Jagdberechtigung auch eine spezielle Ausbildung machen musste. Da das Wild im Mühlviertel eigentlich immer in Bewegung ist, ist auch sein Fleisch schön mager - und regionaler kann quasi kein Frischfleisch sein, kommt es doch direkt von Wald oder Wiese auf den Teller, ohne qualvolle, lange Transporte. Das kommt natürlich auch dem Klima zugute.

Tipp des Jägers: „Rehfleisch schmeckt nicht nur im Herbst hervorragend. Es eignet sich auch ideal zum Grillen im Sommer, kann man problemlos jetzt frisch einfrieren“. Und was passiert mit Wildfleischresten? „Die werden zu hochwertigem Hundefutter für unsere Jagdhunde verarbeitet. Ganz ohne Farbstoffe und Geschmackverstärker. Auch für unsere Vierbeiner gibt es somit qualitativ nur das Beste. Weggeschmissen wird nichts“, klärt Grillnberger auf.

Ob ihm der Abschuss eines Tieres selbst nicht nahe geht? „Aber sicher doch! Ich muss auch gezielt entscheiden, welches Tier geschossen wird. Aber genau da weiß ich dann, woher das Fleisch kommt, wie es gefüttert wurde, was es gefressen hat und wie es gelebt hat. Und wo kann man dies besser nachvollziehen, als bei der regionalen Jagd?“, so der Jäger.

Eine Jagd - viele Aufgaben

Zu den vielfältigen Aufgaben der Jagd gehört die Naturpflege, Kontaktpflege mit der regionalen Bauernschaft, Fütterung des Wilds im Winter und das Kitzaustreiben im Frühjahr, um die Jungtiere vor dem Mähtod zu retten. „Der Abschuss stellt wirklich nur den aller kleinsten Anteil in der Arbeit eines Jägers dar“, klärt der 46-Jährige, der im Alltag Busfahrer ist, auf. Es ist die Liebe zur Natur, die Grillnberger als Jäger zu schätzen weiß: „Negative Vorurteile gegenüber der Jägerschaft kommen aus vergangenen Zeiten: „Aus der Adelszeit, wo es der Herrschaft erlaubt war, ungefragt über Bauernland zu reiten und so zu jagen, wie es ihnen gefällt. Tiere wurden als Trophäen gesammelt. Doch das gehört heute längst der Vergangenheit an, denn die Jagd ist ein teures Hobby, allein die Ausbildung kostet ab rund 2.500 Euro aufwärts, das Einstiegszubehör gebraucht beginnt auch bei rund 7.000 Euro. Und jemand, der das investiert, überlegt sich genau, was er tut.“


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