Altenberg - vom Leistungssport zur Top-Lehrkraft
ALTENBERG. Für Kinder ist Bewegung natürlich. Sie treffen Freunde und können. Spaß haben. Einige hingegen wollen mehr. Ihre Begeisterung für Wettkämpfe – erst auf regionaler bis hin zur internationalen Ebene – lässt sie immer härter trainieren und an ihre Grenzen gehen. Was sie dabei für ihr weiteres Leben lernen – und was sie als Lehrkraft im Rahmen des Teach For Austria Leadership-Programms und als Vorbild – an ihre Schüler weitergeben möchte, zeigt das Beispiel von Gina Blum aus Altenberg.

Für die sogenannten Teach For Austria Fellows – wie auch für ihre Eltern – hat Bildung einen hohen Stellenwert. Darum wurden sie beim Lernen und ihrem sportlichen Engagement von Anfang an unterstützt. So auch Gina Blum: die 26jährige aus Altenberg bei Linz hat mit ihren sechs Geschwistern von klein auf im Schwimmverein trainiert und war bei Staatsmeisterschaften als jüngste Teilnehmerin erfolgreich. „Ich habe mich jeden Tag aufs Training gefreut und war immer vorne dabei. Mein Ansporn war, Medaillen zu gewinnen, mein Traum die EM oder Olympia.“ Aber dann zwang sie eine Verletzung zur Pause. Trotz Schmerzen hat Gina weiter trainiert, Nach der Matura ging sie zum Studium in die USA, wo sie auch im College-Team gut mithalten konnte. „Beim Schwimmen muss man Zeit investieren, trainieren und noch mehr trainieren – und danach noch lernen. Durch das Training weiß ich aber, dass es ok ist, dass man Fehler macht oder sich mit etwas schwer tut. Und man muss Ehrgeiz entwickeln und darf nicht aufgeben.“
Kinder wollen sich bewegen
Darauf setzt die 26jährige seit September auch als Teach For Austria Fellow an der Mittelschule 23 in Linz: „Wenn jemand ein Problem hat, schauen wir uns das an, entwickeln eine Lösung und arbeiten daran, immer und immer wieder. Denn es ist alles machbar, man muss nur an sich glauben. Und es ist ok, wenn man Hilfe benötigt – da braucht natürlich jeder etwas anderes.“ Blum will auch den Zusammenhalt in der Klasse fördern: „Teamgeist – also einen anderen Schüler zu unterstützen – funktioniert oft nicht. Ob im Sport oder beim Lernen: wir sind ein Team, in dem wir einander helfen und uns nicht gegenseitig runtermachen. Ich versuche gerade, so eine Kultur zu etablieren.“ Das ist auch im Sportunterricht ein Thema. „Die Kinder wollen sich bewegen, auch wenn sie von Haus aus in der Regel kaum Sport betreiben und wenig Kontrolle über ihren Körper entwickelt haben. Für mich als Sportlerin ist wichtig, dass man seinen Körper kennenlernt und versteht, was er braucht, was ihm guttut und was nicht. Ich habe selbst nie geschaut, ob ich Erste war, sondern ich wollte wissen, ob ich schneller hätte sein können, ob ich alles gegeben habe. Man lernt im Leistungssport, die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, auch dafür, dass man gut genug trainiert – und man wird früh erwachsen. In der Schule ist es meine Aufgabe herauszufinden, welche Bewegungen den Kindern Spaß machen, und wie dieser Spaß genutzt werden kann, um sie für aktive Bewegung und Sport zu begeistern.


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