Lois Sattleder im Portrait: "Ich bin bemüht, den Tag zu nützen"
VÖCKLABRUCK. Viele Anekdoten und Geschichten weiß er zu erzählen, Lois Sattleder aus Vöcklabruck. Der 75-jährige ehemalige Stadtrat gilt als Gründervater der Volkshilfe Vöcklabruck, auch in vielen weiteren Bereichen ist seine Arbeit nicht wegzudenken.

Oftmals wird er als das „soziale Gewissen“ der Stadt bezeichnet. Zurecht: So hat Sattleder die Volkshilfe Vöcklabruck, Gmunden und auch Ried aufgebaut, war in Vöcklabruck lange Zeit auch Geschäftsführer. „Wir haben die erste mobile Altenbetreuung in einem Landbezirk gestartet, heute ist das alles selbstverständlich,“ erinnert er sich.
Franzobel-Stück zur Volkshilfe
Gerade jährte sich auch die Uraufführung des Stücks „Kreisky. Ein Stück zur Volkshilfe“, zum zehnten Mal. Franzobel schrieb das Stück als Auftragswerk zu 60 Jahre Volkshilfewerk – und nahm dafür Erzählungen von Sattleder als Grundlage, „natürlich mit schriftstellerischer Freiheit“, schmunzelt Sattleder.
Viele weitere soziale Einrichtungen gehen auf die Arbeit von Sattleder und Mitstreitern zurück – so etwa das Sozialzentrum mit der Notschlafstelle, die Sozialberatungsstellen im Bezirk, die Schuldnerberatung oder das Mauthausen Kommitee Vöcklabruck.
Im Dienste der Allgemeinheit
„Ich bin bemüht – 'Carpe Diem' – den Tag zu nützen und das Beste daraus zu machen. Und irgendwo fühlt man sich verpflichtet, wenn man gesund ist, etwas zu tun was der Gemeinschaft nützt. Das ist – wenn man will – das sozialdemokratische, aber auch das christliche Gewissen.“
„Linker Christ“
Sattleder führte von Kind an ein christlich geprägtes Leben, „später wurde ich immer mehr linker Christ und immer schärfer. Wir haben in Linz demonstriert für Che Guevara, aber auch gegen die konservative Kirche.“
Immer am Rad unterwegs
20 Jahre lang war Sattleder Verkehrsstadtrat, er selbst ist leidenschaftlicher Radfahrer – man hat ihn sicherlich bereits vorbeiflitzen sehen, mit seinem Kennzeichen: „VB Lois 1“. „Seit 1977 fahre ich mit dem Rad. Seit meinem 50. Geburtstag habe ich kein Auto mehr; wenn es wirklich sein muss, leihe ich es mir von meiner Frau“, erzählt er. Im Radius von bis zu 15 Kilometern fährt Sattleder mit dem Rad. „Das funktioniert. Ich habe damals, in meiner jugendlichen Einfalt gehofft, dass das andere nachmachen,“ schmunzelt er.
„Vöcklabruck soll schöne, lebenswerte Stadt sein“
Auch auf seine Familie ist er sehr stolz: Ehefrau, drei Kinder, zwei Schwiegerkinder, vier Enkelkinder.“Ich bin jetzt 75 Jahre alt und ja, jeder Tag ist ein Geschenk wenn man gesund ist“, ist er noch lange nicht müde. „Vöcklabruck soll eine schöne, lebenswerte Stadt sein – da gäbe es natürlich noch viele Ideen. Mittlerweile habe ich aber zur Kenntnis genommen, dass halt nicht alles geht. Aber es war einiges möglich im Laufe meiner 75 Jahre.“


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