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VÖCKLABRUCK. 29 Religionslehrer wurden im Linzer Mariendom von Bischof Manfred Scheuer in ihren Dienst gesendet, davon auch Lehrer aus dem Bezirk. Bischof Manfred Scheuer in seiner Predigt: „Guter Religionsunterricht vermittelt Hoffnung. Wer Hoffnung hat, traut sich und anderen etwas zu.“

Bischof Manfred Scheuer (2. v. r.), Generalvikar Severin Lederhilger (1. v. r.), der Direktor des Bischöflichen Schulamtes Anton Birngruber (1. v. l.) und der Rektor des Schulamtes der Diözese Linz Christoph Baumgartinger (2. v. l.) mit den gesendeten Religionslehrern. (Foto: Diözese Linz / Haijes)

Das Thema der Sendungsfeier lautete „Losgelöst und fest verankert“. Vorgestellt wurden die Kandidaten für die Sendung durch den Direktor des Bischöflichen Schulamtes Anton Birngruber, der den neuen Religionslehrer seinen Dank für die Bereitschaft zum kirchlichen Dienst aussprach. Mit Bischof Scheuer feierten Generalvikar Severin Lederhilger und der Rektor des Schulamtes der Diözese Linz Christoph Baumgartinger. Die Gesendeten erhielten von Scheuer das Sendungsdekret und eine Bibel. Musikalisch gestaltet wurde die Feier von einem Vokalensemble unter der Leitung von Domkapellmeister Andreas Peterl. An der Orgel musizierte Domorganist Wolfgang Kreuzhuber.

„Guter Religionsunterricht fördert und ermöglicht Selbstbestimmung, Achtsamkeit und Solidarität“

Scheuer ging in seiner Predigt auf die beiden Pole „Anker“ und „Losgelöstsein“ ein: „Der Anker löst positive Emotionen aus. Wir bezeichnen Tätigkeiten, aber auch liebe Menschen, Freundinnen und Freunde oder Ehepartner als Anker, die oft die Basis dafür sind, damit wir uns auf weniger sicherem Terrain des Alltags bewegen können. Aber: Engt er oft auch nicht ein? Kommt beim Anker nicht auch der eingeschränkte Aktionsradius in den Sinn? Braucht es nicht auch die ungezügelte Freiheit, um neue Lebensbereiche zu entdecken und unvoreingenommene Begegnungen zu ermöglichen? Wenn ein Schiff nur vor Anker liegt, braucht man es nicht.“ Losgelöst zu sein verbinde man mit Freiheit und Leichtigkeit, es sei das Gegenteil von verkrampft, zäh, mühsam, anstrengend. Losgelöstsein bedeute gleichzeitig aber auch, ohne Halt, ohne Einwurzelung zu sein, so Scheuer, der in diesem Zusammenhang auf Simone Weil und den für sie zentralen Begriff der „Entwurzelung“ verwies: „Entwurzelung steht im Zusammenhang mit Rivalität, Rechtlosigkeit, Ausbeutung, Würdelosigkeit, Abstumpfung, Minderwertigkeitsgefühl, grenzenloser Erniedrigung, mörderischer Akkordarbeit und Mechanisierung. Entwurzelte Menschen halten es nicht aus, dass andere eingewurzelt sind und Hoffnung leben, es treibt sie dazu, auch andere zu entwurzeln. Umgemünzt auf das Menschsein: Entgrenzte Hemmungslosigkeit führt zu Entsolidarisierung. Freiheit ohne Bindung führt zu Desorientierung.“

Die Religionslehrer hätten sich als Thema ihrer Feier bewusst beide Pole ausgesucht, „weil es beides braucht, um gelingendes Menschsein, aber auch gelungene Berufung zu leben. Ihr habt euch entschieden, als Religionslehrerinnen und -lehrer Kindern und Jugendlichen die Botschaft Jesu, unseren gemeinsamen Glauben, zu erschließen.“ Jesu Botschaft wirke befreiend und habe damit die Eigenschaft der Losgelöstheit. Bischof Scheuer: „Guter Religionsunterricht vermittelt Hoffnung. Wer Hoffnung hat, der kann beginnen, Hoffnungszeichen zu setzen. Wer Hoffnung hat, traut sich und den anderen etwas zu. Guter Religionsunterricht fördert und ermöglicht Selbstbestimmung, Achtsamkeit und Solidarität bei Schülerinnen und Schülern. Aus der Beschäftigung mit unserem Glauben können sie für sich Handlungsoptionen entdecken, die lebensfördernd sind.“ Die Verankerung im Glauben, die Rückversicherung bei der Botschaft Jesu, sei für die Religionslehrer selbst eine unverzichtbare Basis. „Ihr seid euch bewusst, dass ein befreiender Religionsunterricht nur möglich ist, wenn ihr selbst wisst, was euch trägt. Guter Religionsunterricht lebt von der Authentizität der Lehrperson, die sich ihres Glaubens und ihrer Begeisterung für die Sache Jesu ebenso bewusst ist wie ihrer Zweifel und ihrer Ohnmacht. Guter Religionsunterricht lebt von der eigenen Fähigkeit zur Begegnung mit Gott“, zeigte sich Scheuer überzeugt.

Die Gesendeten aus dem Bezirk:

Teresa Görlich, tätig in der Bundeshandelsakademie und in der Bundeshandelsschule Vöcklabruck

Florian Mayr, tätig im Bundesrealgymnasium Schloss Wagrain und im Bundesgymnasium Vöcklabruck


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