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VÖCKLABRUCK. Die ÖGJ Vöcklabruck lud gemeinsam mit dem Mauthausen Komitee die Zeitzeugin Michaela Vidláková zu einem Gespräch nach Vöcklabruck ein. Jugendvertrauensräte aus sechs verschiedenen Betrieben beteiligten sich an der Aktion.

Philipp Pawluk ÖGJ OÖ, Jugendvertrauensrat Jelic Dragutin, Zeitzeugin Michaela Vidlakova und Jugendvertrauensrätin Lea Weninger (Foto: ÖGB)

Neben der Interessenvertretung für Lehrlinge und jugendliche Arbeitnehmer ist bei der Gewerkschaftsjugend ÖGJ die Arbeit gegen Rassismus und Faschismus ein zentrales Thema. Deshalb organisierte die Bezirksgruppe Vöcklabruck mit ihrem Vorsitzenden Dominik Stix ein überbetriebliches Zeitzeugengespräch mit der Überlebenden des KZ Theresienstadt, Michaela Vidláková. Lehrlinge aus sechs verschiedenen Betrieben nahmen an der Veranstaltung teil.

Knapp zwei Stunden berichtete die Zeitzeugin über ihr Leben im Nationalsozialismus. Sie wurde am 30. Dezember 1936 in Prag geboren und als kleines jüdisches Mädchen schon bald mit der Hasspropaganda des Nationalsozialismus konfrontiert. Es begann damit, dass die nichtjüdischen Kinder mit ihr nicht mehr spielen wollten, sie mit ihren Eltern keine Parks und Freibäder besuchen durfte und auch das Mitfahren im Bus oder der Bahn schon bald verboten war. Im Dezember 1942 wurde die sechsjährige mit ihren Eltern ins KZ Theresienstadt deportiert. Wegen der schlechten hygienischen Bedingungen wurde sie schwer krank und kam ins Infektionskrankenhaus. Nur durch Glück und Zufall entging sie dem Weitertransport ins Vernichtungslager Auschwitz. Von ihrer Klasse mit 25 Schülern hat sie als einzige überlebt. „Ihr seid heute hier 130 Jugendliche. Stellt euch vor, ihr begegnet euch in sechs Jahren wieder und es sind nur noch fünf von euch am Leben“, so die Zeitzeugin. Die Jugendvertrauensräte und Lehrlinge bedankten sich bei Michaela Vidláková für die eindringlichen Schilderungen und gaben ihr ein kleines Geschenk mit nach Prag.


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