BEZIRK VÖCKLABRUCK. Im Jahr 2025 unterstützte die Caritas-Sozialberatung im Bezirk Vöcklabruck 99 Frauen und 55 Männer – insgesamt neun Prozent mehr als im Jahr 2024. Zusätzlich wurden 73 Kinder mitversorgt. Diese Hilfe ist ausschließlich durch Spenden möglich. Bis Herbst sind wieder zahlreiche Ehrenamtliche aus den Pfarren für die Caritas-Haussammlung unterwegs, um Menschen in Not zu unterstützen.

Als alleinerziehende Mutter von zwei Kindern steht Doris W. täglich vor großen Herausforderungen. Seit Anfang 2025 arbeitet sie 30 Wochenstunden bei einer Reinigungsfirma – mehr lässt sich mit den Betreuungszeiten ihrer beiden Kinder (drei und zehn Jahre alt) nicht vereinbaren. Trotz ihres Einsatzes reicht das Einkommen kaum für das Nötigste. Der dreiköpfigen Familie stehen rund 1.970 Euro monatlich zur Verfügung. Für Miete und Strom fallen über 900 Euro an. Nach Abzug der Fixkosten bleiben etwa 790 Euro zum Leben – rund 263 Euro pro Person im Monat beziehungsweise weniger als neun Euro pro Tag.
Zusätzlicher Druck entstand durch Schulden nach der Karenz, als mangels Kinderbetreuungsplatz weder Erwerbsarbeit noch Arbeitslosengeld möglich waren. Ein Kontoüberzug war die Folge. Sozialhilfe und Wohnbeihilfe wurden in dieser Zeit nicht gewährt.
In dieser Situation wandte sich Doris W. an die Caritas-Sozialberatung. Neben Beratung half die Caritas mit Lebensmittelgutscheinen. Zudem wurden Gebührenbefreiungen beantragt und offene Kosten für Hort und Krabbelstube übernommen.
Konkrete Hilfe ist entscheidend
„Der Fall zeigt, wie schnell Frauen trotz Arbeit in existenzielle Not geraten können. Niederschwellige Beratung und konkrete Hilfe sind entscheidend“, sagt Michael Felder von der Caritas-Sozialberatung Region Süd in Oberösterreich.
Im Jahr 2025 unterstützte die Caritas oberösterreichweit 12.719 Menschen in Not in 15 Sozialberatungsstellen. Mehr als die Hälfte der unterstützten Frauen war alleinerziehend. Jede fünfte Familie mit Kindern in Österreich ist eine Ein-Eltern-Familie.
Ein wesentlicher Teil der Hilfe wird durch die Haussammlung finanziert. Ehrenamtliche aus den Pfarren gehen von Tür zu Tür oder hinterlassen einen Zahlschein. Die Spenden bleiben in Oberösterreich und ermöglichen rasche Hilfe, etwa durch Lebensmittelgutscheine, Zuschüsse zu Energiekosten, Lernhilfe oder Notunterkünfte.
Nähere Infos zur Caritas-Hilfe und zur Haussammlung mit Online-Spendenmöglichkeit unter www.caritas-ooe.at/haussammlung


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden