Puchkirchner Historiker veröffentlicht Buch
PUCHKIRCHEN. Sein bereits drittes umfangreiches geschichtliches Werk hat der aus Puchkirchen am Trattberg stammende 35-jährige Osteuropa-Historiker Matthias Kaltenbrunner (Universität Wien) verfasst.

Nachdem Matthias Kaltenbrunner bereits 2012 das Standardwerk „Flucht aus dem Todesblock“ über den Ausbruch sowjetischer Offiziere aus dem KZ Mauthausen und die folgende sogenannte „Mühlviertler Hasenjagd“ veröffentlicht hatte, folgte 2017 das nächste umfassende Buch. Nach jahrelangen Recherchen über die Migration aus der Westukraine nach Kanada schloss er „Das global vernetzte Dorf. Eine Migrationsgeschichte“ ab.
Dem nunmehr erschienenen Werk „Der Karabiner von Stalin. Ein sowjetisches Leben zwischen Bürgerkrieg, Konzentrationslager und Gulag“ gingen mehr als zehn Jahre Forschungen in Russland, der Ukraine, Belarus und den USA voraus. Kaltenbrunner hatte sich auf die Spur des ehemaligen Obersten der Roten Armee Nikolaj Novodarov begeben, der schon als Kindersoldat im Bürgerkrieg und später im Zweiten Weltkrieg gekämpft hatte. Er war in deutsche Gefangenschaft und ins KZ Flossenbürg geraten und musste als „Vaterlandsverräter“ viele Jahre im Gulag zubringen, ehe er rehabilitiert wurde. Neben zahlreichen anderen geradezu unglaublich anmutenden Ereignissen und Details verweist der Autor auch auf eine bislang völlig unbekannte Episode mit Oberösterreich-Bezug: Novodarov war im Mai 1945 in einer Uniform der US-Armee an der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen beteiligt. Das Buch basiert auf vielen Gesprächen mit Familienangehörigen und Novodarov nahestehenden Personen sowie auf dem relativ ungehinderten Zugang zu den russischen Archiven, der infolge des Krieges in der Ukraine sicher viele Jahre nicht mehr möglich sein wird. Eingestreute persönliche Erlebnisse und Beobachtungen des Autors im Rahmen der Forschungsreisen beleben die Biografie.


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