Gewaltprävention in Schulen
BEZIRK VÖCKLABRUCK. Jedes fünfte Kind leidet laut einer Studie unter Mobbing und seit Corona sind die Gewaltvorfälle generell in Schulen gestiegen. Im Bezirk bieten Gewaltpädagoge Michael Eichinger und Astrid Miller, Trainerin gewaltfreie Kommunikation, Workshops zur gewaltfreien Kommunikation an.

Kinder und Jugendliche waren und sind von den pandemischen Auswirkungen und den behördlichen Eindämmungsmaßnahmen besonders betroffen. Bemerkenswerterweise traten bei vielen Kindern und Jugendlichen Symptome wie Angst und Depression aber auch Sorgen hinsichtlich einer geminderten Lebensqualität auf. Die Schließungen der Betreuungs- und Bildungseinrichtungen und der damit einhergehende Verlust von gewohnten Strukturen, Abläufen sowie dadurch hervorgerufene Kontaktabbrüche stellten erhebliche Herausforderungen für betroffene Kinder und deren Familien dar. In manchen sozialen Gefügen kam auch noch räumliche Enge und fehlende Ausweichmöglichkeiten während der Eindämmungsmaßnahmen hinzu. Gehäufte familiäre Aggressionsentwicklungen die zu häuslicher Gewalt führten, waren für manche die unausweichliche Folge.
Gewaltpräventionsprogramme sind dringend nötig
Bereits aus früheren Studien ist bekannt, dass belastende Kindheitserlebnisse („adverse childhood experiences“, ACE) das Risiko für Gewalt in intimen Partnerschaften und diese wiederum das Risiko für psychische Probleme der eigenen Kinder erhöhen. Es besteht die berechtigte Sorge, dass sich aufgrund der verschlechterten Lebensbedingungen im Rahmen der durch die COVID-19 ausgelösten Pandemie bereits ausgelebte Gewalt auch im schulischen Bereich verstärkt. Es gibt praktische Belege in Schulen, die einen derartigen Schluss zulassen. Deutlich wird aber gezeigt, dass gerade in Phasen mit pandemischer Belastung die Bedürfnisse von Heranwachsenden und deren Familien während der Eindämmungsmaßnahmen stärker berücksichtigt werden sollten.
Was daher dringend notwendig ist, sind Gewaltpräventionsprogramme in Bildungseinrichtungen. Im Bezirk Vöcklabruck bieten Michael Eichinger (Gewaltpädagoge und Experte für Gewaltprävention) und Astrid Miller (Trainerin gewaltfreie Kommunikation; Expertin für Gewaltprävention) dazu wertvolle Angebote an. Diese richten sich an die Schüler, Eltern als auch Lehrpersonen.
Workshops zur gewaltfreien Kommunikation
Astrid Miller bietet bereits für Volksschulklassen Workshops zur gewaltfreien Kommunikation an. Derzeit läuft in der Volksschule in Bruckmühl (Ottnang am Hausruck) ein Projekt dazu, indem die Kinder, Eltern, als auch die Lehrpersonen einbezogen werden und dazu Vorträge bzw. Seminare erhalten.
Gemeinsam kommen die Beiden auch bei aktuellen Gewaltvorfällen bzw. zu Schwerpunktschulungen zum Thema Gewalt, Sucht, Mobbing, Cyber-Crime, usw. in die Bildungseinrichtungen, egal welche Schulstufe.
Miller und Eichinger verfolgen das gleiche Ziel: Gewalt in Schulen vorzubeugen bzw. diese zu minimieren - in Verbindung mit Bewusstseinsbildung zum Thema Gewalt, Erkennen von Grenzüberschreitungen, Klarheit zu Gewaltformen, Wirkung von Worten, Verantwortung übernehmen für die eigene Sprache bzw. die eigenen Handlungen, Einfühlung in andere Menschen, Stärkung der Lehrpersonen im Umgang mit herausfordernden Situationen usw.
Sie appellieren an alle Eltern und Lehrpersonen hinzusehen und sich diesem wichtigen Thema zu widmen. Bei Interesse gerne melden unter: astridmiller@joas-live.at oder 0676 4427520


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