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Leserartikel Online Redaktion, 11.10.2023 11:14

BEZIRK. Der neu erschienene Kinderbetreuungsatlas der Arbeiterkammer zeigt im Bezirk Vöcklabruck kaum Verbesserungen: weiterhin bieten nur vier Gemeinden vollzeittaugliche Kinderbetreuungs- und -bildungsplätze an.

Präsentation Kinderbetreuungsatlas 2023 der Arbeiterkammer OÖ durch AK-Präsident Andreas Stangl und Erika Rippatha, DHEPS, Leiterin der Stabsstelle Frauen- und Gleichstellungspolitik der AK Oberösterreich"AK-Kinderbetreuungsatlas 2023: Trotz positiver Trends ist das Kinderland Nr.1 noch in weiter Ferne" (Foto: AK OÖ / Wolfgang Spitzbart .)

Mit dem Kinderbetreuungsatlas bietet die Arbeiterkammer Oberösterreich einen umfassenden Überblick über das Angebot an Kinderbildung und -betreuung in Oberösterreichs Kindergärten, Krabbelstuben und der Nachmittagsbetreuung für Volksschulkinder, wie zum Beispiel im Hort. Im Auftrag der AK hat das Institut für empirische Sozialforschung (IFES) die entsprechenden Daten erhoben und ausgewertet.

Vier Kriterien sind für die Gesamt-Kategorienbildung besonders wichtig, um Eltern eine Vollzeitarbeit zu ermöglichen: der Umfang der täglichen Öffnungszeiten, das Angebot eines Mittagessens, die Sommerbetreuung und die Summe der Schließzeiten im Laufe eines Arbeitsjahres in Krabbelstuben, Kindergärten und in der Nachmittagsbetreuung für Volksschulkinder. Zudem wurde das Angebot nach drei Altersgruppen (Unter-Dreijährige, Drei- bis Sechsjährige, Volksschulkinder) aufgeschlüsselt. Gemeinden konnten somit maximal zwölf Kriterien erfüllen.

Vier 1A-Gemeinden im Bezirk Vöcklabruck

Gemeinden, die mindestens elf der zwölf definierten Kriterien erfüllen, werden in der Gesamtkategorie als 1A-Gemeinde eingestuft. Diese höchste Einstufung haben im Bezirk Vöcklabruck heuer Lenzing, Pilsbach, Schwanenstadt und Vöcklabruck erreicht. Somit sind lediglich 7,7 Prozent der 52 Gemeinden im Bezirk Vöcklabruck in der Kategorie 1A zu finden. Der Bezirk liegt damit deutlich unter dem Oberösterreich-Durchschnitt von 18,7 Prozent. Der größte Sprung gelang Schwanenstadt mit der Verbesserung von B auf 1A. Die Gemeinde konnte insbesondere das Betreuungsangebot bei den Unter-Dreijährigen und den Volksschulkindern – unter anderem durch Gemeindekooperationen – entsprechend verbessern.

Frankenmarkt, Regau und Tiefgraben mussten hingegen ihren 1A-Status abgeben. In allen drei Gemeinden sind die Betreuungseinrichtungen für Volksschulkinder länger als fünf Wochen pro Arbeitsjahr geschlossen. Zusätzlich haben Frankenmarkt und Tiefgraben die Schließzeiten in den Ferien und über das gesamte Arbeitsjahr für Drei- bis Sechsjährige verlängert. Auch Regau hat die Schließzeiten für Unter-Dreijährige – über das gesamte Arbeitsjahr gesehen – erhöht.

Überdurchschnittlich viele (26,9 Prozent) der 52 Gemeinden im Bezirk Vöcklabruck fallen in die Kategorie A (OÖ-Schnitt: 21,5 Prozent). 15 Gemeinden (28,9 Prozent) wurden als B-Gemeinde eingestuft, sechs (2022: zwölf) als C- und fünf als D-Gemeinde (2022: vier). Erfreulicherweise musste heuer keine Gemeinde in die niedrigste Gesamt-Kategorie E eingereiht werden. Im Vorjahr waren es noch drei.

Schwaches Angebot für Nachmittagsbetreuung von Volksschulkindern

Auch bei der Betreuung der Volksschulkinder zeigen sich keine spürbaren Verbesserungen. Die Zahl der A-Gemeinden ist nur um eine auf fünf angestiegen (Lenzing, Pilsbach, Redlham, Schwanenstadt und Vöcklabruck). Ihr Anteil beträgt unterdurchschnittliche 9,6 Prozent (OÖ: 22,2 Prozent). Deutlich mehr als die Hälfte der Gemeinden (30) ist der Kategorie C zuzuordnen (2022: 32) und jeweils drei Gemeinden gehören den Kategorien B (2022: drei), D (2022: drei) und E (2022: fünf) an.

Keine Daten aus acht Gemeinden

Acht Gemeinden im Bezirk Vöcklabruck haben keine Daten zum Thema Kinderbetreuung zur Verfügung gestellt. „Dass manche Gemeinden keine Daten zur Kinderbildung und -betreuung vor Ort zur Verfügung stellen, ist bedenklich und ein Zeugnis für den mangelnden Willen zur Transparenz. Die Datenerhebung ist eine große Chance, Erfolgsmodelle kennenzulernen und über Gemeindekooperationen nachzudenken. Dadurch wären sehr viele Verbesserungen zugunsten berufstätiger Eltern möglich, vor allem auch in ländlichen Gemeinden“, so AK-Präsident Andreas Stangl.

Die Ergebnisse des AK-Kinderbetreuungsatlas 2023 mit allen Details (Öffnungszeiten, Gemeindekooperationen, Sonderprojekte usw.) für jede einzelne der 438 oberösterreichischen Gemeinden können Sie unter kba.arbeiterkammer.at einsehen.


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