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Leserartikel Online Redaktion, 03.01.2024 15:18

VÖCKLABRUCK. Die Villa Nothaft in der Bahnhofstraße ist aktuell ein viel diskutiertes Thema. Die Tips Redaktion erreichte dazu ein Leserbrief von Sonja Pickhardt-Kröpfel, Stadträtin aus Vöcklabruck.

Die Redaktion erreichte ein Brief einer Leserin zum Thema "Nothaft-Villa". (Foto: Tips)
Die Redaktion erreichte ein Brief einer Leserin zum Thema "Nothaft-Villa". (Foto: Tips)

Es gibt einen einstimmigen Beschluss des Gemeinderates vom 25. September 2023, wie das Grundstück der Villa Nothaft künftig bebaut werden soll und die Absicht, dies im Bebauungsplan festzuschreiben. Dieser Beschluss enthielt neben dem Erhalt des alten Baumbestandes u.a. auch den Passus, dass die Villa Nothaft erhalten bleiben muss. Dieser Beschluss war mit der Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft Lenzing (GSG) abgestimmt – sie hatte sich bereits vor diesem Gemeinderatsbeschluss, zur Absicht, die Nothaft-Villa zu erhalten, gesprächsbereit gezeigt. In Folge wurde es so im Gemeinderat beschlossen.

Jetzt die Überraschung: die Landesverwaltungsbehörde teilt der Gemeinde Vöcklabruck mit: Ihr dürft so nicht beschließen, dass die Villa erhalten werden muss – dies entspräche nicht dem gültigen Recht. Das mussten wir GemeinderätInnen also jetzt lernen – gesetzestechnisch, sprich „Erhalt per Gesetz“ geht es also so nicht.

Aber niemand hat gesagt, dass die Villa abgerissen werden muss. Eigentlich spricht noch immer alles dafür, dass die Villa erhalten werden soll. Der Erhalt der Villa liegt jetzt also im Ermessen und Goodwill des Käufers, das ist die GSG. Und diese hat ja, wie schon oben erwähnt – durchaus Entgegenkommen gezeigt.

Hier ein paar Gründe, was für die GSG zur Entscheidungsfindung für den Erhalt noch helfen könnte:

  • Ein Erhalt der Villa ist aus ökologischen Gründen sinnvoll: Die „graue“ Energie, die bereits im Gebäude steckt, bleibt auch künftig genützt. Neue Ressourcen werden dadurch eingespart.
  • Ein Erhalt der Villa ist aus ästhetischen Gründen sinnvoll: Die Substanz alter Bauwerke, gut genutzt, gibt uns ein Gefühl über Qualität von Bauwerken, die sich auf die Aufenthaltsqualität der künftigen Benutzer auswirkt.
  • Sanieren anstatt neu zu Bauen ist das neue Bauen! Altes erhalten und sinnvoll integrieren, die Devise.
  • Alt und neu gekonnt verbinden – das ist die neue Kunst. Es gibt dazu viele Beispiele, ein hervorragendes und gelungenes Beispiel steht in Vöcklabruck: die Landesmusikschule in der alten Czerny-Villa.
  • Es braucht nicht immer einen Denkmalschutz, um Altes bzw. Bestehendes zu erhalten. Vielmehr sind die Freiheitsgrade für Architekten viel höher, wenn kein Denkmalschutz am Gebäude haftet, wo viele Lösungen gar nicht möglich wären.
  • Aus Stadtmarketing-Gründen: die Nothaft-Villa steht quasi am Einfahrtstor von Vöcklabruck. Alle Bahnreisenden, die in Vöcklabruck ein- und aussteigen oder auch durchfahren. Hier ein gekonntes Alt und NEU nebeneinander zu verbinden, könnte städtebaulich ein Highlight für Vöcklabruck werden und die Reisenden auf Vöcklabruck neugierig machen.

Mein Fazit: Das Herz muss uns nicht bluten – lasst uns lieber Träumen. Denn nur wer Visionen hat, Bilder im Kopf, wie Zukunft ausschauen kann, kann anfangen seine Ziele zu verwirklichen. Es ist schon bei der Czerny-Villa so gut gelungen, also: Nichts ist unmöglich – auch nicht in Vöcklabruck. Man muss nur wollen.


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