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Nationalratswahl: Das sind die Spitzenkandidaten aus dem Bezirk Vöcklabruck

Emma Salveter, 18.09.2024 14:57

BEZIRK VÖCKLABRUCK. Bei der Nationalratswahl, die am Sonntag, 29. September, über die Bühne geht, sind in Oberösterreich 1.104.436 Personen wahlberechtigt, davon haben 9.294 ihren Wohnsitz im Ausland. Tips hat die Spitzenkandidaten aus dem Bezirk Vöcklabruck der vier größten Parteien zu den Themen Klimaschutz, Migration, Arbeitsmarkt und Bildung befragt.

Am Sonntag, 29. September, wird gewählt. (Foto: Spitzi-Foto/stock.adobe.com)
  1 / 5   Am Sonntag, 29. September, wird gewählt. (Foto: Spitzi-Foto/stock.adobe.com)

Die vier Parteispitzen der SPÖ, ÖVP, Grünen und FPÖ aus dem Bezirk Vöcklabruck äußern sich zu den Themen Klimaschutz, Migration, Arbeitsmarkt und Bildung, um den Lesern einen Überblick über die unterschiedlichen Ansichten der Parteien zu verschaffen:

Zum Thema Klimaschutz

Stephan Penteker (SPÖ): „Gesetze wie Renaturierung sind ein heißes Thema in der Bevölkerung, das auch oft auf Unverständnis stößt. Auch wenn die Ideen von Renaturierungsmaßnahmen auf grundsätzliche Zustimmung treffen, erwarten sich die Bürger eine Umsetzung mit Augenmaß. Maßnahmen für den Klimaschutz dürfen niemals auf dem Rücken und über den Köpfen der Bevölkerung entschieden werden.“

Manuela Gschwandtner (ÖVP): „Wenn es um unsere Heimat geht, folgen wir als ÖVP einem klaren Prinzip: Wir wollen schützen, was wir schätzen. Wir bekennen uns zu einem effizienterem Umwelt- und Klimaschutz, deshalb bekennen wir uns auch zu den Klimazielen. Dazu braucht es aber Fortschritt und Innovation statt Ideologie und Rückschritte. Es braucht nicht noch mehr Verbote oder engstirniges Handeln.“

Sonja Pickhardt-Kröpfel (Grüne): „Die Klimakrise ist die größte Herausforderung unserer Zeit und betrifft auch die Menschen im Bezirk Vöcklabruck immer stärker. Wir brauchen eine rasche Energie- und Mobilitätswende und effektiven Bodenschutz. Das Klimaticket ist eine hochwirksame Maßnahme, weitere Schritte müssen folgen. Klimaschutz gibt es nur mit den Grünen.“

Gerhard Kaniak (FPÖ): „Für mich ist Umweltschutz gleich Heimatschutz. Ich bekenne mich zu einem sorgsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen, lehne aber radikale Utopien und Zwangsmaßnahmen ab. Nur ein nachvollziehbarer und zeitlich angepasster Wandel wird von der Gesellschaft akzeptiert und ermöglicht den Erhalt von Wirtschaft und Produktion.“

Zum Thema Migration

Penteker (SPÖ): „Es braucht ein Verbotsgesetz für radikalen Islamismus nach dem Vorbild des Verbotsgesetzes für Wiederbetätigungsdelikte. Darüber hinaus ist es notwendig, Menschen so schnell wie möglich in Arbeit und Beschäftigung zu bringen. Das entlastet das Sozialsystem und fördert die Integration.“

Gschwandtner (ÖVP): „Wir haben im Sommer die Bezahlkarte für Asylwerber eingeführt, damit Sozialmissbrauch eingedämmt wird. Weiters setzen wir auf Deutsch als Schlüssel für Integration und wir wollen wesentliche Sozialleistungen daranknüpfen. Zudem brauchen wir ein funktionierendes Asylsystem in Europa. Fest steht: Jeder der wirklich Schutz und Hilfe braucht, wird in Österreich Unterstützung finden.“

Pickhardt-Kröpfel (Grüne): „Abschottung ist widersinnig. Viele Betten in den Alten- und Pflegeheimen im Bezirk stehen leer, weil es zu wenige Pflegekräfte gibt. Auch Industrie, Gewerbe und Gastronomie suchen händeringend qualifiziertes Personal. Natürlich ist Integration keine Einbahnstraße und erfordert Maßnahmen und die Bereitschaft der Betroffenen.“

Kaniak (FPÖ): „Die illegale Migration stellt eine ernste Bedrohung für unser Land dar. Ausufernde Kosten für die Grundversorgung, das Entstehen von Parallelgesellschaften sowie die Überlastung unserer Schulen und des Gesundheitswesens sind die Folge. Wir fordern daher einen sofortigen Zuwanderungs-Stopp und die Abschiebung aller straffällig gewordenen Asylwerber.“

Zum Thema Arbeitsmarkt

Penteker (SPÖ): „ Leistung muss sich lohnen, wir müssen endlich die Teuerung in diesem Land bekämpfen und sicherstellen, dass die, die arbeiten, mehr von ihrem Geld haben und man von der Arbeit wieder leben kann. Ich sehe mich als Interessensvertreter der arbeitenden Bevölkerung. Für die darf es keine zusätzlichen Steuern geben, sondern ganz im Gegenteil! Für die muss die Steuerlast sinken.“

Gschwandtner (ÖVP): „Wir stehen für echte Leistungsgerechtigkeit, deshalb wollen wir einen Vollzeitbonus von 1.000 Euro einführen, Überstunden steuerfrei machen, das Arbeiten in der Pension von Abgaben befreien und die Lohn- und Einkommenssteuer senken. Ein wichtiges Handlungsfeld ist für uns auch die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf – der Ausbau des Kinderbetreuungsangebotes.“

Pickhadt-Kröpfel (Grüne): „Der Arbeitsmarkt wandelt sich. Energiewende und Klimaschutz bieten in den nächsten fünf Jahren laut einer aktuellen Studie österreichweit Chancen für bis zu 100.000 neue, nachhaltige und qualitätsvolle Arbeitsplätze. Aktive Arbeitsmarktpolitik muss die Grundlagen dafür schaffen und finanziell unterstützt werden.“

Kaniak (FPÖ): „Fachkräftemangel und gleichzeitig steigene Arbeitslosigkeit zeigen die Fehlentwicklung der letzten Jahre. Es braucht eine praxisorientierte Ausbildung bereits in der Mittelschule, wie das unser neues Konzept auch vorsieht. Zudem müssen Bürokratie, Energie-, Steuer- und Lohnnebenkosten gesenkt werden, damit vorhandene Arbeitsplätze erhalten bleiben und neue entstehen können.“

Zum Thema Bildung

Penteker (SPÖ): „Als gelernter Mechaniker liegt mir vor allem die Lehre am Herzen. Für mich ist klar, dass Menschen, die bereits sehr früh ins Arbeitsleben starten die unbesungenen Helden in unserer Gesellschaft sind. Eine breite Ausbildung und Förderung weiterführender Ausbildungen nach der Lehre liegen mir sehr am Herzen.“

Gschwandtner (ÖVP): „Schulen müssen Orte sein, an denen Kinder mit Freude lernen, sich sicher fühlen und ihre Potenziale voll entfalten können. Bildung ist der zentrale Schlüssel für persönliche und berufliche Zukunft.“

Pickhadt-Kröpfel (Grüne): „Bildung ist zentraler Faktor für den individuellen Lebensweg und für die ganze Gesellschaft. Sie beginnt bereits in den Kindergärten, deren Rahmenbedingungen und Finanzmittel weiter deutlich verbessert werden müssen. Wir werden auch zukünftig intensiv daran arbeiten, Chancengleichheit herzustellen. Bildung darf keine Frage von Herkunft und sozialem Umfeld sein.“

Kaniak (FPÖ): „Unser Bildungssystem muss sowohl leistungs- als auch praxisorientierter werden, damit unsere Kinder bessere Zukunfts-Chancen haben. Zudem muss über eigene Deutsch-Förderklassen sichergestellt werden, dass jeder Schüler dem Unterricht auch tatsächlich folgen kann.“


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