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Digitale Türsicherheit: Atzbacher Unternehmen präsentiert neues System für kritische Infrastruktur

Thomas Leitner, 09.03.2026 12:09

ATZBACH. Neue EU-Vorgaben erhöhen den Druck auf Betreiber kritischer Infrastruktur. Ein Unternehmen aus  dem Bezirk Vöcklabruck zeigt nun, wie Türen Teil der digitalen Sicherheit werden.

Die internationale Fachtagung zur Gebäudesicherheit fand jetzt in der Firmenzentrale von Peneder statt (Foto: Peneder)

Die Sicherheit kritischer Infrastruktur rückt europaweit immer stärker in den Fokus. Stromausfälle, Cyberangriffe oder unbefugter Zutritt können enorme Folgen haben. Genau hier setzt das Familienunternehmen Peneder an. Bei einer internationalen Fachtagung in der Firmenzentrale in Atzbach stellte das Unternehmen gemeinsam mit seiner Digitaltochter connecdoor ein neues vernetztes Türsystem vor. Ziel ist es, Türen künftig vollständig in digitale Sicherheitsstrukturen von Gebäuden zu integrieren.

Neue EU-Regeln erhöhen den Handlungsdruck

Mit der europäischen NIS-2-Richtlinie steigt der Druck auf Betreiber kritischer Infrastruktur deutlich. Einrichtungen wie Energieversorger, Wasserwerke, Krankenhäuser oder Verkehrsunternehmen müssen künftig strengere Sicherheitsanforderungen erfüllen. Dazu gehören etwa Zutrittsdokumentation, Ereignisprotokolle oder manipulationssichere Systeme.

Ein Problem: In vielen Anlagen sind Türen bislang nicht in digitale Gebäudemanagementsysteme integriert. Ob eine Tür nachts offensteht oder manipuliert wird, bleibt daher oft unbemerkt. Genau diese Sicherheitslücke soll das neue System aus Oberösterreich schließen.

Tür wird Teil der digitalen Sicherheitsplattform

Die von Peneder und connecdoor entwickelte Lösung macht Türen zu vernetzten Elementen der Gebäudesicherheit. Das System übermittelt wichtige Daten wie Türstatus, Betriebsmodus oder Wartungszyklen in Echtzeit an digitale Plattformen. Auch Software-Updates und Ereignisprotokolle werden integriert dokumentiert.

Besonders entscheidend ist laut Unternehmen das offene System: Türkomponenten verschiedener Hersteller können über standardisierte Schnittstellen eingebunden werden. Damit lässt sich die Lösung auch in bestehende Anlagen integrieren.

Ein erstes Pilotprojekt mit einem oberösterreichischen Energieversorger zeigt bereits die Praxis: Dort wurde eine Industrietür vollständig in eine digitale Gebäudeplattform eingebunden.

Fachveranstaltung mit Experten aus mehreren Branchen

Die Präsentation des Systems erfolgte im Rahmen der Fachveranstaltung „connecdoor for future“ in Atzbach. Rund 40 Experten aus Industrie, Energieversorgung und Gebäudemanagement nahmen daran teil.

Im Mittelpunkt standen neue Strategien zur Sicherung kritischer Infrastruktur. Die zentrale Botschaft der Tagung: Die digitale Integration von Türsystemen entwickelt sich rasch zu einem wichtigen Baustein moderner Gebäudesicherheit.