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WAIDHOFEN/THAYA. Die Kräuterspezialistin Eunike Grahofer hat ein neues Buch veröffentlicht. „Mein Kräutererbe – Uralte Heilrezepte“ ist der Titel des bereits siebten Werkes der emsigen Waidhofner Buchautorin. Sie präsentiert darin zahlreiche traditionelle Waldviertler Hausmittel-und Heilrezepte. Auf eine besondere Art.
Von ERICH SCHACHERL

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Eine berührende, schöne Idee hat die Waidhofner Buchautorin und Kräuterexpertin Eunike Grahofer in ihrem neuen Buch „Mein Kräutererbe - Uralte Heilrezepte“ realisiert. Sie bettet die Erklärungen und Beschreibungen der alten Hausmittel-Rezepte in eine fiktive, aber durchaus real mögliche Rahmenhandlung ein. Die junge in Wien lebende Rechtsanwältin Johanna erhält anlässlich ihrer Verlobung von ihrer Mutter eine Anzahl Briefe ihrer Urgroßmutter. Diese enthalten Familien-Rezepte aus alten Zeiten: „Du hältst nun zwölf Umschläge in deiner Hand. In jedem findest du einen Brief – für jeden Monat einen….öffne bitte jeden Monat den dazugehörigen Brief – dies ist mein Geschenk an Dich zu Deiner Verlobung“, schreibt die Urgroßmutter. Und fährt fort: „Ich schreibe Dir diese Zeilen, um Dir….von jenem Teil Deiner Familie, der am Lande lebte, zu erzählen. Was sich bei uns so alles zutrug, wie unser Leben war und was mir sehr am Herzen liegt: welche Familienrezepte und Hausmittel wir hatten.“

Rezepte für jedes Monat

Jedes der zwölf Kapitel des Buches – ergänzt durch einleitende Bemerkungen und Schlussworte – beginnt nun also mit einem Brief der Urgroßmutter. Darin schildert sie, wie das Landleben zu ihrer Zeit verlief, sie schreibt über alte Gewohnheiten und Traditionen, verrät alte Haus- und Heilmittel-Rezepte und vermittelt so interessante und wertvolle Informationen in einer ungewöhnlich authentischen Form. Im September heißt es da beispielsweise: „Das Hollerkoch, das hab ich als Kind nicht recht essen mögen. Heute als Erwachsener liebe ich es. Sein wärmender Duft erinnert mich an die Zeit, als wir Kinder in der Stube um den großen hölzernen, kantigen Tisch saßen….“. Grafisch sind die Zeilen der alten Frau sehr nett tatsächlich als Briefe dargestellt. Im Anschluss daran finden die Leser zwei bis mehrere Rezepte pro Monat in modernem Layout mit Bildern, Beschreibungen wie die Rezepte hergestellt werden und wozu sie dienen, wie sie helfen.

Aus dem wirklichen Leben

Vom entschlackenden Apfelreste-Bad und dem Rettichsirup gegen Husten im Jänner über das süße Blütenpesto und Hollerschnitzel im Mai bis hin zur Gelenkssalbe und dem Kümmelwasser im Oktober bietet Eunike Grahofer ihren Lesern über 40 alte Haus- und Heilmittel-Rezepte. Die Autorin kennt sie alle und hat auch alle probiert. „Die Hausmittel in diesem Buch stammen teilweise aus meiner eigenen Familie und manche durfte ich im Rahmen meiner Feldforschungen bei älteren Leuten kennenlernen“, schreibt sie am Beginn des Buches. „Eines haben alle Rezepte und Geschichten gemeinsam: Sie stammen aus dem wirklichen Leben“, ergänzt die Expertin.

Wertvolles Wissen

Auf knapp 130 Seiten hat Eunike Grahofer wie schon in ihren vorangegangenen Büchern wertvolles altes Wissen zusammengetragen und so vor dem Vergessen bewahrt. „Ich finde es unendlich spannend, bereichernd und fesselnd, mich mit dem Wissen unserer Vorfahren zu beschäftigen, es zu hinterfragen und zu dokumentieren“, lässt sie die Leser wissen. Der Wert dieser Arbeit ist hoch einzuschätzen.

Rezepte gleich ausprobieren

Das Layout des im Freya Verlag erschienenen Buches ist sehr stimmig, viele schöne Fotos bereichern die Texte. Manche der Rezepte erwecken sofort das Interesse, sie auszuprobieren. Der schon erwähnte Hollerkoch ist jetzt im September möglich. Oder der Waldessig bei Zahnfleischproblemen, das Zapfenharz-Öl und so weiter. Das Jahr dauert noch einige Monate und jedem interessierten Leser wird empfohlen, sich gleich auf die Rezepte einzulassen.

Buchpräsentation in Waidhofen/Thaya

Eunike Grahofer hat eine offizielle Buchpräsentation organisiert. Diese findet am Freitag, 20. Oktober um 19 Uhr im Stadtmuseum Waidhofen statt.

Das Programm sieht folgendermaßen aus: Begrüßung durch Erwin Weisgram (Obmann Museumsverein), danach kommen von Bürgermeister Robert Altschach (ÖVP) Grußworte der Stadtgemeinde. Einleitende Worte bringen anschließend Bundesrat Eduard Köck (ÖVP) und Landtagsabgeordnete Martina Diesner-Wais (ÖVP).

Es folgt ein Interview mit der Buchautorin. Eine Podiumsrunde mit Marlene Ernst und Michael Brauer (Uni Salzburg Gastrosophie), Wolf Ruzicka (Freya Verlag) und Eunike Grahofer wird über das neue Werk sprechen. Die musikalische Umrahmung kommt von Erwin Weisgram, moderiert wird der Abend von Silvia Schreiber. Im Anschluss wird zu einem kleinen Imbiss geladen.


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