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Androsch: Druck gegen Atommüllendlager vor den Toren des Waldviertels erhöhen

Daniel Schmidt, 27.04.2017 10:17

WAIDHOFEN/THAYA. Aus Anlass des  gestrigen 31. Jahrestages der Atomkatastrophe in Tschernobyl weist der Waldviertler Landesrat und SP-Bezirksvorsitzende von Waidhofen/Thaya, Maurice Androsch, darauf hin, dass nach wie vor ein mögliches tschechisches Atommüllendlager in Grenznähe den Lebensraum Waldviertel massiv bedrohe. Es sei zwar noch keine endgültige Entscheidung für den Standort gefallen, trotzdem werde die Zeit knapper, um gegen diese akute Gefahr vor den Toren des Waldviertels Druck zu machen, mahnt Androsch und fordert deshalb die Einrichtung eines transparenten Entscheidungsprozesses in einem grenzüberschreitenden Dialoggremium. 

Landesrat Maurice Androsch Foto: Mag. Dr. Anton Heinzl
Landesrat Maurice Androsch Foto: Mag. Dr. Anton Heinzl

„Seit der Grenzöffnung haben sich die nachbarschaftlichen Beziehungen zu Tschechien gut entwickelt. Viele Projekte konnten bisher gemeinsam in Angriff genommen werden oder werden sogar derzeit umgesetzt. Umso deutlicher muss nun unserem Nachbarn deshalb klar gemacht werden, dass es hier massive Bedenken der Bürgerinnen und Bürger auf beiden Seiten gegen die Endlagerung von Atommüll gibt. Schließlich geht es um nichts Geringeres als um einen sicheren gemeinsamen Lebensraum“, hält Landesrat Androsch fest.

Für Androsch wäre ein Endlager praktisch vor der Haustür des Waldviertels ein „unfreundlicher Akt“ und für das weitere Zusammenwachsen der beiden Grenzregionen eine große generationsbelastende Hypothek. Wie es anders gehen könnte, zeige das Waldviertel vor, das sich in den vergangenen Jahren als Modellregion im Bereich der erneuerbaren Energiegewinnung positioniert hat.

„Die enormen Risiken, die durch ein Atommüllendlager drohen, sind für Mensch und Umwelt in keiner Weise zu verantworten. Deshalb braucht es einerseits ein unmissverständliches Ausrufezeichen gegen den Irrweg der Nuklearenergie Richtung Prag, aber andererseits auch Unterstützung, um den Umstieg auf erneuerbare Energiequellen überhaupt zu ermöglichen“, so Androsch.


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