Klangraum im Herbst: get improvised part II
WAIDHOFEN/YBBS. Der Klangraum im Herbst öffnet bis 2. November seine Tore erneut für eine Musizierart, die bereits im vergangenen Jahr mit Begeisterung aufgenommen wurde: die Kunst der Improvisation.

Das faszinierende musikalische Handwerk, aus vorgefundenem Material Neues zu entwickeln, Themen auf den Kopf zu stellen, Geschichten zu erzählen, Klänge zu entfremden oder heimisch und vertraut machen, Strukturen zu hinterfragen sowie bekannte Stücke in neue Bilder zu übersetzen: Alle geladenen Künstler bewegen sich in diesem Spannungsfeld von Original, dem „woher“, und ihrer Improvisation, dem „wohin“. Oder schaffen überhaupt gänzlich neue Räume, Überraschungszonen. Ein Genuss, diesem Werden lauschend, hörend zu begegnen. Ein lustvoller Kitzel für die Ohren – „get improvised part II“.
„The Docks of New York“ und „All the things you are“
Auf den fulminanten Start mit den „Janoskas“ folgt am Sonntag, 16. September, „The Docks of New York“. Dafür lohnt es sich um 18 Uhr nach Viehdorf ins Schloss Seisenegg zu pilgern. Hier wird die Geschichte einfacher Leute erzählt. Wie sie lieben, Treue schwören und aus Eifersucht zum Totschlag ausholen im Schatten einer der vielen Nächte in einer Kneipe. Emotionen, vor allem durch die dramaturgisch brillanten Lichteffekte in Szene gesetzt vom in Wien geborenen Regisseur Josef von Sternberg. Zwei Jahre, bevor er mit „Der blaue Engel“ Marlene Dietrich ein Denkmal setzte. Einführende Worte dazu erhalten die Besucher von Claus Tieber vom Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien.Weiter geht es am Donnerstag, 20. September, um 19.30 Uhr wieder im Kristallsaal mit dem Pianisten Vadim Neselovskyi. Durch seine klassische Ausbildung und die Fähigkeit, unheimlich inter-essant und spannungsgeladen zu improvisieren, verscheucht er jegliche Routine. Bei sich und beim Publikum. Was er beispielsweise aus dem Jerom-Kern-Klassiker „All the things you are“ hervorzaubert, ist grenzgenial, oder besser gesagt: genial entgrenzt. Ein Kopf für viele musikalische Hüte im Hut.


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