Blick ins Türmerstübchen – Saisoneröffnung im Stadtturm
WAIDHOFEN/YBBS. Jeden ersten Sonntag im Monat (Mai-Oktober) ist der Stadtturm wieder zu besichtigen. Er gewährt Einblicke in längst vergangene Zeiten und erzählt Geschichten über Handwerk und Religion.

Er wachte Jahrhunderte über die Sicherheit der Waidhofner und ist stadtbildprägend: Der Stadtturm, der heute in der Mitte des Oberen Stadtplatzes steht, war ursprünglich ein Eckturm aus der ersten Besiedlungsphase Waidhofens, die vom Schloss bis zum Freisingerberg reichte. Der Ausbau zu einem hohen repräsentativen Turm mit Uhrwerk erfolgte nach dem Jahr 1532 und wurde mit dem „Türkenschatz“ finanziert, den die Waidhofner Bürger den vor der Stadt lagernden osmanischen Reitertruppen abgejagt hatten. Das Zifferblatt zeigt die genaue Stunde des Sieges: 11.45 Uhr. Viele Jahrhunderte war der Stadtturm Wohnsitz des Turmwächters. Bis in die Zwischenkriegszeit war seine Aufgabe vor allem die Feuerwache. Und obwohl dies eine sehr wichtige Funktion im Gemeinwesen war, lassen die Wohnverhältnisse im Türmerstübchen davon nur wenig erahnen.
Lebenswelt der sozial Schwächeren
Deshalb ist der Stadtturm wohl besonders geeignet die Lebenswelt der Unterschichten der Gesellschaften aufzuzeigen. Außerdem sind hier seltene Exponate des Musealvereins ausgestellt, die die Themen Handwerk und Religion zeigen. Neu hinzugekommen ist eine Schneiderwerkstatt der Familie Floh, die neben einer alten Nähmaschine zahlreiche Handwerksutensilien beinhaltet. So kann beispielsweise der Blaudruck hier entdeckt werden. Ab Mai ist der Stadtturm jeden ersten Sonntag im Monat von 13 bis 17 Uhr geöffnet und wird vom Musealverein betreut. Für Gruppen ist die Ausstellung gegen Voranmeldung (Tourismusbüro Telefon 07442/93049) geöffnet.


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