"Wir wollten gute Musik und etwas Bleibendes schaffen"
WAIDHOFEN/YBBS . Sie mögen“s hart, sie mögen“s laut, sie mögen“s brachial – und sie ordnen ihrer Musik alles unter: die Jungs von „Richthammer“. Seit März ist nun das Debütalbum „Ascheland“ der Ybbstaler Death-Metal-Band auf dem Markt. Die österreichische Tour startet am 14. April in Spittal an der Drau, in der Bar Walhalla. Danach folgen St. Pölten, Wien und Salzburg, bis es dann im Sommer nach Deutschland geht.

Tips: Wie seid ihr auf den Bandnamen „Richthammer“ gekommen?
Hombo: Wir sind aus dem Ybbstal, dem Eisental sozusagen. Eisen ist und braucht etwas Hartes, Schweres, einen Hammer zum Beispiel. Mit einem Richthammer bearbeitet und formt man. Und genau das machen wir mit unserer Musik, mit unserem „Metal“ auch.
Tips:„Fleischlicher Widerstand“, „Todge-weiht“, „Gescheitert und Verloren“ oder „Zerstörung“ sind nur vier düstere Songtitel eures Albums. Welche Botschaft wollt ihr mit „Ascheland“ transportieren?
Flo: Es handelt sich um ein Konzeptalbum und ist im Gesamten durchdacht – von der Musik über den deutschen Text bis hin zu Booklet und Artwork. Meine persönliche Hauptmotivation war, damit etwas Bleibendes zu schaffen.
Schumi: Unser Album beschreibt den Untergang der Welt. Das Prinzip der Zerstörung von Zivilisationen ist ja ein immer wiederkehrendes. In Ascheland ist vieles metaphorisch, lassen wir genug Raum für Interpretation.
Stone: Ascheland ist einfach gute Musik, die gern gehört werden sollte.
Tips: Wer hat das Album finanziert und wo ist es erhältlich?
Stone: Wir selbst haben die Finanzierung aufgestellt. Produziert hat uns das Studio Hundert Records. Erhältlich ist das Album in allen Shops, online auf Amazon, bei uns und auf Spotify. Am besten schaut man aber bei einem unserer Konzerte vorbei und kauft sich das Album anschließend vor Ort. Da gibt es dann noch Autogramme obendrauf und vielleicht noch das eine oder andere Goodie. (lacht)
Hombo: Musik ist halt ein extrem teures Hobby. Ich vergleiche das mit dem Sport. Wenn du etwas erreichen willst, musst du echt hineininvestieren ... Zeit und Geld.
Tips: Apropos Geld: Womit verdient ihr eure Brötchen, um dieses Hobby zu finanzieren?
Schumi: Im IT-Bereich der Firma Umdasch.
Stone: Ich bin Hardware-Engineer und plane Stahlwerke.
Flo: Ich studiere in Wien Jazzgitarre, davor war ich Bäcker beim Mooshammer in Böhlerwerk.
Hombo: Zumindest hat er mal Brötchen gemacht. Weil Brötchen verdienen? Das tut man als Jazzmusikstudent nicht (lacht).
Flo: Was ist der Unterschied zwischen einem Jazzmusiker und einer Familienpizza? (Schweigen) Die Pizza kann eine Familie ernähren.
Hombo: Ich verdiene meine Brötchen als gelernter Veranstaltungstechniker und mittlerweile geprüfter Bühnenmeister am Landestheater St. Pölten.
Tips:Klingt spannend ...
Hombo: Ja, ist es. Dabei lernt man wirklich interessante Persönlichkeiten kennen. Roland Düringer zum Beispiel oder Dolores Schmidinger, Tobias Moretti, Karl Markovics und aktuell Sabine Derflinger, die Regisseurin von „Die Vorstadtweiber“.
Tips: Strebt ihr Ruhm und Reichtum an?
Schumi: Ich fürchte mit einer Metalband wird man nicht berühmt. Also, so weit, dass wir uns vor Groupies retten müssen, wird es nicht kommen, aber es wäre toll, wenn man sich in der Szene einen Namen machen könnte.
Flo: Das mit den Groupies, da wäre ich schon dabei (lacht). Aber im Ernst: Es braucht viel Arbeit, um berühmt zu werden, und noch mehr, um es zu bleiben. Da muss man schon realistisch sein.
Tips: Nächstes Jahr feiert ihr 10-jähriges Jubiläum. Schauen wir nach vor: Wo seht ihr euch in zehn Jahren?
Flo: Ich glaube, unser aller Traum wäre, wenn wir von der Musik leben könnten, egal ob direkt oder indirekt, ob als Musik- oder Bühnentechniker, ob als Musiker oder Manager oder Produzent.
Schumi: Mich würde schon freuen, wenn „Richthammer“ in zehn Jahren einfach einen Namen in der österreichischen Szene hätte, noch besser international.
Tips: Ihr probt seit neun Jahren jeden Sonntag. Gibt es auch Ausnahmen?
Flo: Im Prinzip gibt es keine Ausnahmen. Wir sind sehr streng mit dem Proben am Sonntag. Unsere Familien und unsere Freunde haben sich damit – Gott sei Dank – auch schon abgefunden. Familienfeiern zum Beispiel werden terminlich auf unsere Proben abgestimmt. Und selbst wir überlegen, was wir am Samstagabend machen oder nicht, weil man am Sonntag um 14 Uhr ja fit sein soll. Der Spaß kommt trotzdem aber nie zu kurz.
Hombo: Im Prinzip können wir uns 100%ig aufeinander verlassen – und das nicht nur am Sonntag. Das fällt unter ungeschriebenes Gesetz.
Stone: Heuer machen wir allerdings erstmals eine Ausnahme. Dafür haben wir uns regelrecht Urlaub eingetragen – und zwar für den Zeller Kirtag. Da gehen wir zu viert auf den Kirtag und scheißen auf die Probe. Ganz ohne schlechtes Gewissen.
„Richthammer“ stellt Tips drei handsignierte Debütalben zur Verfügung. Mit etwas Glück kann man eines davon bei unserem Gewinnspiel bis Mittwoch, 4. April, auf www.tips.gewinnen.


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