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WAIDHOFEN/YBBS. “Was mir vor meinem Unfall Freude bereitet hat, das ist mir auch im veränderten neuen Leben wichtige Stütze: Texte schreiben, Zeit mit Freunden, meine allerbeste Familie, Denken, Konzerte besuchen, der Geschmack von gutem Essen, Glauben“, antwortete Gastreferent Franz Kößl auf die Frage einer Schülerin, was ihm denn in seiner neuen Situation am meisten helfe. 

Gastreferent Franz Kößl und sein persönlicher Assistent Thomas Lindner nach der intensiven Begegnung mit den Schülern der 2. HAK-Klasse (Foto: HAK Waidhofen/Ybbs)

Hoch konzentriert lauschten die Schüler der 2. HAK-Klasse den Erzählungen ihres Gastes. Das biblische Mantra „Fürchtet euch nicht, habt Vertrauen, ich bin bei dir“, sei ihm vor allem in der allerschwersten Zeit auf der Intensivstation in Linz eine wichtige Kraftquelle zum Durchhalten gewesen. Immer wieder sprach Kößl von der Freude am Leben, die für ihn trotz der großen Einschränkung Realität sei. Die Sehnsucht nach einer schönen Skitour bei strahlenden Wintertagen mache ihm gelegentlich schon zu schaffen, der Besuch von Konzerten fühle sich aber heute genauso intensiv wie früher an.

In Anlehnung an Seneca

Sein persönlicher Begleiter Thomas Lindner trug ein selbstverfasstes Gedicht von Franz Kößl vor. Es kreist um den Satz von Seneca: „Es kann nicht zu wenig sein, was genügt.“ Der Besuch war ein starkes Zeugnis davon, dass Menschen auch in Lebenssituationen mit massiven Einschränkungen genug Ressourcen für ein sinnerfülltes Leben aktivieren können. Eine Schülerin fasste ihre Eindrücke vom Gast folgendermaßen zusammen: „Zu dem heutigen Vortrag fehlen mir die Worte. Es war so erstaunlich zu hören, wie ein Mensch, der solch ein großes Leid erfahren hat, wieder so zur Lebensfreude gefunden hat. Ich bin sehr berührt von seiner Geschichte und seinen Worten. Ich wünsche ihm nur das Beste.“


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