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WAIDHOFEN/YBBS. Eine progressive planbare ökologische Steuerreform – so lautet die Forderung des ersten Klimaprotestes in Waidhofen/Ybbs, der am Samstag, 6. April, stattfinden wird. Treffpunkt für den ersten Klimaprotest ist um 11.15 Uhr beim Viaduktparkplatz. Von dort aus wird der Demo-Zug über die Mühlstraße Richtung Sparkasse weiter über den Unteren Stadtplatz bis zum Forellenbrunnen ziehen. Beim Brunnen wird dann eine Abschlusskundgebung stattfinden.

Das Organisationsteam (v. l.): Simon Schauppenlehner, Franz Kößl, Monika Kößl, Lucia Kößl, Hermann Wagner, Jakob Mühlehner und Raphael Kößl (Foto: Raphael Kößl)

Ziel der Klimaproteste, die vom Obmann des Vereins Wirtschaft 2050 Raphael Kößl und HAK-Lehrer Hermann Wagner und der Waidhofner Klimakonferenz ins Leben gerufen wurden, ist es, Druck auf die Regierung auszuüben und eine wirkungsvolle gesamtösterreichische Klimastrategie einzufordern. „Die Idee zu den Klimaprotesten ist aus dem Ärger heraus entstanden, dass sich in der österreichischen Steuerreform 2019 kein einziger ökologischer Anreiz findet“, erzählte Hermann Wagner bei der letzten Klimakonferenz im Februar. „Wir dachten uns, dass man mit Zähigkeit und geballter Widerstandsfähigkeit in den öffentlichen Raum gehen sollte, um dagegen zu protestieren.“

Von Klimaforscherin positiv befunden

Die beiden Organisatoren haben auch einen Forderungskatalog erstellt, der bereits von einer österreichischen Klimaforscherin für positiv befunden wurde. „Als Hauptforderung unserer Proteste richten wir an die Bundesregierung den dringlichen Appell, eine gesamtösterreichische Klimastrategie vorzulegen. Damit sollen Privatpersonen, Unternehmen und öffentliche Körperschaften endlich Planungssicherheit für den Weg in eine klimaneutrale Gesellschaft erhalten und die Erderwärmung auf ein erträgliches Maß begrenzt werden“, sagt Raphael Kößl. Punkte, die sich außerdem im Forderungskatalog finden, sind etwa die Eindämmung des zunehmenden Flugverkehrs, Maßnahmen gegen den sinnlosen Landverbrauch, eine CO2-Kennzeichnung aller Produkte oder aber Forschungsprogramme für eine Wirtschaft ohne Wachstumszwang.

Forderungen übermittelt an Verantwortliche

Die Forderungen sollen im Anschluss an die Demo auch an politisch Verantwortliche übermittelt werden, um ihnen noch besonderen Nachdruck zu verleihen. „Wir hoffen natürlich, dass wir beim ersten Klimaprotest am 6. April viele Leute – nicht nur aus näheren und ferneren Umgebung – begrüßen können“, sagt Raphael Kößl. Und Hermann Wagner ergänzt: „Mit einer großen Entschiedenheit und Ausdauer hoffen wir, eine Dynamik in der Zivilgesellschaft auszulösen und eine Veränderung herbeizuführen.“

HAUPTFORDERUNGEN

  • planbare progressive ökologische Steuerreform bei gleichzeitiger progressiver Entlastung des Faktors Arbeit
  • Eindämmung und Reduktion des rasant zunehmenden Flugverkehrs durch hohe Flugbenzinbesteuerung und Einführung einer Grundsteuer für Flughäfen
  • Entwicklung eines Mobilitätskonzepte grundsätzlich vom öffentlichen Verkehr ausgehend, massive Stärkung des öffentlichen Verkehrs in den Regionen EINE preisgünstige Jahreskarte für alle Öffis in Österreich!
  • Kampf dem sinnlosen Landverbrauch – wirksame Maßnahmen zur Eindämmung der in Österreich enorm hohen Bodenversiegelung
  • Naturräume erhalten, schützen und vergrößern
  • Wirtschaft ohne Wachstumszwang! Finanzierung von Forschungsprogrammen an Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen, um Szenarien und Konzepte jenseits von permanentem Wirtschaftswachstum zu entwickeln
  • Veränderung der Anreizsysteme in der Agrarpolitik: gezielte, schrittweise Steuerung weg von industrieller Landwirtschaft mit Massentierhaltung und hohem Pestizideinsatz hin zu kleinstrukturierter, biologischer Produktionsweise
  • Schnell wirksame Maßnahmen zur Müll- und vor allem Plastikmüllreduktion auf gesetzlicher Ebene, gesetzliche Einführung von Pfandsystemen
  • Einführung einer verpflichtenden CO2-Kennzeichnung aller Konsumprodukte und damit
  • Erkennbarmachung klimaschädigender Produkte auf den ersten Blick, Entwicklung zusätzlicher Konzepte für eine global gerechte CO2-Kontingentierung für alle Menschen in Österreich
  • Senkung des Energieverbrauchs um 30 % bei gleichzeitiger Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien auf 60 % bis 2030, Subventionen für fossile Energieträger stoppen!
  • Aufforderung und Mobilitätswiderstand an alle Bürger: Runter mit den individuellen Flugkilometern, kompletter Flugverzicht bei allen innereuropäischen Festlandsreisen!

Samstag, 6. April 2019

Treffpunkt: Viaduktparkplatz

Zeit: 11.15 Uhr

Start: 11.30 Uhr

Kontakt: raphael.koessl@gmx.at


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