„Prophet“ Elias Bierdel mit starken Gegenwartsanalysen
WAIDHOFEN/YBBS. “Hört auf zu lügen und sagt die Wahrheit“, war eine der Wegweisungen von Elias Bierdel für die nächste Zukunft am 4. April bei seinem leidenschaftlichen Vortrag im übervollen Sparkassensaal. Er begann seine Analysen der Gegenwartsherausforderungen mit einem realistischen Blick auf den dramatischen Landverlust- und damit Siedlungsverlust beim Anstieg des Meeresspiegels in Norddeutschland, der Poebene, im Nildelta und in Bangladesch.

„Das ist unser Problem“, meinte er mit einem überaus kritischen Blick auf Regierungsmitglieder, die die Bevölkerung mit dem Schüren von Angst nur auf das Thema Ausländerabwehr fixieren würden. „Aus Lügen, die wir glauben, werden Wahrheiten, mit denen wir leben“, warnte er vor den Klimawandelleugnern, die ohne jede ernsthafte Begründungen ihre Behauptungen in den medialen Raum stellen, um sich damit vom gegenwärtigen Verantwortungsthema Nummer eins davonzustehlen. Sehr kritisch war auch sein Blick auf die gegenwärtigen Abschottungsstrategien.
14 Prozent verwalten über 80 Prozent
Es führt schon jetzt zu unmenschlichen Zuständen und es wird auf Dauer nicht möglich sein, dass die 14 Prozent der Weltbevölkerung, die sich über 80 Prozent des Weltreichtums unter sich ausmachen, sich mit immer höheren Zäunen von den anderen abschotten. Sehr pointiert wies er auf den enormen Verlust für die Staatshaushalte hin, die durch Nicht-Steuerleistungen von bekannten und sehr großen internationalen Konzernen entstehen. Hier müssen Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit und ein Ende der Steuerflucht eingefordert werden. Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit brauche es nach Bierdel vor allem auch im Bereich Mobilität. Wenn die Flugreise bei den Treibhausgasemissionen gegenüber der Schiene den Faktor 31 aufweist, die Diesel- und Benzin-PKW beim Faktor 15 liegen, dann dürfe man das einfach nicht mehr negieren. Er sagte daher in Richtung aller, die den Flugboom und SUV-Boom weiter anfeuern: „Wir müssen mit Dingen, die schwer schaden und die Klimakrise verschärfen, einfach aufhören!“
Perspektivenwechsel dringend erforderlich
Im letzten Teil sprach er mehrfach vom notwendigen Perspektivenwechsel, der sich ganz stark um die Frage drehen muss, was denn der Mensch zum Glücklichsein wirklich brauche. Er wies auf die nach wie vor starke Funktion der Vorbilder hin und ermunterte, das „Klimarichtige“ und menschlich Richtige einfach zu tun. Mit einem Zitat von David Steindl-Rast richtete er den Blick auf die Freude, die aus der bewusst gepflegten Dankbarkeit entstehe. Martina Schauer und Hermann Wagner vom Weltladenteam dankten nach einer angeregten Diskussion dem energiegeladenen Referenten Elias Bierdel, dem Sparkassendirektor Josef Wieser für die Gastfreundschaft, den Kooperationspartnern Faire Gemeinde, Hoflieferanten, Evangelisches Bildungswerk und dem Verein Wirtschaft 2050 für die Zusammenarbeit. Die Hoflieferanten erfreuten die Gäste beim Weltladensnackbuffet noch mit köstlichen Getränken.


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