Frühlingserwachen und Jugendalter
WAIDHOFEN/YBBS. Der Verein Netzwerk3 Mostviertel zeigt mit monatlichen Berichten psychische Entwicklungsthemen von Kindern und Jugendlichen auf, die die Individualität und das soziale Miteinander unterstützen sollen. Passend zum Frühlingserwachen beschäftigt sich der Verein in der aktuellen Ausgabe mit dem Eintritt von Mädchen und Burschen ins Jugendalter.

Genauso wie die Natur im Frühling sich zu regen beginnt und Blumen sprießen, so passiert bei Jugendlichen bei Eintritt ins Jugendalter verstärkt ein Sprießen und Aufblühen im Sinne von körperlicher, sozio-emotionaler und kognitiver Entwicklung. Wer von uns kann sich nicht an seine Jugendzeit erinnern? Sofort fallen jedem von uns Szenen ein. An manches erinnert man sich gerne, an anderes nur mit Unbehagen.
Körperliche Veränderungen
Mit ungefähr zwölf Jahren geht es los, bei manchen auch schon früher. Der Körper verändert sich. Die jungen Menschen schießen in die Höhe. Ihre Körperformen und Körperproportionen verändern sich und das kann zu massiven Verunsicherungen und Scham führen. Die Kontrolle über den eigenen Körper scheint verloren zu gehen. Die Sexualität erwacht in der Pubertät, was aufregend, aber auch fremd und neu ist und plötzlich werden Spielgefährten zu möglichen Freunden oder Freundinnen, mit denen man zuerst Händchen hält oder einige Zeit später den ersten Kuss oder das erste Mal wagt.
Noch wenig Eigenkontrolle
Manche Handlungen der Jugendlichen sind aus unserer Sicht als Erwachsene nur schwer verständlich. Heute weiß man, dass die Hirnentwicklung in der Jugendzeit noch nicht abgeschlossen ist. Nicht ausgereifte Verbindungen zwischen den Hirnregionen führen dazu, dass kurzfristige Entscheidungen getroffen werden und emotionale Impulse nicht so wie bei uns Erwachsenen kontrolliert werden können. Mit dieser Erklärung sollte nicht jegliches Fehlverhalten entschuldigt werden. Dennoch ist es eine Tatsache, dass Gedanken und Handlungen von jungen Menschen nicht so stark wie von uns Erwachsenen kontrolliert werden können.
Suche nach sich selbst
Eine weitere wichtige Veränderung in der Jugendzeit ist die Umgestaltung der Eltern-Kind-Beziehung. Jugendliche Mädchen und Burschen wollen Verantwortung für ihr Handeln übernehmen, wollen ihre eigenen Erfahrungen machen und suchen nach einem „Wer bin ich“, „Wo will ich hin“, „Wo ist mein Platz in dieser Welt“. Es kommt zu Autonomieprozessen, die auch sehr wahrscheinlich zu Konflikten mit den Eltern führen. Die Rolle der Elternteile verändert sich. Wir Erwachsenen wissen immer weniger von unseren „Kleinen“, werden anscheinend nicht mehr gebraucht und erleben ein Gefühl von Verlust. Befragt man Jugendliche wiederum, wer oder was beim Erwachsenwerden am meisten hilft, so wird an erster Stelle „Familie/Eltern“ genannt, was zeigt, wie stabilisierend eine Eltern-Kind-Beziehung von Jugendlichen erlebt werden kann, obwohl es sich nicht immer so anfühlt.
Bedeutung Gleichaltriger
Die Gruppe der Gleichaltrigen wird im Jugendalter immer wichtiger. Sie bestimmt das Handeln haltig. Dazugehören und doch in der Gruppe besonders herausstechen, stehen im Fokus. Niemand will Außenseiter und ohne Peergroup sein. Bei all diesen Entwicklungsaufgaben brauchen Jugendliche uns Erwachsene als Hilfs-Ichs, die einfach da sind, die ihnen zuhören, sich hineinfühlen, Beziehung anbieten und dort Struktur vorgeben, wo es ihnen selbst noch nicht gelingt. Diese Erwachsenen können Eltern, Verwandte, Nachbarn, Lehrer oder – wenn zusätzliche Unterstützung und professionelle Hilfe benötigt wird – Psychotherapeuten sein.
Hilfe und Unterstützung
Engagierte Therapeuten, Pädagogen und Ärzte haben sich zum Verein Netzwerk3 Mostviertel zusammengeschlossen, um Kindern und Jugendlichen unbürokratisch zu helfen. Eine davon ist die Waidhofner Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision Katrin Roseneder. Der nicht auf Gewinn ausgerichtete Verein hilft bei der bestmöglichen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen durch Psychotherapiefinanzierung und Vernetzungstätigkeit mit dem Kinder- und Jugendnetzwerk Mostviertel (www.kijunemo.at). Damit die Ziele verwirklicht werden können, braucht der Verein Unterstützung, egal ob mit einer Mitgliedschaft oder einer einmaligen Spende.


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