Crowdfunding-Kampagne sichert kostenlose Vortragsreihe
WAIDHOFEN/YBBS. Zum dritten Mal in Folge lädt die mittlerweile als Verein etablierte Gruppe „Wirtschaft 2050“ unter dem Motto „Alles Wirtschaft in Waidhofen“ zu Vorträgen und Diskussionen über Wirtschaft ein.

Ab Anfang September werden namhafte Experten bei freiem Eintritt im Kristallsaal des Rothschildschlosses Einblicke und Analysen zur Funktionsweise des gegenwärtigen Wirtschaftssystems geben. Ob der vielen Krisen, in denen wir uns gegenwärtig befinden, werden sie außerdem Alternativen aufzeigen, die ein friedlicheres und glücklicheres Zusammenleben versprechen.
Auftakt mit Tumpel-Gugerell
Den Auftakt macht die Niederösterreicherin Beate Tumpel-Gugerell am Montag, 5. September. Als erste Frau bei der Vortragsreihe Wirtschaft 2050 wird die ehemalige Vizegouverneurin der Österreichischen Nationalbank und EZB-Rätin Einblicke in die Finanzpolitik der EU (Stichwort: Euro-Rettungsschirm) geben. Tumpel-Gugerell übte ihre Tätigkeit als eine von nur sechs Personen im Direktorium der Europäischen Zentralbank, was deren höchstes Gremium ist, acht Jahre lang aus und ist daher eine der renommiertesten und bestinformierten Bankerinnen Europas. Sie gilt als Verfechterin des Euro, weshalb sie auch die Finanzhilfe für kriselnde Länder wie Griechenland oder Irland stets verteidigte.
Trinkwalder und Scheidler
Als zweite Vortragende kann die Augsburgerin Sina Trinkwalder am 19. September im Kristallsaal begrüßt werden. Die 37-jährige Unternehmerin wirtschaftet in einer von vielen in Europa tot geglaubten Branche: in der Textilindustrie. Trinkwalders rund 150 Mitarbeiter nähen aus Rohstoffen, die mit Ausnahme der Baumwolle (Tansania) alle aus Deutschland kommen, qualitativ hochwertige Kleider. Laut Trinkwalder funktioniere ihr Unternehmen manomama deshalb so gut, weil es das einzige Ziel sei, für alle im Betrieb zu sorgen und die Gier nach immer höheren Profiten keinen Platz darin habe. Als letzter Vortragender kommt der Berliner Autor und Journalist Fabian Scheidler am 3. Oktober nach Waidhofen/Ybbs. Scheidler publizierte Anfang 2015 das Werk „Das Ende der Megamaschine“. Darin rollt er das herrschende Gesellschaftssystem von den Anfängen der Menschheitsgeschichte auf. Die Zusammenschau aus politischen, wirtschaftlichen und kulturhistorischen Blickwinkeln bietet neue Erkenntnisse und legt die Mechanismen der Macht offen. Im 21. Jahrhundert stoße die auf endloses Wachstum ausgelegte Megamaschine an ökologische und ökonomische Grenzen, die zu vermehrten krisenhaften Phänomenen führe und führen wird, so Scheidler. „Jeder von den Geladenen bringt einen anderen spannenden Schwerpunkt ein, aber alle drei können uns helfen, unsere Gegenwart besser zu verstehen. Das muss der erste Schritt sein, um eine bessere Zukunft zu schaffen – der Grund, weshalb wir Wirtschaft 2050 zum wiederholten Mal veranstalten“, so Teammitglied Raphael Kößl. Um Anmeldung unter www.wirtschaft2050.at wird gebeten. Weltladen und Hoflieferanten laden anschließend zu einem kleinen Buffet.


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