Der Gelbe Sack polarisiert auch in der Stadtpolitik
YBBSTAL. Der Gelbe Sack ist da: Leichtverpackungen werden zu Hause gesammelt und und in sechswöchigem Rhythmus abgeholt. Ausgenommen sind Wohnhausanlagen und öffentliche Gebäude. Hier wird es weiterhin gelbe Tonnen geben. In einer Presseaussendung der SPÖ & Unabhängigen kritisiert Vizebürgermeister Martin Reifecker die Umstellung und greift Bürgermeister Werner Krammer und seine WVP massiv an. Hier die Aussendung sowie ein Statement des Bürgermeisters:

SPÖ & Unabhängige:
Wer will den gelben Sack – NIEMAND!
Die Stadt Waidhofen stellt ihren Bürgern ein umfangreiches Müllentsorgungssystem zur Verfügung. Zumindest bis „jetzt“. Denn ab Mitte April will der Bürgermeister und seine allmächtige Partei WVP dieses System in Waidhofen umstellen und wie viele Bürger merken werden, verschlechtern. Die BürgerInnen sollen Leichtverpackungen im Gelben Sack zu Hause sammeln und dieser wird im 6-Wochenrythmus dann abgeholt. Die Gelbe Tonne wird es dann bei den Sammelinseln nicht mehr geben. Er verspricht, es wäre dann kein aufwendiger Transport der Leichtverpackungen zu den Sammelinseln mehr notwendig.
Der Bürger bzw. die Bürgerin wird aber weiterhin Metall, Papier und Glas trennen und zur Sammelinsel transportieren müssen, wenn „er“ oder „sie“ brav trennen (ein herzliches Danke). Wo sind da die Ersparnis und die Erleichterung? Auch die Leichtverpackungen gehen auf diesem Wege mit und diese müssen nicht 6 Wochen lang zu Hause umständlich aufbewahrt werden. Diese vom Bürgermeister in seinem Schreiben angegebene Ersparnis ist reinster „Holler“ genauso wie die Idee die gelben Tonnen einzusparen. Die Müllsammelstellen werden in der Größe ja (hoffentlich) nicht verändert.
Für den Abtransport der gelben Säcke von den einzelnen Häusern und Wohnungen sind langwierige Routen mit dem Sammel-LKW notwendig. Anstelle der wenigen Müllinseln, müssen jetzt die einzelnen Haushalte angefahren werden. Umständlich und umweltpolitisch und verkehrspolitisch auch ein „Nonsens“.
Für die Gemeinde ergibt sich durch diese Verschlechterung bei der neuen Müllentsorgung für den Bürger keine Einsparung. Höchsten eine geringfügige Kostensteigerung durch den aufwändigeren Abtransport. Wir – die SPÖ-Fraktion – gehen jede Wette ein, dass dem Bürgermeister und seiner WVP in den kommenden Jahren eine Müllgebührenerhöhung einfallen wird. Die anfallenden Kosten müssen ja weitergegeben werden, wie es im „Schönsprech“ des Bürgermeisters und seines Finanzstadtrats so schön heißt.
Weiters wird ein Teil der sogenannten Leichtverpackungen im Hausmüll landen, denn dieser wird zumindest im 14-Tage-Rhythmus geleert. Nur wo bleiben dann die Trennung und die Nachhaltigkeit?
Wer zu Abholtermin auf Urlaub, im Krankenhaus oder einfach nicht zu Hause ist, darf dann seinen Sack halt schon 14 Tage vorher auf die Straße stellen oder sein Sack wird erst wieder in 6 Wochen oder noch später abgeholt.
Wir – die SPÖ & Unabhängigen Waidhofen – sind wie so viele Bürgerinnen und Bürger überzeugt, dass diese Lösung auf keinen Fall bürgerfreundlicher ist. Wenn es dem Bürger etwas brächte, die Gemeinde kostengünstiger wirtschaften könnte und auch die Nachhaltigkeit des Systems verbessert würde, dann ja. Es sprechen aber alle oben angeführten Gründe dagegen und diese Vorgangsweise ist nicht sehr durchdacht und bringt dem Bürger nichts als zusätzliche Kosten in ein paar Jahren.
Statement Bürgermeister Werner Krammer:
Grundsätzlich nehmen wir alle Sorgen und Bedenken ernst. Mir ist bewusst, dass jede Veränderung zu Verunsicherungen führt. Konstruktive Anregungen, werden wir prüfen und das System gegebenenfalls anpassen. Die von der „SPÖ & Unabhängigen“ genannten Vorwürfe tragen zu keinen konstruktiven Lösungsansätzen bei. Mit der Umstellung auf den Gelben Sack, die breit evaluiert und wo Praxisbeispiele (z.B. Wels) vor Ort besichtigt wurden, passen wir uns den umliegenden Gemeinden und Städten an.
Bei der Umstellung stehen folgende positive Aspekte im Vordergrund: Saubere Müllsammelstellen und die Bewusstseinsbildung hinsichtlich Einkauf von Plastik und in weiterer Folge eine Verdichtung von leeren Leichtverpackungen, um Platz zu sparen.


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