Tagung der Raumplaner
WAIDHOFEN/YBBS. Die Natur mahnt uns immer wieder. Naturkatastrophen passieren, auch wegen des Klimawandels, immer häufiger. Die präventive und besondere Bedeutung der Raumplanung stand im Mittelpunkt der Tagung der Planer im Schloss Rothschild.

Die Wirkung der Naturgefahren auf Raumplanung und die Wirkung der Raumplanung auf Naturgefahren – war das Thema des diesjährigen Planertags. Er wurde heuer im Schloss Rothschild abgehalten. Zahlreiche Experten diskutierten dort über mögliche Maßnahmen und Notwendigkeiten.
Am 18. Juni wurden auch die europaweiten Projekte zum Trinkwasserschutz und zur Hochwasserprävention vorgestellt. „Wir sind in der Lage in zwei Projekten in der europäischen Kooperationsprogrammen unsere Ideen mit Kollegen aus Nachbarstaaten in Diskussion zu bringen und weiterzuentwickeln“, berichtete Hubert Siegel vom Ministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus. Er stellte die beiden Programme Camaro-D und Proline-Ce vor. Camaro–D verfolgt die Entwicklung von Landnutzung im Donaueinzugsgebiet. Gemeinsam mit 14 Projektpartnern in neun Ländern werden Maßnahmen z.B. zur Flutrisikominimierung verschriftlicht. Proline erstreckt sich über den gesamten Mitteleuropäischen Raum – teilnehmende Pilotregion ist auch Waidhofen a/d Ybbs. Dieses Projekt dauert drei Jahre – die Halbzeit ist bereits überschritten. Es wird von 13 Partner aus sieben Ländern getragen. Gemeinsames Ziel ist der verbesserte Schutz der Trinkwasserressourcen wie auch der Schutz vor Hochwasser/Dürre und damit verbunden die in der Herangehensweise einer integrierten Landnutzung. Der Innovationsansatz liegt in der starken Zusammenarbeit für ein gemeinsames Ziel: Mittels integrierter Landnutzung Schutz zu erzielen – einerseits FÜR das Wasser aber auch VOR dem Wasser. Gemeinsam mit Stakeholdern werden Richtlinien erarbeitet – und am Ende in einer gemeinsamen DRI-Flu-Charta beglaubigt. Die Bedeutung der Kommunikation zwischen Gefahrenexperten und Raumplanung, Bauverwaltung, Architekten wurde in vielen Fachvorträgen deutlich – und unterstrich auch der Schweizers Hans Kienholz. Am Nachmittag standen in Fachvorträgen gravitative Naturgefahren im Fokus.
Thema: Hochwasserschutz
Der Dienstag, 19. Juni, stand ganz im Zeichen des Hochwasserschutzes – diverse Vorträge und Workshops standen am Programm. Die Bedeutung der Raumplanung in diesem Zusammenhang sieht man auch ganz genau an den Schadenszahlen. Seit 2002 kam es in Niederösterreich zu Schäden im Wert von 1,2 Milliarden Euro. Seither wurden 550 Hochwasserschutzprojekte fertiggestellt, im Wert von 950 Millionen Euro. „Jetzt ist es wichtig, dass durch richtige Raumplanung neue Gefahrenzonen von vornherein vermieden werden“, unterstreicht Martin Angelmaier, Bereichsleiter Wassermanagement des Landes NÖ. Auf der Landeshomepage www.noe.gv.at sind unter Wasser und Hochwasser alle Gefahrenzonen ersichtlich. „Die Untersuchung der Gefahrenzonen führt zu wichtigen Daten – die Basis der Raumplanung. Für die Sicherheit der Wohnräume unserer Bürger brauchen wir auch weiterhin die finanzielle Unterstützung von Bund und Land dringend,“ so Ingenieurkonsulent für Raumplanung und Raumordnung Karl Heinz Porsch. “Mit der Raumplanung ist es wie mit der Gesundenuntersuchung – vorbeugen ist besser und auch sehr viel kostengünstiger als heilen“, fasst Ingineurskonsulent für Raumplanung und Raumordnung Andreas Lotz zusammen.


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