36 Jahre als "Öffentlichkeitsarbeiter" bei der Feuerwehr: Erwin Summerauer zieht zum Abschied Bilanz
WALDBURG. Nach fünf Jahrzehnten im Dienst der Feuerwehr und nach fast 36-jähriger Tätigkeit als Hauptamtswalter für Öffentlichkeitsarbeit im Bezirks-Feuerwehrkommando hat Erwin Summerauer seine Funktion zurückgelegt. „Es war höchste Eisenbahn, den Platz für einen jüngeren Nachfolger zu räumen“, meint der 66-Jährige augenzwinkernd. Für Tips blickt Summerauer auf seine Laufbahn zurück.

“Es war ein Hineinwachsen in die Öffentlichkeitsarbeit“, erinnert sich Erwin Summerauer. 1983 wurde er zum Schriftführer der FF St. Peter, Gemeinde Waldburg, gewählt. Davor übte er die Schriftführung bereits beim Eisenbahner-Sportverein ESV Westbahn Linz aus, es folgten weitere Vereine und Gemeinschaften. „FF St. Peter bei Freistadt wählte neues Kommando“ war die Überschrift seiner ersten Presseinformation, die am 21. April 1983 in der Lokalpresse abgdruckt wurde. Der erste Summerauer-Bericht in Tips über das Oldtimertreffen in St. Peter erschien im August 1998.
Einige Tausend Berichte
Jeden abgedruckten Bericht hob der eifrige Schreiber auf. Seine Sammlung umfasst heute mehrere Ordner mit wohl einigen Tausend Berichten. „Schreiberling“ geholt1990 bat der damalige Bezirks-Feuerwehrkommandant Karl Wagner den unermüdlichen „Schreiberling“ der Dorf-Feuerwehr St. Peter, auch Pressemitteilungen über besondere Feuerwehraktivitäten im Bezirk zu machen. „Die Informationen wurden damals mittels Brief oder Festnetztelefon ausgetauscht“, erinnert sich Erwin Summerauer. Anton Schinagl aus Waldburg war der erste Abschnittskommandant im Bezirk, der 1998 mit Summerauer einen Oberamtswalter für Öffentlichkeitsarbeit zur Bestellung durch die Landes-Feuerwehrleitung initiierte. Im Jahr 2000 holte Oberbrandrat Hans Sallaberger aus Hagenberg Kamerad Summerauer als Hauptamtswalter für Öffentlichkeitsarbeit in das Bezirks-Feuerwehrkommando. Und er „diente“ dann auch unter Sallabergers Nachfolger Franz Seitz weiter bis zu dessen Funktionsende 2019.
Vier Abschnitte „mitversorgt“
„Bis 2015 habe ich auch Aufgaben der fehlenden Oberamtswalter für Öffentlichkeitsarbeit in den vier Abschnitten mitbesorgt“, erzählt Summerauer. Ab 2015 hat der Abschnitt Freistadt Süd mit Mario Kienberger, ab 2016 der Abschnitt Pregarten mit Georg Riernößl und ab 2017 der Abschnitt Freistadt Nord mit Daniel Fleischanderl einen Öffentlichkeitsarbeiter, ab 2019 ist der Abschnitt Unterweißenbach mit Franz Rosinger ebenfalls abgedeckt.
Am Anfang war Pressearbeit noch umständlich
Einen Bericht samt Foto an die Redaktionen zu übermitteln, war in den Anfängen noch umständlich. Die hand- oder maschinengeschriebenen Texte wurden per Post geschickt oder persönlich abgegeben. Die Fotos, die man meist im Fotolabor entwickeln ließ, waren schwarz-weiß. Knapp vor der Jahrtausendwende wurde das Internet aktuell und im Jahr 2000 kaufte Summerauer seine erste digitale Kamera um 11.990 Schilling. „Ab dann waren die Bericht- und Fotoübermittlungen sozusagen ein Kinderspiel und der Aufwand gering – sieht man vom zeitlichen Aufwand vor der Berichterstellung ab – der ist gleich geblieben.“
Erster Auslandseinsatz
1993 informierte Bezirks-Feuerwehrkommandant Karl Wagner, dass sich Gruppen aus dem Bezirk Freistadt für die Teilnahme an den Internationalen Feuerwehrwettkämpfen in Berlin qualifiziert haben. Erwin Summerauer nahm sich Urlaub und fuhr, begleitet von seiner Frau Hilda, mit dem Zug nach Berlin und berichtete dann über die „Feuerwehrolympiade“. Seither war er bei nahezu allen Bundes-Feuerwehrleistungsbewerben und Internationalen Feuerwehrwettkämpfen (nur angemerkt: auf eigene Kosten) wo unser Bezirk mit einer oder mehreren Aktiv- oder Jugendgruppen vertreten waren, dabei. Bei den OÖ. Landes-Feuerwehrleistungsbewerben war er seit 1985 fast immer vor Ort. Anfangs noch als Mitglied der Bewerbsgruppe FF St. Peter (aber auch schon Fotoapparat mit). “Einen Großteil der ausländischen und inländischen Presseakkreditationen habe ich mir zur Erinnerung in einer Schachtel aufgehoben“, sagt er mit Stolz.
Information „hinter den Kulissen“
Oberste Priorität hatte für den Waldburger stets die Information der Bevölkerung über die vielfältigen Leistungen der 75 Feuerwehren im Bezirk. „Mir war wichtig, aufzuzeigen, was hinter den Kulissen notwendig ist, dass Männer und Frauen im Einsatzfall rasch und richtig helfen können, denn die meisten Presseberichte spiegeln nur einen Bruchteil der Feuerwehrarbeit wider“, betont Summerauer.
Schönste Erinnerungen
Zu den schönsten Erinnerungen seiner Laufbahn zählen der Empfang bei Bundespräsident Kurt Waldheim mit Kameraden seiner FF St. Peter im Jahr 1989 im Rahmen der Aktion „Rettet die Altäre von St. Peter“, die großen Erfolge bei den Flohmärkten zur Erhaltung der Filialkirche von St. Peter und die Fan-Fahrten zu den Feuerwehr-Weltmeisterschaften mit den Tragweiner Nachwuchslöschmeistern. „Es waren schöne, spannende, von Kameradschaft und Freundschaft geprägte Jahre in der großen Feuerwehrfamilie“, zieht Erwin Summerauer Bilanz, und schaut auch schon ein bisschen voraus:
Das freiwillige „Müssen“ fällt weg
„Es ist momentan noch etwas gewöhnungsbedürftig, wieder Herr des eigenen Terminkalenders zu sein und nicht mehr alle familiären, privaten und hobbymäßigen Interessen dem dichten Feuerwehr-Terminkorsett, soweit es möglich war, freiwillig anpassen und unterordnen zu müssen.“.


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