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WALDNEUKIRCHEN. Fronleichnamsprozessionen erinnern mit ihrer Pracht sowie den mit Birken, Blumen, Bildern und Fahnen geschmückten Wegen an barocke Traditionen.

Florian Huemer-Kals und Marlies Kirchweger mit Pfarrer Alois Hofmann Foto: Ulbrich
Florian Huemer-Kals und Marlies Kirchweger mit Pfarrer Alois Hofmann Foto: Ulbrich

Besonders das Salzkammergut lockt mit den Seeprozessionen viele Touristen an. In Waldneukirchen erhielt sich ein ganz besonderer Brauch mit den Schäferkindern, die seit 130 Jahren die Gruppe der weißen Mädchen und Erstkommunionkinder anführen. Ein vergilbter Zeitungsartikel in der Pfarrchronik nennt das erste Auftreten des reizenden Trachtenpärchens im Jahre 1887, als der damalige Pfarrer Purschka mit einem hohen kaiserlichen Orden ausgezeichnet wurde.

Hirtentracht

Bis heute erhielt sich in Waldneukirchen der früher auch in anderen Orten verbreitete Brauch der Schäferkinder. Ein Bub und ein Mädchen aus der ersten Klasse Volksschule tragen die biedermeierliche Hirtentracht mit weißen Blusen, rotem bzw. grünem Giletleibchen, schwarzem Lüsterrock oder schwarzer Kniebundhose. Wirklich aus der Anfangszeit stammen der Hirtenstab, die Schäfertaschen und die Strohhüte; die Kleider mussten teilweise erneuert werden, weil sie schon ganz zerschlissen waren.

Engagierte Frauen

Die „Schäferleitl“, wie sie liebevoll genannt werden, erinnern an die im vorigen Jahrhundert beliebten christlichen Theaterspiele, wo der gute Hirt eine sündige Schäferin auf den rechten Weg führt. Warum sich dieser alte Brauch erhalten hat, hängt mit den engagierten Chefinnen der Frauenbewegung zusammen. Sie ließen es einfach nicht zu, dass der Brauch beendet wird.

Zarte, kleine Kinder

Heute kümmert sich Josefine Ulbrich um die korrekte Pflege und Aufbewahrung. Die Lehrerin der ersten Klasse sucht zarte, kleinere Kinder aus, denn das Kleid und die Hose sind nicht besonders groß geschnitten. Aufbewahrt werden die Kostüme immer noch in einer großen Spanschachtel aus der Zeit der Pferdeeisenbahn. Alte Etiketten erzählen davon, dass einst Hüte in dieser Schachtel zwischen „Linz und Budweis“ transportiert wurden.


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