"Landwirtschaftlich geprägt und naturverbunden"
WALDNEUKIRCHEN. Seit 2014 steht Karl Schneckenleitner an der Spitze der 2.194 Einwohner-Gemeinde. Tips sprach mit dem Bürgermeister unter anderem über aktuelle Projekte und zukünftige Herausforderungen.

Tips: Die Gemeinde gewinnt Einwohner dazu, was macht Waldneukirchen aus Ihrer Sicht besonders lebenswert?
Karl Schneckenleitner: Waldneukirchen ist ein idealer Wohnort mit einem äußerst aktiven Vereinsleben. Der Zusammenhalt ist groß. Darüber hinaus sind wir eine ländlich strukturierte Gemeinde, eingebettet in eine herrliche Landschaft. Die Anbindungen im Süden an die Steyrtal-Bundesstraße sowie nördlich an die Voralpenbundesstraße ergeben eine hervorragende Verkehrs-Infrastruktur. Durch die Nähe zum Städtedreieck Linz-Wels-Steyr ist auch das Interesse für betriebliche Ansiedlungen groß. Wir haben viele Arbeitsplätze – das ist ob der überschaubaren Größe der Gemeinde nicht selbstverständlich.
Wie sieht es aktuell mit Baugrundstücken aus?
Bauland ist momentan eher nur sehr begrenzt vorhanden. Es gibt zwar gewidmete Baugrundstücke, diese sind jedoch in Privatbesitz. Wir sind dabei, Bauland zu mobilisieren, um einen gewissen Zuzug zu ermöglichen und damit auch kontinuierliches Wachstum. Erfreulich ist, dass die Styria Wohnungsgenossenschaft wieder ein Baugrundstück erworben hat und dort in den nächsten Jahren Miet- und Eigentumswohnungen errichten wird. Grundsätzlich sind die Baulandpreise bei uns noch relativ moderat, was Waldneukirchen als Wohngemeinde wachsen lässt.
Wie ist es um die Nahversorgung in der Gemeinde bestellt?
Es ist nahezu alles da: Wir haben ein gut florierendes Lebensmittelgeschäft, einen Friseur, eine Bankstelle im Ort, eine Tankstelle und bäuerliche Betriebe mit Ab-Hof-Verkauf. Auch Kindergarten, Volksschule, Gemeindearzt und Betreubares Wohnen gibt es. Mit dem Gasthof Hohe-Linde in toller Aussichtslage und ein paar kleineren Gastronomiebetrieben haben wir noch Gastwirte. Wermutstropfen ist, dass es im Ortskern, abgesehen von einer Pizzeria, keinen Gastwirtsbetrieb mehr gibt.
Welche Projekte beschäftigen die Gemeinde derzeit?
Der Glasfaserausbau ist voll im Laufen, im Ort nahezu abgeschlossen, die ersten Häuseranbindungen sind realisiert. Ziel ist ein flächendeckender Ausbau über das ganze Gemeindegebiet. Die laufenden Verbesserungen und Erweiterung von Gehwegen müssen im Fokus bleiben. Auch die Erweiterung und Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technologie soll zu mehr Sicherheit beitragen. Der Ausbau von Siedlungsstraßen sowie die Aufschließung der verfügbaren Gewerbegründe wird uns die nächsten Jahre noch begleiten. Der Bau eines Güterweges im Ortsteil Pesendorf steht noch an. Am Sportplatz wurde das Dach des Vereinsheims saniert, die Umzäunung nach 40 Jahren erneuert; die Verkabelung der Flutlichtanlage ist noch zu sanieren. Das zukünftig größere herausfordernde Projekt – auch finanziell – wird die Sanierung und der Ausbau der Turnhalle sein. Zudem stellt uns die Trockenheit der letzten Jahre vor die Herausforderung, einen neuen Brunnen zu erschließen sowie weitere mit Trinkwasser unversorgte Gebiete an das Wasserleitungsnetz anzuschließen.
Wo sehen Sie Waldneukirchen in zwanzig Jahren?
Das ist schwierig zu beantworten. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft macht mir Sorgen. Es ist zu beobachten, dass die Veränderung noch nicht abgeschlossen ist – immer noch sperren Höfe zu oder werden verpachtet. Die Rolle des Bauern wird in der Gesellschaft zu wenig wertgeschätzt.
Werden Sie bei der Gemeinderatswahl 2021 kandidieren?
Ich habe als Bürgermeister noch keinen Tag bereut. Ich versuche, meine Arbeit so zu machen, dass die Bürger größtenteils zufrieden sind und die Gemeinde für jeden Bürger lebenswert bleibt. Die Lebensqualität soll weiterhin hoch bleiben. Es ist eine schöne Aufgabe, an der Gestaltung der Gemeinde teilzuhaben. Aus heutiger Sicht sehe ich keinen Grund, 2021 nicht zur Wahl anzutreten.


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