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WALLERN. Für Diskussionsstoff sorgt ein weiterer, geplanter Supermarkt für die Gemeinde Wallern. Es wäre Geschäft Nummer vier. Zu viel, sagen die Grünen und wollen die Bürger in einer Volksbefragung entscheiden lassen ob der Markt tätsächlich gebaut werden soll. Bürgermeister Franz Kieslinger sieht in dem Geschäft einen zusätzlichen Frequenzbringer und den Vorteil, dass eine Baulücke geschlossen werden könnte.

  1 / 2   Mit dem Supermarkt soll die Baulücke an der Ortseinfahrt in Wallern geschlossen werden. Foto: LangS

Braucht Wallern einen vierten Supermarkt? Geht es nach den Grünen und Fraktionsobmann Wilfried Kraft ist die Antwort klar „nein“. Man sehe einen Nachteil für die zukunftsfähige Entwicklung des Ortes. „Wir befürchten, dass durch einen zusätzlichen Supermarkt der Warenumsatz weniger wird und dadurch noch mehr Lebensmittel weggeschmissen werden müssen“, so Wilfried Kraft. Darüber hinaus sei eine Qualitätsverschlechterung zu befürchten, wenn ein Ort mehr als ausreichend versorgt ist. „Es ist ein reiner Verdrängungswettbewerb, wir sind mit 3000 Einwohnern mit Lebensmittelgeschäften überversorgt“, meint Kraft, der dadurch auch eine Gefahr für zukünftige Geschäftsruinen sieht. Es mache laut Kraft mehr Sinn, Betriebe zu gewinnen, die in der Gemeinde langfristig spürbare Kommunalsteuereinnahmen bringen. Bürgermeister Franz Kieslinger kann diese Bedenken nicht nachvollziehen. Vor allem beim Thema Qualität des Warenangebots geht Kieslinger vom Gegenteil aus: „Ich bin der Meinung, dass ein größeres Angebot zu besserer Qualität führt – jeder muss sich mehr anstrengen – die Märkte werden nicht mehr in den Müll werfen wie bisher, und ihr Sortiment immer auf den Bedarf abstimmen“. Auch einen Verdrängungswettbewerb sieht Kieslinger nicht. „Jeder der vier Anbieter wird unsere Region als Markt sehen und sich nicht verdrängen lassen.“ Als vierter Markt würde sich der Diskonter Lidl interessieren.

Schließen einer Baulücke

Seit 20 Jahren werde laut dem Bürgermeister für das Grundstück eine entsprechende Nutzung gesucht. „Ein Markt, der zur Hälfte Non-Food Artikel anbietet, erweitert das Warenangebot für unseren Ort, gleichzeitig kann er Frequenzbringer für andere Geschäfte sein“, meint Kieslinger. „Das vorgesehene Grundstück in Wallern ist als Standort aus Sicht der Marktgemeinde bestens geeignet – stellt es doch eine Baulücke zwischen zwei Betrieben dar, liegt an der Landesstraße und ist somit leicht erreichbar. Der Markt wird wie die anderen Märkte (Hofer, Billa, Spar) nicht nur als lokaler, sondern auch als regionaler Anbieter gesehen und soll sicherlich nicht nur für die Gemeinde Wallern gebaut werden“. Auch für die Grünen mache das Schließen einer Baulücke grundsätzlich Sinn. „In Wallern stehen aber nicht mehr allzu viele Gewerbeflächen zur Verfügung“, meint Kraft. Dass durch den Supermarkt eine Sogwirkung für andere Geschäfte entstehen könnte, die sich dann auch in Wallern ansiedeln, sieht Kraft nicht. Darüber hinaus sei es laut dem Grünen nicht erstrebenswert, an der Orteinfahrt jeder Gemeinde dieselbe Ansammlung von Geschäften vorzufinden – oft im Abstand von wenigen Kilometern.

 

Attraktiver Standort

Auf Nachfrage beim Lidl-Konzern heißt es, dass es noch keine detaillierten Pläne für eine neue Filiale in Wallern gäbe, der Standort für die Marktkette allerdings sehr interessant sei. Wenn eine neue Filiale gebaut wird, würden dort 15 bis 20 Arbeitsplätze entstehen, heißt es von Lidl.

Volksbefragung

Geht es nach den Grünen, sollen die Wallerner Bürger selbst entscheiden, ob sie den Markt haben wollen. Dies soll im Rahmen einer Volksbefragung möglich werden. „Uns ist wichtig, dass wir die Leute befragen ob sie einen weiteren Supermarkt haben wollen“, meint Kraft. „Ich erwarte mir, dass man die Meinung der Menschen abbildet. Diese sollten das demokratische Recht in Anspruch nehmen“. Vorerst müssen allerdings noch 15 Prozent der Wahlberechtigten das Vorhaben einer Volksbefragung unterstützen. Im Falle der Gemeinde Wallern sind dies mindestens 365 Personen, die in einer vierwöchigen Eintragungsfrist das Anliegen unterschreiben müssen. Wird die Volksbefragung ausreichend befürwortet, hat der Gemeinderat in der Sitzung am 2. Oktober einen Termin für die dafür festzulegen. Das Ergebnis einer Volksbefragung ist nicht bindend. Bisherige Beispiele würden laut Kraft jedoch zeigen, dass Wünsche der Bürger wahrgenommen werden. „Ich sehe eine Volksbefragung als demokratisches Mittel, das aber auch Geld kostet. Es muss wie eine Wahl ausgeschrieben werden, Stimmzettel gedruckt und an einem Sonntag, wie eine Wahl, durchgeführt werden. Dabei fallen entsprechend Überstunden durch die Bediensteten an“, meint der Bürgermeister.

Die Grünen veranstalten einen Abend mit Kabarett und Diskussionsmöglichkeit zur Supermarktdebatte am 6. September um 20 Uhr im Veranstaltungszentrum Akzent.


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