Franz Karner über seine Zeit als Kommandant
Wang. Am 9. September feiert die Freiwillige Feuerwehr Wang ihr 140-Jahr-Jubiläum. Franz Karner war lange Jahre Kommandant der Feuerwehr – unter ihm gab es viele Neuerungen, die auch den gesamten Bezirk betreffen.

Am 12. August 1961, mit 21 Jahren kam Franz Karner zur Feuerwehr, 1963 erreichte er das erste silberne Leistungsabzeichen in Scheibbs und 1964 war er bereits Gruppenkommandant bei den Feuerwehr-Wettkämpfen in Gloggnitz. Danach hat er einige Chargenlehrgänge absolviert. Von 1971 bis 1996 war Karner Kommandant der Feuerwehr Wang, im Jahr 1977 machte er das goldene Leistungsabzeichen – die sogenannte Feuerwehrmatura. Er absolvierte zahlreiche Bewerbe, Kurse und Ausbildnerkurse und war lange Jahre Lehrgangsleiter der Feuerwehrkurse.
Lehrgänge werden nach Wang geholt
Karner hat sich dann dafür eingesetzt, die Lehrgänge für die Bezirksfeuerwehrkurse nach Wang zu bekommen. „Das bot sich an, weil es ein neues Feuerwehrhaus und auch einen geeigneten Platz für Schulungen gab“, so Karner. Damals wurde auch mit anderen Ausbildnern eine Resolution für Wang als Ausbildungsstandort unterschrieben. Ebenso war Karner beim ersten Nassbewerb im Bezirk federführend und hat zum Beispiel auch Bezirkskommandanten wie Helmut Laube, Heinz Hofer und Franz Spendlhofer, zum goldenen Leistungsabzeichen ausgebildet. Als Lehrgangsleiter hat er immer auf Korrektheit, klare Regeln und seriöses Auftreten geachtet und auch darauf, dass kein Alkohol getrunken wurde. Das Angebot, in der Feuerwehrschule in den Bewerterstab für das goldene Leistungsabzeichen einzutreten, hätte Franz Karner zwar auch sehr interessiert, wurde aber aus Zeitgründen von ihm abgelehnt.
Brand bei der Familie Glack
Der erste große Einsatz war der Brand bei der Familie Glack Mitte der 1970er-Jahre. Dabei ist der gesamte Wirtschaftstrakt vollständig abgebrannt. Der Feuerwehralarm ging um 9.30 Uhr los – insgesamt waren etwa 100 Feuerwehrmänner von fünf Feuerwehren aus der Umgebung an der Löschaktion beteiligt. Der Viehbestand konnte dabei zum Glück gerettet und auch das Wohnhaus sowie umliegende Gebäude geschützt werden, da das Anwesen mitten im Markt stand. Das glosende Heu wurde zum Ewixenbach transportiert. Mitte der 1970er-Jahre gab es auch eine Übung beim Mitterberg Kogl – weit oben am Mitterberg. Die Übung wurde mit zwei benachbarten Feuerwehren durchgeführt. Das Haus liegt in einer exponierten Lage – angenommen wurde eine gefährliche Situation, der Wald war in unmittelbarer Nähe. Das Wasser wurde vom Ewixenbach im Tal über 200 Höhenmeter hinaufgepumpt. Eine große Herausforderung war insbesondere, wie die Pumpen positioniert werden sollten. Diese Übung war eine der ersten ihrer Art und fand auch bald Nachahmer. Wie die Übung zu Ende war, hat die Sirene angeschlagen, weil am Haberg ein Waldbrand ausgebrochen war. Als wichtig bei den Einsätzen wurde immer auch eine entsprechende Verpflegung erachtet, um die Leistungsfähigkeit der Feuerwehrmänner zu erhalten. Die Brände haben sich in den letzten Jahren geändert. Dabei müssen wegen der giftigen Dämpfe Atemschutzmasken getragen werden – das gab es früher gar nicht, so Karner.
Wünsche für die Zukunft
Franz Karner wünscht der Feuerwehr, dass es in Zukunft so weitergeht wie zurzeit – mit dem jetzigen Kommandanten, Alois Hochholzer, den er selbst ausgebildet hat, sieht er die Feuerwehr in guten Händen, ebenso sieht er das bei den Stellvertretern. Hochholzer ist auch Abschnittsfeuerwehrkommandant-Stellvertreter für das Kleine Erlauftal.
Kunst als konträres Hobby zur Feuerwehr
Karners großes Hobby ist das Kunsthandwerk Kupfertreibarbeiten und auch wenn es um die Feuerwehr geht, ist er noch gerne dabei und steht mit seinem Wissen zur Verfügung. Besonders stolz ist Karner unter anderem darauf, dass bei der Mitglieder-Versammlung eingeführt wurde, dass die Jahresberichterstattung auch von den Fachgruppen und nicht nur vom Kommandanten berichtet wird.
„Das ist jetzt gang und gäbe“. Auch der Neubau des Feuerwehrhauses im Meierhof, das Ende der 1980er fertiggestellt wurde, ist unter 'seiner' Zeit passiert. Das alte Gewölbe war dabei eine Herausforderung – das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Ebenso war auch der Besuch einer polnischen Feuerwehr in Radom, das zirka 100 km von Warschau (Polen) entfernt liegt, ein „Highlight“. Dort war er bereits 1987 gemeinsam mit seiner Frau und nach dem Mauerfall gab es einen erneuten Besuch. Karner erhielt dort eine Ehrenauszeichnung – die zweithöchste Auszeichnung, die es gibt, worauf er sehr stolz ist.


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