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WARTBERG. Familie Q. kommt aus dem Irak. Vater Zana, Mutter Banaz und die beiden kleinen Kinder Arin und Lillian leben seit zwei Jahren als Asylwerber in Wartberg ob der Aist. Ohne die Begleitung ihres Buddies Betina wäre der Neustart in Österreich viel schwerer gewesen, vor allem, da der fünfjährige Arin mit einer Beeinträchtigung lebt. 

Familie Q. aus dem Irak und Betina verbindet inzwischen eine echte Freundschaft. Foto: Volkshilfe
Familie Q. aus dem Irak und Betina verbindet inzwischen eine echte Freundschaft. Foto: Volkshilfe

„Ich habe selbst einen körperlich beeinträchtigten Sohn und als ich erfuhr, dass eine Familie nach Wartberg kommt, die auch einen Sohn mit einer Beeinträchtigung hat, wollte ich einfach helfen. Ich weiß, wie schwer es schon als Österreicherin ist, bei Therapieterminen, Arztgesprächen und Medikamenten nicht den Überblick zu verlieren. Ich wollte der Familie in dieser schwierigen Situation in einem fremden Land einfach helfen“, erzählt Betina über ihren Entschluss, Buddy zu werden.

Am Anfang war die Orientierung im neuen Land sehr wichtig für die Familie: „Betina hat uns besonders am Anfang geholfen, uns überall zurecht zu finden. Bei Amtswegen und Arztterminen war ihre Unterstützung sehr wichtig. Außerdem haben wir viel Deutsch gelernt miteinander. Immer wenn ich etwas nicht verstanden habe, hat mir Betina die Zusammenhänge erklärt“, erinnert sich Zana.

Inzwischen läuft die Kommunikation zwischen den Kulturen auch ohne Lernstunden reibungslos. Deutsch geübt wird im täglichen Alltag, bei Ausflügen in den Zoo oder den Zirkus, beim gemeinsamen Kochen oder beim gemeinsamen Friedensgebet in der Pfarre Wartberg.

„Unschätzbarer Wert“

Rosa Rumetshofer, Freiwilligenkoordinatorin der Volkshilfe Flüchtlings- und MigrantInnenbetreuung freut sich über jede Begegnung, die sie organisieren kann: „Der Wert solcher Freundschaften ist unschätzbar. Die Jugendlichen, Erwachsenen und Familien, die zu uns kommen haben alle Wurzeln verloren, sind fremd in einem für sie oft völlig unverständlichen Land und mit tausend kleinen Alltagsproblemen konfrontiert. Obwohl unsere Mitarbeiter natürlich erste Ansprechpersonen sind, können sie echte Freundschaften nicht ersetzen und solche entstehen fast immer bei unserem Projekt. Viele der Buddies wissen gar nicht, wie sehr sie das Leben der Menschen zum Besseren wenden, einfach nur durch ein paar Stunden ihrer Zeit.“

Betina: „Habe meine Entscheidung nie bereut“

Am Anfang war der Kontakt zwischen Buddy und Familie noch sehr intensiv. Heute lebt die Familie schon sehr selbstständig, wie Betina erzählt: „Wenn ich mal länger fort bin oder keine Zeit habe, sage ich ihnen das einfach. Oft höre ich länger nichts von ihnen und frage dann wieder von mir aus nach, wie es ihnen geht. Man lernt dadurch die andere Kultur kennen, wobei ich sagen muss, dass es bei meiner Buddyfamilie keine besonders großen Kulturunterschiede gibt. Viel Freude bringen mir die Kinder, für die ich ein wenig die Omarolle übernommen habe. Es ist schön, wenn man reinkommt und mit einem Lachen begrüßt wird. Überhaupt erfahre ich von der ganzen Familie große Wertschätzung. Es wird nichts als selbstverständlich betrachtet. Es hat sich inzwischen eine echte Freundschaft entwickelt.“

Die Volkshilfe ist immer auf der Suche nach Menschen, die wie Betina bereit sind, sich als Buddy zu engagieren. „Wir freuen uns, wenn noch mehr Menschen den Flüchtlingen einen kleinen Teil ihrer Zeit schenken“, so Rosa Rumetshofer. Nähere Infos zum Buddyprojekt in Wartberg gibt Flüchtlingsbetreuerin Helene Hölzl gern per Mail unter helene.hoelzl@volkshilfe-ooe.at oder telefonisch unter 07236/63737.


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