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SPITAL BEI WEITRA. Die pensionierte Pädagogin Erika Hager unterstützt seit einigen Jahren ein Hilfsprojekt in Südindien. Es geht darum, Kindern den Zugang zu Schule und Bildung zu ermöglichen. Tips Redakteur Erich Schacherl hat die engagierte Waldviertlerin dazu befragt.
Von ERICH SCHACHERL

Mit dem Kauf eines Buches kann das Hilfsprojekt unterstützt werden. Foto: Schacherl
  1 / 4   Mit dem Kauf eines Buches kann das Hilfsprojekt unterstützt werden. Foto: Schacherl

Seit dem Jahr 2009 engagiert sich die ehemalige Lehrerin Erika Hager für ein Sozialprojekt in der südindischen Stadt Theni. Sie finanziert die Schulbildung von Kindern, die durch HIV ihre Eltern verloren haben. Nachdem sie einige Monate in einer Schule in Theni als Englischlehrerin gearbeitet hat, startete sie mit der Unterstützung.

Tips:Worum geht es bei dem Hilfsprojekt?

Erika: Es ist ein Projekt, das Kindern die Waisen oder Halbwaisen sind, weil ihre Eltern durch Aids gestorben sind, eine Chance bietet, Bildung zu erhalten. Es geht darum, ihnen den Weg in die Schule zu ebnen.

Tips:Wie funktioniert die Unterstützung?

Erika: Kinder müssen in Indien Schulgeld bezahlen. Das beginnt bei der Volksschule für Fünf- bis Sechsjährige mit umgerechnet 36.- Euro pro Jahr und geht bis 120.- Euro im Maturajahr. Dann brauchen die Kinder und Jugendlichen eine Schuluniform, in Indien ist das Pflicht. Die Ärmsten unter ihnen erhalten zusätzlich Reis und Linsen. Und jene Kinder, die von Geburt an mit HIV infiziert sind, brauchen auch noch Medikamente. Ich unterstütze das, indem ich Geld überweise.

Tips:Du weißt, was mit deiner finanziellen Unterstützung passiert?

Erika: Ja und zwar ganz genau, das läuft alles sehr transparent. Das Projekt wird von Frauen des katholischen Ordens der „Presentation Sisters“ betreut. Die Leiterin Schwester Anastasia (Anmerkung: Erika Hager kennt sie durch ihren Besuch im Jahr 2008 persönlich) hat für jedes Kind ein eigenes Konto angelegt. Das Geld wird dafür verwendet, was die Kinder brauchen (siehe oben). Ich erhalte von Schwester Anastasia vierteljährlich einen Bericht.

Tips:Wie viele Kinder unterstützt du auf ihrem Bildungsweg?

Erika: Derzeit sind es etwa 75 Kinder.

Tips:Kennst du deine Schützlinge persönlich?

Erika: Ja. Ich reise alle zwei Jahre nach Theni und besuche die Schule und das Hospiz. Dort treffe ich mich dann mit Familienverbänden, wo Kinder leben, denen ich helfe. Ich sehe die Kinder, kann mit ihnen reden und erlebe, wie begeistert und dankbar sie sind. Einige die ich unterstützt habe, konnten die Schule abschließen und dann ihren eigenen Weg gehen. Das ist großartig.

Tips:Was hat dich dazu bewogen, den Kindern zu helfen?

Erika: Als ich 2008 dort an der Schule vier Monate unterrichtet habe, wurde mir sehr klar vor Augen geführt, wie privilegiert wir in Österreich in Frieden und Wohlstand leben können.

Tips:Wie jemand Interesse hat, das Projekt zu unterstützen, was gibt es da für Möglichkeiten?

Erika: Ich habe ein Buch über meine Reisen in den Himalaya und nach Indien veröffentlicht. (Anmerkung: „Geh hin, wo der Pfeffer wächst – Reisenotizen aus Nepal und Indien“, erschienen im Verlag Bibliothek der Provinz, Weitra). Wird das Buch direkt beim Verlag bestellt, gehen von den 18.- Euro 30 Prozent an das Hilfsprojekt. Es besteht auch die Möglichkeit, sich per Mail direkt an mich zu wenden.

Tips: Danke für das Gespräch.

Buchbestellung bei www.bibliothekderprovinz.at


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