"Jede Sekunde zählt" - Rotes Kreuz ruft zu Erste-Hilfe-Kursen auf
LINZ. Im Ernstfall zu wissen, wie man helfen kann, rettet Leben. Diese Erfahrung haben auch Ronald Kopecny und Andreas Neubacher aus Krenglbach gemacht, als Ronald einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitt. Das Rote Kreuz appelliert an alle, das Erste-Hilfe-Kursangebot anzunehmen, ab 26. September finden oberösterreichweit wieder verschiedene Kurse statt.

An einem Sommerabend im Juli nach dem Feuerwehrtraining fühlt Ronald sich kraftlos, seine Hände schlafen andauernd ein. Sein Befinden kommt ihm und seiner Frau Viktoria komisch vor, Ronald ruht sich aus, bis sich sein Zustand auf einmal drastisch verschlechtert. Er erlitt einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Sein Schwager Andreas Neubacher war sofort zur Stelle und begann mit der Herzdruckmassage, während seine Frau Marlene den nächstgelegenen Defibrillator holt. „Sofort packten wir den Defi aus und begannen mit den Wiederbelebungsmaßnahmen. Es ging um Leben und Tod.“ Seitdem bezeichnet Ronald den 30. Juli als seinen „zweiten Geburtstag“.
Ins Leben zurückgeholt
Sie setzten die Rettungskette in Kraft, beim Eintreffen der alarmierten Rettungskräfte zeigte Ronald bereits wieder erste Lebenszeichen. Nach fünf Maßnahmen mit dem Defibrillator kehrte seine gesunde Hautfarbe und Körperspannung langsam wieder zurück, seine Atemfunktion setzte wieder ein. „Erste Hilfe rettete mein Leben. Im Ernstfall zählt oft - wie man sieht - jede Sekunde“ bedankt sich der Gerettete. Die Retter Andreas und Marlene sind bereits seit Jahre im Rettungsdienst tätig und wussten, was zu tun ist. In den Erste-Hilfe-Kursen wird dieses Wissen weitervermittelt, auch der Umgang mit Defibrillatoren ist Teil des Kursprogramms.
Das Kursangebot
Noch immer sterben Menschen, weil erste Hilfe zu spät einsetzt oder die Angst besteht, Fehler zu machen. Tips berichtete ü„Nichts zu tun ist das Einzige, was Menschen im Notfall falsch machen können.“, so Walter Aichinger, Präsident des Oberösterreichischen Roten Kreuzes (OÖRK). Ein Erste-Hilfe-Kurs nimmt die Angst und gibt Sicherheit, im Ernstfall handeln zu können. Ab 26. September startet das OÖRK flächendeckende Erste-Hilfe Kurse an ihren Dienststellen. Neben den Anfängerkursen finden auch Auffrischungskurse sowie Spezialkurse, beispielsweise für Säuglinge, statt. Das Rote Kreuz empfiehlt, alle vier Jahre einen Auffrischungskurs zu besuchen. Bei der Hälfte der Oberösterreicher liegt der letzte Erste-Hilfe-Kurs zehn Jahre oder mehr zurück. Das wirke sich laut Aichinger auch auf die Fähigkeit aus, rasch und richtig helfen zu können.
Wissen, dass sich lohnt
Bei einem Atem-Kreislauf-Stillstand verschlechtert sich die Überlebensrate pro Minute um zehn Prozent - es zählt also wirklich jede Sekunde. die Überlebensrate bei diesem Notfall liegt außerhalb der Spitäler in Österreich bei 10 bis 20 Prozent. Doch es gibt Luft nach oben: In skandinavischen Ländern sorge das Eingreifen von Ersthelfenden für eine Überlebensrate von 40 bis 70 Prozent, so das OÖRK. „Auch wen zu 99 Prozent nichts passiert, lohnt sich ein Erste-Hilfe-Kurs zu 100 Prozent“, betont Aichinger.
Raiffeisen als langjähriger Partner
Seit 25 Jahren unterstützt die Raiffeisen Bankgruppe das OÖRK und vor allem das Jugendrotkreuz.“Durch die starke regionale Verwurzelung ist es uns als Raiffeisenbankengruppe OÖ vor allem auch ein großes Anliegen, die Regionen nachhaltig mitzugestalten“, so Generaldirektor-Stellvertreterin der Raiffeisenlandesbank OÖ, Michaela Keplinger-Mitterlehner.


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