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WELS. Zwei 100-jährige Personen leben derzeit in der Stadtgemeinde Marchtrenk, so die freundliche Auskunft beim Bürgerservice. Maria Pfeffermann ist eine davon, wobei sie mit einem verschmitzten Lächeln ergänzt: „Im November werde ich 101.“

Das Ehepaar Anja und Hosea JACOB mit Maria Pfeffermann beim diesjährigen Sommerkongress von Jehovas Zeugen in Wels. Foto FMZ (Bildrechte: Franz Michael Zagler)

Maria verblüfft doppelt. Sie geht vielleicht als rüstige 80-Jährige durch, aber niemals als bald 101-Jährige. Und ihr Lächeln verzaubert. Und das, obwohl sie 1925 in Polen in keine wohlbehütete Familie hineingeboren wird, sich 1942 einer Gruppe anschließt, um nach Österreich zu flüchten.

Bald heiratet sie und wird Mutter von sieben Kindern. Die nächsten Jahrzehnte sind geprägt von einem einfachen und bescheidenen Leben. Maria weiß sich zu helfen und verarbeitet die Erzeugnisse aus ihrem Garten. Als 2002 ihr Mann stirbt, gibt sie nicht auf. Ihre sieben Kinder unterstützen die taffe Mama, die sich mit köstlicher Marmelade und ihrem berühmten Karottensaft bedankt. Maria bäckt auch leidenschaftlich gern und verwöhnt Besucher mit selbstgebackenen Bauernkrapfen. Sie hat auch ein Herz für Tiere und pflegt ausgediente Legehennen. 

Maria an allen drei Kongresstagen da

Alle drei Tage nimmt sie in den vorderen Reihen Platz, obwohl das gesamte Programm für Personen, denen es nicht möglich ist, in Präsenz anwesend zu sein, per Video-Stream ausgestrahlt wird. „Das wäre etwas für Ältere“, so Maria spitzbübisch und bedankt sich bei ihren Glaubensgeschwistern aus Marchtrenk, die sie mit dem Auto mitnehmen. Und so ist es der bald 101-jährigen Maria möglich, die Gemeinschaft zu genießen, das Singen der Lieder der täglich über 2500 Anwesenden live mitzuerleben und 56 Kurzfilme auf der großen Video-Wall zu sehen. 

Spannung bis zum Schluss, nicht nur bei Maria

Das Programm endet täglich mit einer besonderen Ansprache von Hosea JACOB, der als Vertreter der Europazentrale von Jehovas Zeugen in Selters/Taunus, Deutschland, mit seiner Frau Anja nach Wels gekommen ist. Zum Beispiel erzählte er von seiner Kindheit, um verständlich zu machen, dass echtes Glück nicht von Äußerlichkeiten abhängt. Er liebte seine Modelleisenbahn und fieberte dem Moment hin, wo er sich wieder einen neuen Waggon kaufen konnte. Er habe sich riesig darüber gefreut aber auch erlebt, dass diese Freude mit der Zeit verblasst. Später habe er erkannt, „dass dauerhaftes Glück und Zufriedenheit mit der Freundschaft mit Gott in Verbindung stehen, denn der Gott der Bibel wird als ‚der glückliche Gott‘ beschrieben“, so JACOB weiter. 

„Ewiges Glück“ sprichwörtlich

JACOB ermunterte die aufmerksame Zuhörerschaft, weiterhin nach der „Goldenen Regel“ Jesu aus der Bergpredigt zu leben und andere so zu behandeln, wie man selbst gerne behandelt werden möchte. Das würde einschließen, großzügig Gutes zu tun und darauf zu vertrauen, dass Gott bald seine „große Belohnung“ wahr macht. Darauf freut sich die bald 101-jährige Maria. Sie ist davon überzeugt und muss beim gemeinsamen Foto mit Ehepaar Jacob eine Freudenträne vergießen.


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