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SHANGHAI/MARCHTRENK. Sich ein Bild vor Ort zu machen war das Ziel der Delegationsreise von Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (VP) mit Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt bietet für die oberösterreichische Wirtschaft große Chancen und sichert damit den Standort Oberösterreich.

Starlim Nantong Werksbesuch (Foto: Land OÖ / Ernst Grilnberger)
  1 / 2   Starlim Nantong Werksbesuch (Foto: Land OÖ / Ernst Grilnberger)

Innovationen und Dienstleistungen stehen in China hoch im Kurs. Namhafte Unternehmen wie Starlim, Miba, Ebner Industrieofenbau, Stiwa, Lecapell, Engel, B&R und Mark Metallwaren nutzen diese Chancen. Mit ihrem Engagement im chinesischen Markt stärken sie ihre Wettbewerbsfähigkeit und sichern damit die Produktionen in Oberösterreich. Was diese Unternehmen vereint, ist das Ziel, den lokalen Markt vor Ort zu betreuen. „Local for local“ lautet die Strategie, um schneller und flexibler agieren zu können.

Starlim in China

Der weltweit führende Hersteller von Silikonprodukten mit Hauptsitz in Marchtrenk expandiert mit einem neuen Werk nach Nantong, einer Stadt mit 7,4 Millionen Einwohnern, rund 100 Kilometer von Shanghai entfernt. „In der Vergangenheit wurden Kaufentscheidungen der Automobilzulieferer von Europa aus getroffen, und es war daher möglich, auch ohne einen regionalen Standort nach China zu liefern. In den letzten Jahren hat sich diese Situation aufgrund der sich sehr schnell entwickelnden Industrie in China gewandelt, seit Covid sind die Antennen schärfer. Das Geschäft basiert auf Vertrauen, Reglementierungen sind auch in China hoch. Wir gewinnen hier chinesische Unternehmen mit Tochterunternehmen in Nordamerika und Europa“, weiß Geschäftsführer Thomas Bründl und betont: „Wenn ich mich einsperre, stoppe ich Innovation.“ Der Standort Nantong bietet viele Vorteile: Neben den guten, oberösterreichischen Beziehungen zum Ökopark Su-Tong und der Anbindung punktet die Universität vor Ort mit einem Top-Ranking, hoch qualifizierte Fachkräfte konnten gewonnen werden. Ähnlich wie Engel wird auch Starlim in Zukunft auf die duale Ausbildung setzen und Lehrlinge in Zusammenarbeit mit dem Wifi vor Ort ausbilden.

Beziehungen intensivieren

Um die Beziehung zu China weiter zu intensivieren, unterzeichnete Landesrat Achleitner Kooperationsvereinbarungen der oö. Standortagentur Business Upper Austria mit dem Technologie- und Wirtschaftspark Su-Tong Ökopark in Nantong und der Lingang Special Area in Shanghai. „Ein wesentlicher Schwerpunkt der Vereinbarungen liegt nicht nur auf der Förderung des Wirtschaftswachstums und der Diversifizierung, sondern auch auf dem kulturellen Austausch zwischen den Regionen“, betont Achleitner. Wichtig ist aus seiner Sicht, das gegenseitige Verständnis, die Zusammenarbeit und den Gedankenaustausch zu fördern.

Künftige Herausforderungen

Sorge bereitet Achleitner das Tempo, Entwicklungsabteilungen arbeiten in China in Dreierschichten: „Wir müssen um das innovativer sein, was wir teurer produzieren.“ Mit ein Grund, warum Oberösterreichs Forschungsbudget heuer erstmals die 100-Millionen-Euro-Grenze überschreitet. Aber auch China steht vor Herausforderungen, unter anderem die Demografie macht zu schaffen: Bis 2100 könnte sich die chinesische Bevölkerung aufgrund Überalterung und Ein-Kind-Politik halbiert haben.


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