WIESELBURG. Fünf Jahre ist es her, dass Ernestine Walch und Gabriela Dorn-Scheruga das Projekt Pedibus initiierten. Nun wird die Leitung an Irmgard Streimlweger übergeben.

„Der Pedibus funktioniert eigentlich wie ein Schulbus, nur dass wir zu Fuß unterwegs sind“, erzählt Ernestine Walch bei einem gemütlichen Kaffee im Garten. „Die Eltern bringen die Kinder zu den markierten Haltestellen, von wo diese dann vom Pedibus abgeholt werden“, führt die Initiatorin weiter aus.
Wie der Pedibus funktioniert
Das Wort Pedibus kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „Autobus auf Füßen“. Um Zufußgehen für Kinder attraktiv zu machen, wird der Schulweg als „Buslinie“ dargestellt. Die Kinder können bei den vereinbarten Haltestellen in den Pedibus zusteigen. Je nach Größe der Gemeinde können eine oder mehrere Linien, die von Aufsichtspersonen begleitet werden, eingerichtet werden. „Die Aufsichtspersonen waren in den letzten Jahren beispielsweise Eltern oder Großeltern. Zum Teil engagierten sich auch Aufsichtspersonen, deren Kinder oder Enkelkinder den Pedibus nicht mehr nutzten. Dies habe ich auch sehr geschätzt“, erzählt Ernestine Walch weiter.
Bilanz der letzten fünf Jahre
In den letzten Jahren nutzten insgesamt 69 Kinder den Pedibus. Im Schnitt entsprach dies zwischen fünf und zwölf Schulkindern, die das Angebot täglich in der Früh und zu Mittag in Anspruch nahmen. Der Pedibus richtet sich an Kindern in der ersten Klasse Volksschule.
“Für die Kinder war es immer ganz klar,
dass wir gehen – ganz egal bei welcher Witterung.
Gejammert wurde eigentlich kein einziges Mal.“
ERNESTINE WALCH
„Im Rückblick auf die letzten Jahre kann ich sagen, dass immer alle pünktlich bei den Haltestellen waren. Wir sind bei jeder Witterung zu Fuß gegangen, Eine Sturmwarnung wäre die einzige Ausnahme gewesen, weshalb wir nicht gegangen wären, was aber nicht vorkam“, so Ernestine Walch.
Gemeinsam zu Fuß zur Schule
„Der Pedibus erhöht die Sicherheit im Straßenverkehr. Die Kinder waren immer gut gelaunt und haben gemeinsam mit ihren Freunden auf dem Weg zur Schule geplaudert. Für die Eltern bringt der Pedibus auch mehr Zeit, da sie ihr Kind mitgehen lassen können und sich den Schulweg ersparen. Bei den Gruppengrößen, die wir in den vergangenen Jahre hatten, mussten die Eltern der Kinder im Schnitt zwei Mal den Part der Aufsichtsperson des Pedibusses übernehmen“, resümiert die Initiatorin. Der Pedibus trägt auch zur Reduktion des Straßenverkehres gerade zu den Stoßzeiten bei, die während des Bring- und Holverkehrs zu und von den Schulen zu einem Verkehrsproblem geworden sind.
Ziele des Pedibusses
Der Pedibus richtet sich an Schulkinder der ersten Klassen. „Natürlich haben sich auch ältere Schulkinder an den Pedibus angeschlossen“, ergänzt Ernestine Walch. „Die Eltern können den Kindern jederzeit erlauben, nicht mehr am Pedibus teilzunehmen und den Schulweg alleine zu bewältigen. Rückblickend kann man sagen, dass der Pedibus meist um die Zeit nach den Osterferien ausläuft“, merkt Ernestine Walch abschließend an.


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