Krisenmanagement im Home Office – ein Bürgermeister in Quarantäne
WILHERING. Ein positiv getesteter Teilnehmer der Gemeindeskimeisterschaft sorgte dafür, dass für viele Wilheringer Vorsorgemaßnahmen getroffen wurden. An die 100 Personen standen in den letzten zwei Wochen in der Marktgemeinde unter Quarantäne. Einer davon war Mario Mühlböck. Der Bürgermeister erzählt über seine Erfahrungen.

Sofort nachdem die positive Testung bekannt wurde, nahm Bezirkshauptmann Manfred Hageneder am Freitag, 13. März, gegen 20 Uhr mit Wilherings Bürgermeister Kontakt auf, der ihm die Teilnehmerliste der Skimeisterschaften übermittelte. Noch am selben Abend wurden die Teilnehmer, die länger mit dem Infizierten zusammen waren, über ihre Quarantäne informiert, lobt Mario Mühlböck die rasche und korrekte Arbeit der Bezirkshauptmannschaft.
Da er selber der infizierten Person die Hand geschüttelt hatte, wurde ihm – wie 60 weiteren Gemeindebürgern – der Quarantänebescheid zugestellt. Keine einfache Situation in einer solchen Lage.
Amtsgeschäfte von zuhause aus weitergeführt
Der Bürgermeister ließ sich aber von den Umständen nicht aus der Ruhe bringen. „Ich war ständig mit dem Amtsleiter und den beiden Vizebürgermeistern in Verbindung“, lobt er die perfekte Zusammenarbeit, obwohl natürlich viele schwierige Themen auf den Bürgermeister zukamen.
Wie viele Kinder sind in Schulen und anderen Einrichtungen zu betreuen? Gibt es Essen auf Rädern? Wer versorgt die älteren Menschen? „All das haben wir gemeinsam mit Minimalbesetzung am Amt, Bauhof, in den Schulen etc. geschafft. Denn auch wir hatten die Order: zusperren und wenn möglich nur Telefonkontakte mit den Kunden. Es wurde alles toll gelöst“, hebt der Bürgermeister den politischen Umgang hervor, der in Wilhering gelebt wird.
Aufkommende Unsicherheiten in der Bevölkerung konnten aufgrund der nicht steigenden Infektionsfälle immer beruhigt werden – sie blieb konstant bei zwei.
Großartiger Zusammenhalt
Neben der tollen Abwicklung der herausfordernden Situation durch den Krisenstab, in der neben der Gemeinde auch die Ärzte und Blaulichtorganisationen eingebunden waren, ist der Bürgermeister über die spontanen Initiativen der Bürger erfreut: „Die Nachbarschaftshilfe hat einmalig und sofort funktioniert. Beispiel: die Fußballer des SV Wilhering/Union Mühlbach haben einen Lebensmittel- und Apothekenzustelldienst eingerichtet, Caterer haben warmes Essen zugestellt, die Dorfgemeinschaft Dörnbach hat Dienste aller Art angeboten. Man kann sich auf die Gesellschaft verlassen, das macht stolz.“
Sein Appell lautet, an die eigene Gesundheit und die der Mitmenschen zu denken und aktiv mitzuhelfen. „Danke allen, die sich an die Vorgaben halten und damit hoffentlich zum baldigen Stopp der Geisel Corona beitragen“, so Mario Mühlböck, der am Montag seine Quarantäne beenden durfte und wieder regulär seinen Tätigkeiten nachgehen kann.


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